Solidarität Hilfe aus Sachsen für die Ukraine

Nach dem Angriff Russlands wird in Sachsen zu Solidarität mit der Ukraine aufgerufen. Auch Hilfsorganisationen bereiten sich vor oder sind bereits auf dem Weg. Die Landkreise und der Freistaat richten sich auf die Aufnahme von Flüchtlingen ein.

Ein Demo-Teilnehmer hält ein Plakat mit den ukrainischen Farben und einer Friedenstaube.
Nach dem Angriff Russland auf die Ukraine wollen auch viele Menschen aus Sachsen helfen. Bildrechte: IMAGO / spfimages

Zentrum für Engagement in Leipzig

Die Stadt Leipzig hat eine zentrale Anlaufstelle für Leipzigerinnen und Leipziger geschaffen, die sich für Geflüchtete aus der Ukraine engagieren möchten: Sie können sich ab sofort im Stadtbüro am Burgplatz melden. Dort werden die Angebote gesammelt. Das Engagementzentrum will mehr sein als ein Beratungsort, hieß es: Es soll ein zentral gelegener Ort der Begegnung und kurzen Wege rund um das Thema Ukraine Hilfe in Leipzig sein. Hilfegesuche und -angebote können über das zentrale Formular unter www.leipzig.de/ukraine-hilfe eingereicht werden.

Sachsen schaltet eigenes Portal für Ukraine-Hilfe

Sachsen will Hilfen für die Ukraine mit einer landeseigenen Internetseite koordinieren. Wie das Innenministerium mitteilte, ist das Portal seit heute online. Es soll die bereits entstandenen kommunalen und privaten Initiativen unterstützen und bündeln. Bürger können auf der Seite - den Angaben zufolge - Hilfeleistungen wie die Unterbringung Geflüchteter, Übersetzungsleistungen oder Betreuungsangebote melden. Diese sollen dann an Hilfsorganisationen und die Kommunen weitergeleitet werden. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind nach UN-Angaben mehr als 1,2 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Rund eine halbe Million von ihnen seien Kinder.

Zoo Hoyerswerda ruft zu Spenden für Ukrainische Zoos auf

Der Zoo Hoyerswerda startet eine Spendenaktion zur Unterstützung des Ukrainischen Zooverbandes UAZA (Ukrainischen Assoziation Zoos und Aquarien). Mit jedem Ticket können die Zoobesucher*innen freiwillig einen Artenschutz-Euro spenden, dessen Erlöse an den ukrainischen Verband weitergeleitet werden. "Wir sind geschockt und sprachlos über das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin und möchten unseren ukrainischen Zookolleg*innen in dieser tragischen Situation unterstützen“, erklärte Tierpflegerin Katrin Visser. "Wir hoffen, mit den Erlösen wenigstens einen kleinen Beitrag leisten zu können", sagte Tierpfleger Robert König. Das gesamte Zoo-Team sei in Gedanken bei Menschen und Tieren der ukrainischen Zoos.

Der Zoo Hoyerswerda beteiligt sich damit an der Unterstützungsaktion der Deutschen Tierparkgesellschaft (DTG). Diese steht im direkten Kontakt mit dem Präsidenten der Ukrainischen Assoziation Zoos und Aquarien (UAZA), Wladimir Nikolaijewitsch Topchiy. Sowohl der Verband als auch einzelne Mitgliedzoos der DTG sammeln Geld, um die Versorgung der Zoos in der Ukraine zu unterstützen.

Taucha bei Leipzig sucht Schlafmöglichkeiten für eintreffende Geflüchtete

Die Stadt Taucha sowie das Helfernetzwerk der Stadt und die Tauchaer Gemeinden der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirche suchen Schlafmöglichkeiten. Unterstützende können sich direkt beim Bürgermeister telefonisch unter 0172/ 2490355 oder per E-Mail an tobias.meier@taucha.de melden. Die Stadt nimmt auch weiterhin Geldspenden für Lebensmittel, Getränke, Hygieneartikel und Medikamente für die eintreffenden Geflüchteten entgegen. Spendenkonto: Stadt Taucha, IBAN: DE77 8605 5592 1128 9028 65, BIC: WELADE8LXXX, Zweck: "Ukraine – Nachbarschaftshilfe Taucha“ 11.13.01.00 / 501102. Spendenquittungen können ausgestellt werden.

Direkthilfen für Geflüchtete aus der Ukraine in Dresden

Die Kultur- und Wohngenossenschaft "Zentralwerk" in Dresden sammelt Sachspenden für Menschen aus der Ukraine. Die Spendenstelle im Foyer des "Zentralwerks" gegenüber der Mälzerei in Dresden-Pieschen ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Aktuell werden dringend Werkzeuge, medizinische Instrumente und Medikamente benötigt. Die Spendenstelle ist für Nachfragen unter der Rufnummer 0351 256 57 269 (10 bis 18 Uhr) sowie unter der Mailadresse direkthilfe@notraces.net zu erreichen. Auf der Liste der HuMaNs Stiftung, die die LKW Transporte organisiert, kann eingesehen werden, was dringend benötigt wird. Hier ist eine weitere Bedarfsliste.

Gesucht werden außerdem Übersetzerinnen und Übersetzer sowie Fahrerinnen und Fahrer mit eigenem Auto. "Wir brauchen zudem Hilfe beim Sortieren und bei der Betreuung der Sammelstelle", schreiben die Organisatoren. "Einfach direkt vorbeikommen, anrufen (0351/ 25657269) oder schreiben direkthilfe@notraces.net."

