Energiekosten Wohnungswirtschaft fordert Heizkostenzuschuss für alle

Die steigenden Energiepreise könnten sich bei den Mieterinnen und Mietern im kommenden Jahr auf der Nebenkostenabrechnung bemerkbar machen. Für Menschen mit geringem Einkommen hat die Bundesregierung aus diesem Grund einen Zuschuss geplant. Das reicht dem sächsischen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft nicht aus.

Auf Geldscheinen steht ein Stempel mit dem Schriftzug Heizkostenzuschuss
Heizkostenzuschuss? Wenn ja, dann für alle! Das ist zumindest die Meinung der Wohnungswirtschaft in Sachsen. Bildrechte: imago images/Steinach

Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen hat einen Heizkostenzuschuss für alle Mieter gefordert. Wie Verbandsdirektor Rainer Seifert am Montag mitteilte, sind nicht nur Empfängerinnen und Empfänger von Wohngeld von den steigenden Energiekosten betroffen. Die Preissteigerungen hätten Auswirkungen auf die Nebenkosten vieler Mieterinnen und Mieter. Auch für die Mitte der Gesellschaft werde das mehr und mehr zu einem ernsten Problem, so Seifert.

Mehrkosten erst im kommenden Jahr spürbar

Die steigenden Energiekosten würden Mieterinnen und Mieter erst im kommenden Jahr spüren, meint Seifert. "Die exorbitanten Preissteigerungen – zum Beispiel für Gas – werden erst in der Betriebskostenabrechnung im kommenden Jahr voll durchschlagen, dann droht sehr vielen Haushalten ein böses Erwachen", sagte er weiter. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, drohe "sehr gefährlicher sozialer Sprengstoff".

Was ist der Heizkostenzuschuss?

Der Heizkostenzuschuss der Bundesregierung sieht vor, dass Menschen, die im Zeitraum von Oktober 2021 bis März 2022 mindestens einen Monat Wohngeld bezogen haben, automatisch einen Heizkostenzuschuss bekommen sollen.

Wer erhält den Heizkostenzuschuss?

Laut Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) sollen auch Auszubildende und Personen die BAFöG oder andere Ausbildungshilfen bekommen haben, den Zuschuss erhalten.

Wie hoch ist der Heizkostenzuschuss?

Laut BMFB wird die Höhe des Zuschusses nach Haushaltsgröße gestaffelt. Bei einer Person werden einmalig 135 Euro gezahlt. Zwei Personen sollen 175 Euro erhalten. Für jede weitere Person sind 35 Euro vorgesehen. Für Personen mit BAföG oder anderen Ausbildungsförderungen soll es einheitlich 115 Euro geben.

Ab wann kann der Heizkostenzuschuss beantragt werden?

Das Gesetz muss erst noch vom Bundestag beschlossen werden. Dies soll laut BMBF voraussichtlich am 1. Juni 2022 geschehen.

Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen vertritt eigenen Angaben zufolge knapp 130 Wohnungsunternehmen, die mit über 300.000 Wohnungen fast ein Viertel des Mietwohnungsbestandes in Sachsen bewirtschaften.

MDR (mar)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 07. Februar 2022 | 16:00 Uhr

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