Nato-Manöver in Osteuropa US-Militärkonvois rollen durch Sachsen

Inmitten der Spannungen zwischen dem Westen und Russland hat das US-Verteidigungsministerium ein weiteres Militär-Manöver in Osteuropa angekündigt. Dazu werden Hunderte Fahrzeuge und Soldaten in die Slowakei verlegt. Auf ihrem Weg dorthin durchqueren sie auch Sachsen. Bundeswehr und Polizei unterstützen den Transport. Schon am Samstag sollen die ersten Fahrzeuge durch den Freistaat rollen.

Militärfahrzeuge der US-Army stehen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.
Die US-Armee bereitet im bayrischen Grafenwöhr die Verlegung von Truppenteilen nach Rumänien vor. Bildrechte: dpa

Durch Sachsen werden von Samstag an Dutzende Militärfahrzeuge der US Army rollen. Nach Informationen des MDR verlegen die US-Streitkräfte insgesamt rund 500 Fahrzeuge und eine unbestimmte Zahl Soldaten über Tschechien in die Slowakei.

Bundeswehr und Polizei unterstützen Transporte

Nach Angaben der Bundeswehr werden bis zum 26. Februar täglich mehrere Konvois mit jeweils bis zu 20 Fahrzeugen erwartet. Alle Truppenbewegungen innerhalb von Deutschland sollen demnach von der Bundeswehr unterstützt und der Polizei koordiniert und abgesichert werden. Um den Straßenverkehr nicht zu behindern, sollen die Fahrten über Nacht stattfinden.

Nato probt den Ernstfall in Osteuropa

Die Truppenbewegungen sind Teil des jährlichen Nato-Manövers "Saber Strike" (deutsch: Säbelhieb), welches ab Mitte Februar in Osteuropa abgehalten werden soll. In den vergangenen Jahren fand die Übung im Baltikum und Polen statt. Im Jahr 2018 nahmen 18.000 Soldaten aus 19 Nato- und Nicht-Nato-Staaten daran teil. Durchgespielt wird die Abwehr einer möglichen russischen Invasion in Osteuropa. Gefördert werden soll die Kooperation der Verbündeten untereinander.

Bordeinsatzkompani auf dem Weg zu einem Schiff 7 min
Bildrechte: NATO Allied Maritime Command

Manöver mit Botschaft an Russland

"Saber Strike" gehört zu einer Reihe regelmäßiger Manöver in der Region, wie etwa "Noble Jump" ("Ausgezeichneter Sprung") oder "Flaming Thunder" ("Flammender Donner"). Allen gemein ist die Botschaft an Russland, dass eine Intervention in einem Nato-Staat schwerwiegende Folgen hätte. Zugleich signalisiert die Nato damit ihren Partnern in Osteuropa Bündnistreue. Auch Russland führt derzeit ein groß angelegtes Manöver gemeinsam mit Belarus durch. Experten gehen davon aus, dass die russischen Soldaten nach dem Ende des Manövers in Belarus bleiben werden.

Bundeswehr kommandiert in Litauen

Nach der Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim hatte die Nato 2017 ihre Präsenz an der Grenze zu Russland verstärkt. In Polen, Litauen, Lettland und Estland sind seitdem je 1.000 Nato-Soldaten regelmäßig stationiert. Das multinationale Bataillon in Litauen wird von der Bundeswehr geführt. Rund 550 deutsche Soldaten sind beteiligt. Damit die Aktion nicht als dauerhafte Militärpräsenz gewertet werden kann, tauscht die Nato die Truppen alle sechs Monate aus. Angesichts der Spannungen mit Russland hat die Nato ihre Präsenz in Osteuropa in den vergangenen drei Wochen erneut verstärkt.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 10. Februar 2022 | 17:59 Uhr

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