Equal Pay Day Ungerechte Lohnlücken klaffen auch in Sachsen

Demonstrantin mit Fahne "Equal Pay Day".
Bildrechte: IMAGO

Zum heutigen Aktionstag gegen ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern hat Sachsens Gleichstellungsministerin Katja Meier verlangt, die Lohnlücke "endlich ganz zu schließen". Der 10. März gilt in diesem Jahr als bundesweiter Equal Pay Day - dem Tag, der die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern anprangert. Symbolisch betrachtet arbeiten Frauen bis zum Equal Pay Day umsonst, während Männer für den gleichen Job bei gleicher Qualifikation ab dem 1. Januar eines Jahres schon bezahlt werden.

Ganz weit hinten in der EU

Bundesweit beträgt die Lohnlücke 19,2 Prozent. Frauen verdienen damit ein Fünftel weniger als Männer. Die Lohnschere klafft nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in der Bundesrepublik besonders weit auseinander. Der EU-Durchschnitt liegt bei 15 Prozent. Ungerechter bei der Entlohnung geht es außer in Deutschland nur noch in Österreich, Lettland und Schlusslicht Estland (21,7 Prozent Lohnunterschied) zu.

Allerdings weichen alle ostdeutschen Bundesländer von den europäischen Durchschnittswerten sozialversicherungspflichtiger Erwerbsarbeit ab und zeigen einstellige Lohnunterschiede. In Sachsen betrug der Lohnunterschied zuletzt sieben Prozent. Der Wert ähnelt den Durchschnittswerten von Polen und Slowenien.

Katja Meier, Staatsministerin der Justiz und fuer Demokratie, Europa und Gleichstellung von Sachsen, spricht zu den Medien im Rahmen der Sitzung des Bundesrates in Berlin.
Sachsens Justiz- und Gleichstellungsministerin Katja Meier (Bündnis 90/DieGrünen) verlangt eine konsequentere Diskussion über gerechte Löhne für Frauen - gerade als Konsequenz aus den Erfahrungen der Corona-Krise. Bildrechte: imago images/photothek

Lohnunterschied nach Geschlechtern

Die Bundesagentur für Arbeit errechnet die Lohnunterschiede übers mittlere Einkommen aller Vollzeitbeschäftigten in einem Land oder Landkreis, dem sogenannten Medianlohn. 2019 lag er in Sachsen bei 2.653 Euro brutto im Monat. Im Schnitt hatten Frauen 60 Euro weniger im Geldbeutel als Männer. Die höchsten Durchschnittslöhne gab es in den drei sächsischen Großstädten und im Kreis Zwickau.

Zahlen in Sachsen nicht zufriedenstellend

"Zwar hat sich die Entgeltlücke im Vergleich zum Vorjahr bundesweit etwas verringert – jedoch sind 19 Prozent Abstand immer noch 19 Prozent zu viel. Und auch sieben Prozent in Sachsen können uns nicht zufrieden stellen", urteilte Sachsens Gleichstellungsministerin Katja Meier.

Konsequenz in Lohn-Debatte verlangt

Zudem habe die Corona-Krise laut Meier nachdrücklich gezeigt, dass die Diskussion um gerechte Löhne für Frauen konsequent weitergeführt werden müsse.

Es sind Frauen, die das Land in den sogenannten frauentypischen Berufen am Laufen halten – sei es in der Alten- und Krankenpflege, der Kinderbetreuung oder im Einzelhandel. Sie sind systemrelevant und trotzdem vielfach unterbezahlt.

Katja Meier Gleichstellungsministerin für Sachsen

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.03.2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

ule vor 19 Wochen

Die Kampagne "Equal Pay Day" oder aber auch "Gender Pay Gap", wie viele andere Aktionen und Kampagnen zu Themen wie "GenderGerechtigkeit" , "Anti-Racism", "Climate catastrophe" , "World Vegetarian Day", "Friday for future" oder "Save the world" , kommen aus den USA, weshalb in dieser Branche oftmals die englische Sprache verwendet wird.
Übernommen werden diese Kampagnen dann von den Gewerkschaften, Verbände , NGO oder Parteien in Deutschland, die wiederum die Funktion des Multiplikators inne haben.

Nichts bleibt in dieser Branche dem Zufall überlassen. Hinter den meisten Kampagnen verbirgt sich auch immer ein globales Interesse bzw. ein nichtstaatliches Geschäft - selbst wenn diese noch so neutral gehalten werden.

Mit solchen Kampagnen wird ua. der Globalismus befördert, weshalb die heimischen Akteuere auch oftmals immer die gleichen sind.

THOMAS H vor 19 Wochen

Auch wenn es kein Kommentar zum Thema direkt (Veröffentlichungshoffnung) ist, aber eine deutsche Bezeichnung wäre angebrachter gewesen, vor allem weil es diese eindeutig gibt.
Equal Pay Day = TAG DES GLEICHEN ENTGELTS
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, daß die deutsche Sprache immer mehr durch dieses sinnlose Englisch (in Werbung usw) verdrängt wird.
Deutschland hat die deutsche Sprache und die sollte auch genutzt werden.

heinz1954 vor 19 Wochen

Volle Zustimmung, und da gibt es noch genügend Beispiele.

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