Tag des Wassers Historische Grundwasser-Dürre in Sachsen

Der Tag des Wassers rückt in diesem Jahr das Grundwasser in den Fokus. In Sachsen erholt sich der Grundwasserpegel zwar langsam wieder, ist aber noch lange nicht normal. Das macht auch den Flüssen zu schaffen.

Die Flüsse führen weniger Wasser als sonst zu dieser Jahreszeit. Bildrechte: IMAGO

Normalerweise sollten Sachsens Flüsse jetzt im Frühjahr gut gefüllt sein. Doch aktuell führen sie im Schnitt 50 Prozent weniger Wasser als sonst zu dieser Zeit üblich, sagt Petra Walther vom Landesamt für Umwelt und Geologie. An einigen Pegeln würde sogar schon Niedrigwasser gemessen. Petra Walther und ihre Kollegen erfassen täglich an Dutzenden Messstellen im Freistaat, wie es mit dem Wasser in Sachsen bestellt ist. In ihren Wochen- und Monatsberichten lässt sich mit Daten belegen, dass ein paar nasse Monate nicht ausreichen, um den fehlenden Niederschlag der trockenen Vorjahre auszugleichen.

Grundwasser fehlt in Flüssen

Der März, in dem bisher nur etwa 15 Prozent der üblichen Regenmenge gefallen ist, hat dies wieder gezeigt. Dass die Wasserpegel der Flüsse bei fehlendem Niederschlag so schnell sinken, liege auch am niedrigen Grundwasserstand, erklärt Petra Walther: "In die Flüsse fließt vom Grundwasser immer noch etwas dazu. Aber wenn der Grundwasserstand zu niedrig ist, dann kann eben auch nichts dazu kommen."

"Unsichtbarer Schatz"

So passt das Motto des Weltwassertages 2022, der jedes Jahr am 22. März begangen wird, auch in Sachsen gut: "Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz" heißt es in diesem Jahr. Denn die kostbare Ressource tief unter der Erde könne auch knapp werden, sagt der sächsische Umweltminister Wolfram Günter anlässlich des Weltwassertages.

Leider können wir auch in Sachsen nicht mehr davon ausgehen, dass Grundwasser flächendeckend jederzeit zur Verfügung steht. Drei Dürrejahre in Folge haben in Sachsen zu einer historischen Grundwasserdürre geführt.

Wolfram Günther Sächsischer Umweltminister

Grundwasserspeicher füllen sich nur langsam

Nach Beobachtung des Helmholtzentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig füllen sich die Grundwasserspeicher langsam wieder. Vor allem die Grundwasserkörper, die nah an der Oberfläche sind, hätten sich zuletzt gut erholt, sagte Andreas Marx dem MDR. Er ist Leiter des Deutschen Dürremonitors und des Mitteldeutschen Klimabüros am UFZ. Bei Grundwasserspeichern, die tiefer in der Erde liegen, werde die Erholung aber erst zeitverzögert einsetzen. Hier dauere es länger, bis der Regen die Speicher erreicht. "Das kann ein paar Monate oder ein, zwei Jahre dauern", sagt Marx.

Erste Waldbrände normal für den März

Besonders der Norden Sachsens hat mit der Trockenheit zu kämpfen. Aktuell gilt hier die Waldbrandgefahrenstufe 4. Auch die ersten Waldbrände hat es bereits gegeben. Das sei allerdings für den März nichts Ungewöhnliches, sagt Thomas Sobczyk vom Kreisforstamt des Landkreises Bautzen. Denn gerade dieser Monat gilt neben dem August als die Zeit im Jahr mit der höchsten Waldbrandgefahr. Es gebe jetzt genügend trockenes Holz, dafür aber noch keine grünen Blätter oder Gras, die das Feuer abmildern könnten, so Sobczyk.

Natürlich begünstige die Trockenheit die Gefahr von Waldbränden und setze den Wäldern weiter zu. Seit einigen Jahren gibt es deshalb auch ein automatisches Waldbrand-Früherkennungssystem, das mit Hilfe von Kameras die Wälder der Landkreise Bautzen, Görlitz und Meißen überwacht. 2019 habe es noch einmal ein Update bekommen, erzählt Thomas Sobczyk. Denn die Staubwolken der Traktoren, die über die vielen trockenen Felder fuhren, hatte das System häufig mit Rauchwolken verwechselt und einen Brand gemeldet. Inzwischen kann es Staub und Rauch gut unterscheiden.

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MDR (vis)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 22. März 2022 | 19:00 Uhr

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