Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Überschwemmungen gab es auch in Stöckigt im Vogtland. Diese Frau hat sich in Lebensgefahr begeben. Bildrechte: B&S

UnwetterStarkregen führt zu Überschwemmungen in Westsachsen - Mann weiter vermisst

von MDR SACHSEN

Stand: 14. Juli 2021, 14:50 Uhr

Starke Unwetter sind am Dienstagabend über Sachsen niedergegangen. Während der Gewitter traten Flüsse und Bäche über die Ufer, Straßen und Grundstücke wurden überflutet. Vor allem Gemeinden im Vogtland und im Erzgebirge waren betroffen. Im Ortsteil Steinbach der Gemeinde Jöhstadt läuft die Suche nach einem Mann, der von einer Sturzflut mitgerissen wurde.

Die Unwetter haben im Vogtland die Feuerwehren auf Trab gehalten. So war in Oelsnitz nahe des Schlosses Voigtsberg ein Bach über die Ufer getreten. Angrenzende Häuser wurden teilweise anderthalb Meter unter Wasser gesetzt. So ein Hochwasser habe sie ihr ganzes Leben noch nicht erlebt, sagt Angelika Dohne, eine der Betroffenen. "Wenn du deinen Garten siehst, das ist schon Elend genug. Da hat es die ganzen Gartenmöbel weggeschwemmt. Außer der Hollywoodschaukel, die ist stehengeblieben."

Bildergalerie Unwetter in Sachsen: Überschwemmte Straßen und Keller

In Sachsen tobten Dienstagabend heftige Unwetter. Dabei wurden zahlreiche Straßen überschwemmt, wie hier im Vogtland. Bildrechte: Bernd März
Wasser fließt über eine Straße in Schloditz bei Stöckig. Bildrechte: B&S
Das Bett des Friesenbachs in Chrieschwitz bei Plauen konnte die Wassermassen nicht mehr fassen. Bildrechte: B&S
In Oelsnitz im Vogtland standen mehrere Straßen unter Wasser. Ein Teich am Voigtsberger Schloss ist über die Ufer getreten. Mehrere Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Bildrechte: TeleNewsNetwork
Auch in Bösenbrunn im Vogtland musste die Feuerwehr überflutete Straßen sichern und Keller auspumpen. Bildrechte: TeleNewsNetwork
Überschwemmungen gab es auch in Stöckigt im Vogtland. Diese Frau hat sich in Lebensgefahr begeben. Bildrechte: B&S
In Schwarzenberg im Erzgebirge setzte das Unwetter mehrere Straßen unter Wasser. Bildrechte: Daniel Unger
In Steinbach im Erzgebirge hat das Unwetter am Dienstagabend den Fluss über die Ufer treten lassen. Dabei wurde eine Person vom Wasser mitgerissen, wie die Polizei mitteilte. Bildrechte: André März
Die Feuerwehr hat in Steinbach Seile über die Wasseroberfläche gespannt, um die vermisste Person zu finden. Bildrechte: André März
Die Feuerwehr ist mit zahlreichen Einsatzkräften in Steinbach, um Keller auszupumpen und Geröll von den Straßen zu entfernen. Bildrechte: Bernd März
Zwischen Meißen und Scharfenberg hatte sich eine Schlammlawine von den Elbhängen gelöst und war auf die B6 gerutscht. Ein Fahrzeug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Verletzt wurde niemand. Bildrechte: Erik Hoffmann
Die Feuerwehr reinigte noch in der Nacht die B6 bei Meißen vom Schlamm, um sie wieder befahrbar zu machen. Bildrechte: Erik Hoffmann
Nachdem das Wasser in einer Werkstatt in Oelsnitz abgeflossen ist, bleibt viel Schlamm auf dem Boden zurück. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Auch in Plauen gab es Überschwemmungen. Straßen mussten gesperrt werden. Die B173 vom Ortsausgang bis zur Autobahn war nicht mehr befahrbar. Wohnhäuser wurden geflutet. Mehr als hundert Helfer der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) waren insbesondere im Gebiet um den Friesenbach und um den Gondelteich im Einsatz.

Anwohner von Alt-Chrieschwitz im Stadtgebiet von Plauen berichteten, dass sie derartige Wassermassen innerhalb kürzester Zeit noch nicht erlebt hätten. Mehrere Häuser wurden überschwemmt. Objekte wurden mit Sandsäcken geschützt, das THW pumpte vielerorts das Wasser aus den Häusern. In einer Straße mussten die Anwohner in Sicherheit gebracht werden. Erst gegen zwei Uhr morgens entspannte sich nach Angaben der Stadt die Lage.

Rettungskräfte suchen nach abgetriebenen Mann

Schwer vom Unwetter betroffen war auch das Erzgebirge im Raum Annaberg. Besonders tragisch: In Steinbach wurde ein Mann von einer Sturzflut mitgerissen, die sich von der Preßnitz durch den Ort ergoss. Die Feuerwehr suchte bis in die Nacht hinein vergebens nach dem 51-Jährigen, am Mittwochmorgen setzten Polizei und Rettungskräfte die Vermisstensuche fort. Ein Hubschrauber ist außerdem angefordert, teilte die Polizei mit.

In der Region um Dresden beschränkten sich die Schäden vor allem auf umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste, wie die Polizei mitteilte. In der Nacht zum Mittwoch rückte die Dresdner Feuerwehr nach Angaben der Leitstelle zu mehr als 20 Einsätzen wegen des Unwetters aus. Neben Bäumen, die es beiseite zu räumen galt, mussten die Einsatzkräfte auch ein paar voll gelaufene Kellern auspumpen.

Zudem war die Bundesstraße 6 in Richtung Meißen stellenweise überflutet gewesen. Als sich dort eine Schlammlawine mit Geröll und Holz löste, wurde ein Auto beschädigt.

Heftigster Regen in Freiberg

Die heftigsten Niederschläge wurden laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in den vergangenen 24 Stunden in Freiberg gemessen. Dort fielen 44,4 Liter pro Quadratmeter. Im vogtländischen Weischlitz-Heinersgrün wurden 43,8 Liter pro Quadratmeter gemessen. Für Ostsachsen rechnet der DWD am Mittwoch weiter mit einzelnen Gewittern. Am Donnerstag können vom Vogtland her ebenfalls einzelne Schauer und Gewitter über Sachsen ziehen - teils mit Starkregen.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Nachrichten | 14. Juli 2021 | 06:00 Uhr