UNESCO Sächsisches Kabinett einigt sich auf zwei neue Welterbe-Bewerber

Burgen, Schlösser, Parks und Industriekultur – all das gibt es in Deutschland reichlich. Doch nur 51 Stätten in Deutschland können mit dem Titel Welterbe werben. Die Montanregion Erzgebirge und der Fürst Pückler Park in Bad Muskau sind die beiden Stätten in Sachsen, die mit dem Titel werben dürfen. Nun sollen in Sachsen zwei neue dazukommen: das Meissener Porzellan und die Göltzschtalbrücke.

Meißner Porzellan und Göltzschtalbrücke
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Die Stätten des Meissener Porzellans und das Baudenkmal Göltzschtalbrücke im Vogtland sollen nach dem Willen der sächsischen Landesregierung Unesco-Weltkulturerebe werden. Wie Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden mitteilte, hätten diese beiden Vorschläge das größte Potential für den Nachweis des außergewöhnlichen Wertes.

Mit den Stätten der Porzellanherstellung bewirbt sich Meißen in einem zweiten Anlauf um dem Weltkulturerbe-Titel. 2012 hatte sich die Stadt an der Elbe erfolglos beworben. Die 78 Meter hohe Göltzschtalbrücke gilt als die größte aus Ziegeln errichtete Brücke der Welt.

So funktioniert das Verfahren

Der Freistaat Sachsen hat für die Auswahl der sächsischen Vorschläge ein mehrstufiges Verfahren entwickelt: Den Interessenbekundungen durch die Bewerber folgen Beratungen, Prüfungen und zuletzt eine abschließende Bewertung. Insgesamt gab es drei Bewerber - neben den beiden Favoriten noch das Hauptgestüt Graditz bei Torgau. Mit der Entscheidung folgt das sächsische Kabinett dem Votum der Bewertungskommission, die die drei Bewerbungen vor Ort besichtigt und bewertet hatte. Jedes Bundesland darf jedoch nur zwei Vorschläge einreichen.

Bevor es jedoch zur Festlegung einer finalen deutschen Bewerberliste und deren Vorlage bei der UNESCO im Februar 2024 kommt, werden die Vorschläge zunächst in einem Evaluierungsverfahren durch einen internationalen Fachbeirat 2022 geprüft und im Jahr darauf durch die Kultusministerkonferenz beschlossen.

UNESCO Welterbe Mit der Anerkennung zum Unesco-Welterbe geht die Verpflichtung einher, das Welterbe zu schützen, zu erhalten und an zukünftige Generationen weiterzugeben. Aktuell verzeichnet die Welterbeliste 1121 Stätten in 167 Ländern. Mit derzeit 51 Welterbestätten gehört Deutschland zu den Ländern mit den meisten Eintragungen. Sachsen ist mit den beiden länderübergreifenden Stätten Montanregion Erzgebirge und dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau vertreten.
Quelle: UNESCO

Quelle: MDR/kh/epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 28. September 2021 | 16:00 Uhr

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