Tourismus Sachsen soll Reiseziel Nummer eins für Mountainbike-Touristen werden

Sachsen will mehr Touristen mit Radsportangeboten in den Freistaat locken. Eine neue Anlaufstelle soll Städten und Regionen helfen, Mountainbike-Angebote zu entwickeln, auszubauen und zu vermarkten. Tourismusministerin Barbara Klepsch will damit an erfolgreiche Projekte wie das TrailCenter Rabenberg oder die Bikewelt Schöneck anknüpfen. Touristen soll damit auch eine Alternative zum Wintertourismus geboten werden.

Mountainbiker fahren zur Eröffnung der «Blockline» die Strecke im Erzgebirge entlang.
Sachsen möchte Mountainbike-Tourismus ausbauen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Sachsen soll sich in den nächsten Jahren zu einem Hotspot für Mountainbike-Touristen entwickeln. Tourismusministerin Ministerin Barbara Klepsch hat heute mit Thomas Kunack, Vizepräsident des Landestourismusverbandes Sachsen, die entsprechende Mountainbike-Fachplanung für Sachsen vorgestellt. Demnach nimmt ein neues Beratungszentrum seine Arbeit auf. Es soll die Reiseregionen, aber auch interessierte Kommunen bei Fragen zum Mountainbike-Tourismus unterstützen. Dazu gehört auch, Informationen und Arbeitshilfen anzubieten und brisante Themen wie den Schutz von Wald und Natur mit allen Akteuren zu besprechen. Denn zum Beispiel in der Dresdner Heide sorgen Mountainbiker im Wald laut der Forstdirektion hier immer wieder für Probleme, indem sie Schäden in der Natur mit ihren Touren durch den Wald anrichten.

Attraktive grenzüberschreitende Mountainbike-Strecken ergänzen das Angebot für den Ganzjahrestourismus und bieten eine Alternative zum schneegebundenen Wintertourismus.

Barbara Klepsch Tourismusministerin Sachsen

Neben den urbanen Räumen soll sich die künftige Entwicklung auf fünf Regionen fokussieren:

  • Vogtland/Fichtelgebirge
  • Erzgebirge/Miriquidi mit Tschechien
  • Sächsische-Böhmische Schweiz mit Tschechien
  • Lausitzer Gebirge mit Tschechien und Polen
  • Lausitzer Seenland

Sie eigneten sich durch ihre Gegebenheiten besonders für Mountainbike-Angebote, sagte Klepsch. Vorhandene Skilifte und Sehenswürdigkeiten sollen nach den Plänen des Ministeriums in die Mountainbike-Projekte eingebunden werden und könnten so besser ausgelastet werden. Auch die vorhandenen Gaststätten, Hotels und Pensionen entlang der Strecken würden davon profitieren.

Quelle: MDR/ds

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 20. Oktober 2021 | 13:00 Uhr

2 Kommentare

Petrol vor 6 Wochen

Die Ziele sind sehr schön, nur fehlt mir der Glaube daran. Es scheitert schon an Radwegen. Im Ergebirgskreis kann man sie an einer Hand abzählen, oder sie enden nach 5km im nichts. Ohne Anschluss, außer auf vielbefahrenen Straßen.
Der so gelobte Rabenberg, weiß gar nicht was auf seinen ausgeschriebenen Trails los ist. Am Wochenende habe ich an der Rezeption beim kaufen der Eintrittskarte nachgefragt ob alles befahrbar ist und es wurde mit ja beantwortet. Und dann stell ich fest, es sind drei verschiedene Streckensperrungen ohne Ausschilderung einer Umleitung. Da verliert man die Lust.
In Tschechien 10km weiter, herrscht heile Welt, alles top gepflegt. Alle freundlich, da gibt es soga Lifte. Und jetzt ganz wichtig. Da hat sogar ein Wirtshaus offen und man kann auch mal eine Pause machen und einkehren. Alles Dinge die ich mir im Erzgebirge auch sehr wünschen würde.
Bis dahin faht ich lieber 10km weiter.

Krampfradler vor 6 Wochen

Also die Förster fahren mit tonnenschwerem Gerät in den Wald, um dort 100kg Mountainbiker davon abzuhalten, oberflächennahe Baumwurzeln zu beschädigen? Wie absurd ist das denn bitte! Und nein, der Reiz des Mountainbiking kommt nicht vom Befahren von „gut befestigten“ Forstautobahnen, sondern vom Befahren möglichst schmaler, technisch herausfordernder Trails. Davon gibt es in der Heide mittlerweile eine ganze Menge, was auch mit der coronabedingten Verlagerung von Sportmöglichkeiten zu tun hat.
Anstatt da gegenan zu kämpfen, würde ich mir wünschen, dass man vielleicht versucht, die hohe Nachfrage zu managen: Wäre ja auch denkbar, dass man gemeinsam versucht, etwa besonders erosionsfördernde Bauten zu entschärfen und auf bessere und vielleicht genauso attraktive Alternativen hinzuwirken. Damit wäre viellricht allen geholfen. Denn durch die neuen Wege geht man Konflikten mit Spaziergängern auch aus dem Weg.

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