Landwirtschaft Bauern sehen keine Lebensmittelknappheit durch Ukraine-Krieg

Laut Bauernverband Mittel- und Westsachsen wird es in Deutschland durch den Ukraine Krieg keine Lebensmittelknappheit in größerem Ausmaß geben. Für leere Regale in Supermärkten seien Hamsterkäufe verantwortlich.

Weizenernte in der Ukraine
Die Ukraine ist weltweit eines der wichtigsten Weizen Exportländer. Bildrechte: dpa

Die Landwirte in Sachsen rechnen nicht damit, dass aufgrund des Krieges Russlands gegen die Ukraine Lebensmittel in größerem Ausmaß in Deutschland knapp werden. Das sagte Peter Köhler vom regionalen Bauernverband Mittel- und Westsachsen MDR SACHSEN. Dass die Regale in den Supermärkten teilweise leer seien, liege an den Hamsterkäufen. Diese habe es schon wegen der Corona-Pandemie gegeben.

Nicht alle Lebensmittel immer verfügbar

Die Ukraine sei vor allem bei Weizen eines der weltweit wichtigsten Exportländer. Hohe Marktanteile habe das Land außerdem bei Gerste, Mais und Sonnenblumenöl, sagte Köhler.

Dennoch müssen sich die Menschen laut Köhler daran gewöhnen, dass nicht alle Lebensmittel immer verfügbar sind. Den Bedarf an Sonnenblumenöl können Landwirte zum Beispiel nicht abdecken, da in Deutschland die Anbaumöglichkeiten fehlen. Verbraucher können jedoch auf andere Speiseöle wie etwa Rapsöl ausweichen. Deutschlandweit habe Sonnenblumenöl lediglich einen Marktanteil 7,7 Prozent bei den Speiseölen, sagte Köhler

Engpässe eventuell bei tierischen Produkten

Laut Köhler könnte es in Zukunft allerdings zu Engpässen bei tierischen Produkten wie etwa Schweinefleisch kommen. Viele Schweinehalter hätten aufgrund einer zweijährigen Preiskrise die Produktion runtergefahren oder gar ganz aufgegeben, weil eine kostendeckende Produktion nicht mehr möglich sei. Grund ist, dass während der Corona-Pandemie in Deutschland die Nachfrage nach Schweinefleisch gesunken ist.

Auch bei Geflügelprodukten könnte es zu Engpässen kommen. Geflügelhalter sind laut Köhler auf Eiweißfutter aus der Ukraine angewiesen. Aufgrund der ausfallenden Futterlieferungen könnten Geflügel und Eier daher knapp werden, so Köhler.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 13. April 2022 | 21:00 Uhr

4 Kommentare

danirockz vor 16 Wochen

Wenn es keine nennenswerten Engpässe geben wird, wieso wird das dann seit Wochen behauptet? Nur dadurch gibt es ja zur Zeit Hamsterkäufe. Und wahrscheinlich auch, weil seit Beginn des Jahres ebenfalls immer wieder berichtet wird, dass alles teurer wird. Wird es ja auch….

Steffen Kayser vor 16 Wochen

Wenn ich den Herrn richtig verstanden habe, haben wir, Verbrauer und Lebensmittelindustrie alles selbst verursacht. Das ist sehr glaubwürdig. Aber die Ursachen werden immer woanders gesucht.

Graf von Henneberg vor 16 Wochen

..."Nicht alle Lebensmittel immer verfügbar"...ist schon in der DDR so gewesen.

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