Tiere in Not Wenn Katzen auf Bäumen festsitzen - wie Tiere Feuerwehr und Polizei auf Trab halten

Zur Aufgabe von Polizisten und Feuerwehrleuten in Sachsen gehört auch das Retten und Bergen von Hunden, Katzen und Federvieh. 2021 rückten sie über 2000 Mal in tierischer Mission aus, weniger als im Vorjahr. Dabei gab konnte so mancher Vierbeiner gerettet werden.

Europaeische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) auf einem Ast im Baum
Nicht jede Katze schafft es auch wieder runter vom Baum, dann muss manchmal die Feuerwehr helfen. Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Insgesamt 2032 Mal rückten im Jahr 2021 Polizeibeamte und Feuerwehrleute in Sachsen aus, um Tieren aus der Klemme zu helfen. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr. 2.020 gab es 2.555 tierische Einsätze, wie ein Sprecher des Sächsischen Innenministeriums mitteilte. Warum genau die Zahlen schwanken, lässt sich nicht erklären. In den beiden Jahren davor wurden 2.119 sowie 1.971 Einsätze verzeichnet.

Die meisten Einsätze ereigneten sich, weil Tiere aus brennenden Gebäuden gerettet werden mussten. Natürlich gibt es auch immer wieder das berühmte Kätzchen, das auf einem Baum festsitzt sowie entlaufende Hunde, die zu ihren Besitzerinnen und Besitzer zurückgebracht werden - wie zum Beispiel Edy. Der Hund war seinem Frauchen weggelaufen und zwar über die Landesgrenze von Tschechien nach Sachsen. Die Frau schlug per Telefon Alarm und gab kurzerhand die GPS-Daten vom Halsband ihres Lieblings durch. Beamte sorgten dann für ein schnelles Wiedersehen.

Kuhherde im Vogtland verirrte sich auf die Autobahn

Ein besonders atemberaubender Fall, bei dem sich gleich eine ganze Rinderherde aus dem Staub gemacht hatte, ereignete sich im Mai 2021 im Vogtland. Ein Gewitter hatte die Tiere aufgeschreckt, die den Weidezaun durchbrachen und davonliefen. Der Großteil lief bis in den Nachbarort, aber vier Jungbullen rannten "in flottem Tempo auf der linken Spur" über die Autobahn A72 Richtung Süden. Erst nach zehn Kilometern konnte das rasende Quartett gestoppt werden. Mit rot-weißem Absperrband wurden sie auf einer Ersatzweide in Schach gehalten, bis der Besitzer sie abholte.

Für einen festgefrorenen Schwan stieg ein Polizist im Winter sogar in den Berzdorfer See, zertrat das Eis um den verängstigten Vogel und machte ihm den Weg frei. "Der Vogel schwankte zunächst ein wenig, flog dann aber scheinbar unverletzt davon", berichteten die Kollegen des Beamten, der als Eisbader abgehärtet ist.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Immer wieder gibt es aber auch Einsätze, weil Menschen ihre tierischen Begleiter loswerden wollten. So zogen Streifenpolizisten eine verletzte Katze, die in einer zugeschnürten Plastiktüte entsorgt wurde, aus einer gelben Tonne. Manchmal kommt es auch zu Unfällen zwischen Mensch und Tier. In einem Fall konnte ein Waldkauz gerettet werden, der nachts gegen ein fahrendes Auto geprallt war.

Andreas Rümpel vom Landesfeuerwehrverband Sachsen sieht Unterschiede beim Umgang mit Tieren zwischen Stadt und Land. "Auf dem Land würde man einen Tierkadaver selbst mit der Schaufel entsorgen, in der Stadt wird die Feuerwehr gerufen." Auf dem Land sei der Überlebenskampf von Tieren ganz natürlich. Aber auch in Wohn- und Siedlungsbereichen müsse man immer damit rechnen, dass Katze, Hund oder der Kanarienvogel in Gefahr sind. Selten müssten Schweine oder Rinder gerettet werden, was schwierig sei. "Ein in Panik geratenes Tier kann Schäden verursachen und sogar eine Gefahr für die Feuerwehr werden.", so Rümpel. Spezielle Tierretter gebe es nicht, aber in der Grundausbildung werde zu dem Thema informiert. "Wir improvisieren dann und schauen."

MDR (dpa/ps)

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