Nachhaltigkeit Sachsens Universitäten wollen umweltfreundlicher werden

Mehr Grün auf dem Uni-Campus, umweltfreundliches Recyclingpapier in der Verwaltung: Diesen Weg wollen die Hochschulen in Sachsen gehen. In Dresden gibt es für derartige Fragen seit Kurzem sogar ein eigenes Büro - ein "Green Office". Auch Leipzig möchte diesen Schritt gehen. Noch ist jedoch die Finanzierung ungeklärt.

Eine Person hält eine Pfanze in den den Händen.
Nachhaltigkeit soll an Sachsens Universitäten nicht nur ein Forschungsthema sein. Stattdessen wollen die Unis als Institutionen auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Bildrechte: Colourbox.de

Die Hochschulen und Universitäten in Sachsen wollen nachhaltiger und sogar klimaneutral werden. Die Landesrektorenkonferenz will bis Ende des Jahres ein Positionspapier zur Nachhaltigkeit und Klimaneutralität vorlegen, wie das Büro der Landesrektorenkonferenz bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

An der TU Dresden wurde im Juli ein "Green Office" eingerichtet - ein Nachhaltigkeitsbüro. Schon 2003 war an der Uni ein Umweltmanagementsystem installiert worden, welches dafür sorgt, dass beispielsweise weniger Papier verbraucht und bei Tagungen weniger Müll anfällt. Das 2020 eingerichtete Prorektorat für Universitätskultur sollte zudem dem Gedanken der ökologischen Nachhaltigkeit mehr Geltung verschaffen.

Baumpatenschaften und insektenfreundliche Wiesen

Das "Green Office" sei vor allem eine Anlaufstelle für Anfragen, Ideen und Wünsche der Hochschulangehörigen, sagte Koordinatorin Alexandra Seifert. "Außerdem möchte das 'Green Office' die ökologische Nachhaltigkeit auch in den Bereich der Lehre einbringen." An der Uni gibt es unter anderem ein Programm für Baumpatenschaften, insektenfreundliche Wiesen und Turmfalkenkästen.

Das Hörsaalzentrum der TU Dresden.
Blick auf das Hörsaalzentrum der TU Dresden. An der Universität gibt es seit Juli ein "Green Office". Bildrechte: imago/Sven Ellger

Auf 2,6 Hektar werden laut TU mittlerweile an acht Standorten Wiesen insektenfreundlich bewirtschaftet. Vor dem Biologie-Gebäude am Zelleschen Weg blühen die lilafarbene Acker-Kratzdistel und die etwas dunklere Skabiosen-Flockenblume neben dem gelblichen hohen Fingerkraut und der Bastard-Luzerne.

Bergakademie Freiberg forscht zu alternativen Energien

"Klimaneutralität ist ein hohes Ziel", sagte der Umweltbeauftragte der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, Maximilian Lau, Juniorprofessor für Biogeochemie. Die Bergakademie versteht sich als Ressourcen- und Umweltuniversität. Es wird zu alternativen Energien wie Geothermie, Photovoltaik, Wasserstoff, Windkraft sowie zur Kohlenstoff- und Kohlendioxid-Nutzung und der Energie- und Materialeffizienz geforscht.

Bergakademie Freiberg
Während es besonders nachhaltig ist, Rad zu fahren, sind für Autofahrer auf dem Campus der TU Freiberg E-Ladesäulen im Gespräch. Bildrechte: TU Bergakademie Freiberg

Universitäten seien in ihren Städten zumeist große Einrichtungen und sollten sich schon deshalb umweltgerecht verhalten, sagte Lau. Sie müssten umweltgerechte Angebote machen wie etwa elektrische Ladesäulen. Bei Beschaffungen sollte zudem mehr auf nachhaltig erzeugte Produkte geachtet werden. Aktuell versuche Lau herauszufinden, wie Mitarbeiter und Studenten den Weg zur Uni zurücklegen oder wie Dienstreisen absolviert werden, um zu klären, wo Dinge verbessert werden können.

Auch Uni Leipzig soll nachhaltiger werden

Ein "Green Office" als Anlauf- und Koordinierungsstelle für Klimaneutralität und Nachhaltigkeit ist laut Rektorin Beate Schücking auch an der Universität Leipzig geplant. Nachhaltigkeit sei für die Uni ein wichtiges Thema. Sie verwies darauf, dass der Leipziger Professor Johannes Quaas vom Institut für Theoretische Meteorologie einer der federführenden Autoren des aktuellen Weltklimaberichtes sei.

Eine Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit an der Uni hatte in einem Papier unter anderem die Verwendung von Recyclingpapier und den kompletten Umstieg auf Ökostrom gefordert. Das Studentenwerk solle in den Mensen zudem mehr auf pflanzliche Gerichte, Regionalität, Saisonalität und Fairtrade achten.

Blick auf die Innenstadt von Leipzig mit dem Neuen Rathaus (M), dem Wintergartenhochhaus (l) und dem City-Hochhaus (r, ehemals Uni-Riese).
In Leipzig fordert eine Arbeitsgemeinschaft, dass die Uni komplett auf Ökostrom umstellt und es mehr pflanzliche Gerichte in den Mensen gibt. Bildrechte: dpa

Finanzierung des "Green Office" in Leipzig nicht gesichert

Bei einem Rundtischgespräch mit 17 Vertretern der Uni-Verwaltung, Lehrenden, Studierenden und des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wurde unlängst auch die Planung von Großgeräten und das klimaneutrale Bauen sowie die Nachhaltigkeit als Modul in der Lehre angesprochen. Die Studentin Kira Bartsch von der Arbeitsgemeinschaft verwies darauf, dass die Finanzierung des geplanten "Green Office" in Leipzig aktuell nicht gesichert sei. Es seien lediglich zwei Hilfskräfte in Aussicht gestellt worden.

Chemnitzer Campusplatz soll begrünt werden

An der Technischen Universität Chemnitz ist Marlen Gabriele Arnold Rektoratsbeauftragte für nachhaltige Campusentwicklung und Leiterin der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit. Die Inhaberin der Professur für Betriebliche Umweltökonomie und Nachhaltigkeit wertet die Einrichtung von Blühwiesen als einen Erfolg. Der Campusplatz soll begrünt werden. Zudem sei unter anderem die Nutzung von Ökostrom und der sparsame Umgang mit Papier wichtig.

Quelle: MDR/sth/dpa

Mehr aus Sachsen

Eine historische Straßenbahn weiht die frisch sanierte Augustusbrücke in Dresden ein. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 28.01.2022 | 17:34 Uhr

Feierlich wurde nach 5 Jahren Sanierung die Augustbrücke in Dresden eingeweiht. Sie soll nicht nur baulich und optisch Verbesserung bringen, sondern auch die Verkehrssituation in der Innenstadt entspannen.

Fr 28.01.2022 17:17Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/video-augustusbruecke-bauarbeiten-eroeffnung-strassenbahn-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video