TU Dresden bündelt Hilfen für Bustransporte, Unterkünfte und Direkthilfe auf Webseite

Die TU Dresden hat verschiedene Hilfsangebote von Bustransporten für Flüchtende, über potenzielle Unterkünfte von Spendern und Hilfesuchenden als auch die Möglichkeit für direkte Sachspenden auf dieser Webseite zusammengefasst.

Universität Leipzig startet Spendenaktion

Die Universität Leipzig, die Universitätsgesellschaft und der Hilfsverein für ausländische Studierende rufen zu einer gemeinsame Spendenaktion auf. "Unsere Solidarität gilt der gesamten ukrainischen Bevölkerung, unseren Hochschulpartnern und vor allem allen ukrainischen Mitgliedern und Angehörigen der Universität Leipzig“, sagte Beate Schücking, Rektorin der Uni Leipzig. "Die deutschen Hochschulen werden ihnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und in Absprache mit dem Land und Förderorganisationen auf Bundesebene beistehen." In diesem Sinne sei der Hilfsfonds "Ukrainehilfe Universität Leipzig" eingerichtet. Zudem bündele eine Webseite alle Aktivitäten.

Die Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werden: Universitätsgesellschaft – Freunde und Förderer der Universität Leipzig e. V., IBAN:    DE98 8608 0000 0118 7867 00, BIC:       DRESDEFF860 (Commerzbank AG Leipzig), Verwendungszweck: Ukrainehilfe Universität Leipzig

Für eigene Vorschläge zur gezielten Unterstützung oder weitere Fragen kann man mit der Universitätsgesellschaft in Kontakt treten. Die Universitätsgesellschaft ist vom Finanzamt Leipzig als gemeinnütziger Förderverein anerkannt.

Ein Gebäude auf dem Universität Leipzig steht
Die Universität Leipzig startet Spendenaktion. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Hilfstransport aus Zwickau

In Ostpolen sind derzeit zwei Zwickauer vom Verein "Partnerschaft zur Ukraine" unterwegs, die Geld und Hilfsgüter in die ukrainische Partnerstadt Wolodymr bringen möchten. Die Grenze zur Ukraine haben sie auf Anraten ihrer Kontakte nicht überquert. Die Hilfsgüter konnten sie einem offiziellen Transport mitgeben.

Mission Lifeline hilft in Slowakei

Die Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline ist an der Grenze zur Ukraine in der Slowakei. Mitarbeiter nehmen Flüchtlinge in Empfang, die nach dem Grenzübertritt sehr erschöpft sind. Der Mitbegründer der Initiative, Axel Steier sagte MDR SACHSEN: "Wir bitten um Geldspenden und um Unterstützung beim Transport." Von Sachspenden rät er aktuell ab. Es sei alles an den Grenzen vorhanden, was Ankommende benötigten. Spenden für Transporte seien aber notwendig, weil Flüchtlinge weiterfahren wollten.

Freiwillige, Gemeinden, Firmen bitten um Spenden

Eine Vielzahl von Freiwilligen, Firmen, Gemeindeverwaltungen und Privatinitiativen rufen zu Spenden auf. Die Übersicht für Ihre Region finden Sie hier:

Landesärztekammer bitte um Spenden

Die Landesärztekammer ruft zu Spenden für die medizinische Versorgung in der Ukraine auf.

Runder Tisch in Leipzig geplant

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine steht das Leipziger städtische Referat Internationale Zusammenarbeit im engen Kontakt mit der Stiftung Friedliche Revolution, dem Verein Europa Maidan Leipzig, dem internationalen Runden Tisch und der Ukrainischen Gemeinde in Leipzig. Nach Angaben der Stadt soll es im Frühjahr dieses Jahres einen Runden Tisch mit den verschiedenen Akteuren geben.

Kirche stellt 10.000 Euro für Katastrophenhilfe bereit

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens stellt 10.000 Euro für die Hilfe in der Ukraine aus dem eigenen Katastrophenfonds bereit. Damit werde die Arbeit der Katastrophenhilfe der Diakonie unterstützt, teilte die Landeskirche mit. Die Diakonie arbeite in der Ukraine mit mehreren Partnerorganisationen zusammen. Außerdem rufen Diakonie und Kirche gemeinsam zu Spenden für die Menschen in der Ukraine auf, deren Leben nun bedroht ist.

Sachsen bereitet sich auf Aufnahme von Flüchtlingen vor

Die sächsische Landesregierung bereitet sich auf die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vor. Das Innenministerium erklärte auf Anfrage von MDR Sachsen, der Freistaat könnte die Kapazitäten der Erstaufnahme-Einrichtungen kurzfristig erweitern.

Uni Leipzig will Aufenthalte ukrainischer Studierender verlängern

Die Universität Leipzig sorgt sich um die Sicherheit ihrer betroffenen Austausch-Studierenden. Die Universität sei in Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) bemüht, Ukrainerinnen und Ukrainer in Leipzig ein Angebot zur Verlängerung ihres Aufenthalts zu machen. Das teilte der Leiter der Stabsstelle Internationales, Svend Poller, mit. So solle verhindert werden, dass sie zum Ende des Wintersemesters in Kriegsgebiete zurückkehren müssen. Den Angaben zufolge sind derzeit 95 ukrainische, 225 russische und 41 belarussische Studierende an der Uni eingeschrieben.

MDR (al)/dpa

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