Updtae zu Orkan Sturmtief "Antonia" hinterlässt in Sachsen geringe Schäden

Ein Wintersturm ist in den vergangenen Tagen dem nächsten gefolgt. Nach den Sturmtiefs "Xandra", "Ylenia" und "Zeynep" ist "Antonia" bis Montagmorgen über Sachsen gefegt. Verspätete Züge, ein gekapptes Stromkabel und einzelne Bäume auf Straßen waren die Folgen. Die Fichtelbergschwebebahn fährt den gesamten Montag nicht, weil noch Orkanböen drohen.

Neben Häusern hängen Elektrische Leitungen lose an Strommasten
Bildrechte: MDR/Daniel Unger

Das Sturmtief "Antonia" ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag über Sachsen hinweg gefegt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte eine erneute Unwetterwarnung vor Sturm herausgegeben. Schäden gab es zwar erneut, allerdings blieben diese überschaubar.

Nur Sachschäden, keine Personenschäden

Das Führungs- und Lagezentrum für Leipzig und die Landkreise Leipzig und Nordsachsen registrierte rund ein Dutzend Einsätze. Hauptsächlich betraf das umgefallene Bäume. Herabfallende Ziegel, verschobene Baustellenabsperrungen und umgefallene Verkehrszeichen hätten mancherorts Beschädigungen verursacht, hieß es. In der Leipziger Steinstraße fielen Teile eines Schornsteins auf ein Auto. Menschen wurden nicht verletzt.

Nordsachsens Feuerwehren 57 Mal im Einsatz

Nach Angaben des Landratsamtes von Nordsachsen waren im Landkreis von Freitagabend bis Montagfrüh Feuerwehren 57 Mal im Einsatz. "Auch die vier nordsächsischen Straßenmeistereien hatten in diesem Zeitraum alle Hände voll zu tun, um die Verkehrssicherheit aufrecht zu erhalten», hieß es. Entlang vieler Straßen im gesamten Kreisgebiet seien erneut zahlreiche Äste abgebrochen. Wegen loser Dachziegel auf der alten Malzfabrik in Krostitz musste eine Kreuzung bis auf Weiteres gesperrt werden.

Feuerwehr Dresden "relativ entspannt"

Die Feuerwehr in Dresden beschrieb die Lage am Montag als "relativ entspannt". Seit Freitag waren die Dresdner Feuerwehren zu insgesamt 20 Sturmeinsätzen ausgerückt. Häufig ging es um umgestürzte Bäume oder heruntergefallene Äste. Am Sonnabend war eine Person von einem herabgefallenen Dachziegel getroffen und vom Rettungsdienst versorgt worden.

Die Polizeidirektion Chemnitz registrierte im Zusammenhang mit Sturm in der Nacht zum Montag neun Einsätze, vier davon in der Stadt. In allen Fällen mussten umgestürzte Bäume beseitigt werden. In Ostsachsen wurde im Landkreis Görlitz eine Leitplanke beschädigt, in Kamenz fiel ein Verkehrszeichen um.

Morgens Probleme auf Straßen

Ein Autofahrer war mit seinem Wagen am frühen Montagmorgen auf der Autobahn 4 Richtung Erfurt in die Leitplanke gefahren. Nach Angaben der Polizei geschah der Unfall gegen 4:30 Uhr aufgrund des starken Regens bei Hohenstein-Ernstthal im Landkreis Zwickau. Die A4 in Richtung Erfurt war vorübergehend für Bergungsarbeiten gesperrt. Auf der A72 bei Niederfrohna wurde bereits in der Nacht ein Pkw von einer Sturmböe erfasst und gegen die Mittelleitplanke gedrückt. Der Fahrer blieb unverletzt.

In Grünhain-Beierfeld im Erzgebirge kappte eine umstürzender Baum ein Freileitung. Ein Straßenzug war daraufhin zeitweise ohne Energieversorgung.

Sturm im Bergland

Im Bergland muss auch am Montag noch mit starken Windböen gerechnet werden. Die Fichtelbergschwebebahn fährt deshalb den gesamten Montag nicht. Skifahrer müssen auf Pisten und Loipen im Erzgebirge und Vogtland mit Einschränkungen rechnen. Von Waldspaziergängen raten die Forstbetriebe vorerst ab.

Einschränkungen im Berufsverkehr erwartet

Im Bahnverkehr kam es am Montag vor allem im Großraum Dresden zu einzelnen Ausfällen und Verspätungen. Das betrifft laut Deutscher Bahn insbesondere folgende Linien:

  • S3 Dresden Hbf - Tharandt - Freiberg
  • S8 Dresden Hbf – Kamenz
  • RB31 Dresden Hbf - Elsterwerda-Biehla
  • RB33 Dresden-Neustadt - Königsbrück
  • RB71 Pirna - Neustadt in Sachsen
  • U28 Decin hl.n. - Bad Schandau - Rumburk

Wegen der Sturmschäden fahren am Montag bis gegen Mittag zunächst keine Züge von Dresden an die Ostsee. Wie aus der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn hervorgeht, fahren die Intercitys der Linie Dresden - Warnemünde in beiden Richtungen nur im Abschnitt zwischen Dresden und Berlin. Teilweise sind auch hier nur Ersatzzüge im Einsatz. Dann entfällt die gastronomische Versorgung. Auch die IC94 von Wien über Leipzig nach Rostock endete bereits in Berlin.

Bilder Nach Sturm "Zeynep" kommt "Antonia"

Unwetter im Erzgebirge
Auf dem Fichtelberg weht es am Sonntag bereits heftig. Bildrechte: André März
Unwetter im Erzgebirge
Auf dem Fichtelberg weht es am Sonntag bereits heftig. Bildrechte: André März
Unwetter im Erzgebirge auf dem Fichtelberg
Sturmtief "Antonia" ist im Anmarsch. Bildrechte: André März
Unwetter im Erzgebirge
Autofahrer haben Mühe mit Schneeverwehungen. Im Skigebiet Klinovec staut sich zwischenzeitlich der Verkehr. Bildrechte: André März
Unwetter im Erzgebirge
In den Wäldern laufen am Sonntag die Aufräumarbeiten nach Sturm "Zeynep". Nach wie vor sind einige Straßen nach Stumschäden gesperrt, wie hier bei Thalheim. Bildrechte: André März
Unwetter im Erzgebirge
Der Sturm hat hier schwere Schäden angerichtet. Bildrechte: André März
Unwetter im Erzgebirge
In den Wäldern besteht nach wie vor Lebensgefahr. Bäume, die jetzt schon durch vorangegangene Stürme geschwächt sind, drohen bei "Antonia" umzustürzen. Bildrechte: André März
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Hochwasserwarnung an der Lausitzer Neiße

Das Landeshochwasserzentrum hatte bereits am Freitag eine Warnung vor Hochwasser an der Lausitzer Neiße herausgegeben. Allerdings meldeten die Pegel am Montag kein Hochwasser - für gesamt Sachsen.

Tickermeldungen zum Sturmtief "Antonia"

MDR (tfr/lam)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 21. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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