Naturschutz Haussperling bei Vogelzählung in Sachsen am häufigsten entdeckt

Seine Schönheit ist eher schlicht, sein Gesang alles andere als melodisch. Dafür kennt ihn jedes Kind - sogar in der Stadt: den Haussperling oder Spatz. Laut Nabu-Vogelzählung ist er der häufigste Vogel in Sachsen. Bis zum 17. Januar können Naturfreunde noch ihre Sichtungen online melden.

Männlicher Spatz mit grauem, kastanienbraun eingefassten Scheitel, weißen Wangen und einem schwarzen Latz
Frech und munter - so kennen die Menschen auf dem Land und in der Stadt den Haussperling. Bildrechte: imago/Oliver Willikonsky

Sprichwörtlich auf Platz 1 gelandet, ist der Haussperling bei der Aktion "Stunde der Wintervögel" in Sachsen. Laut Naturschutzbund Sachsen (Nabu) haben mehr als 6.000 Menschen vom 6. bis 9. Januar Vögel beobachtet, bestimmt und den Umweltschützern gemeldet. Am häufigsten wollen sie dabei den Haussperling entdeckt haben. Laut dem Standardwerk "Brutvögel in Sachsen" des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie kommt der schlicht braun-grau-gescheckte Singvogel im gesamten Freistaat ganzjährig vor. Lediglich in den Höhenlagen des Erzgebirges fehlt er stellenweise. Rund um Siedlungen fühlt sich der Spatz - wie er auch genannt wird - besonders wohl, im Wald ist er seltener zu finden, wissen die Ornithologen.

Haussperling fühlt sich in menschlicher Nähe wohl

Der Haussperling ist ein klassischer Kulturfolger des Menschen, der gerne in Ritzen und Spalten von Häusern brütet und dabei nicht selten waghalsige Flugeinlagen zeigt, um etwa in sein Nest unter Dachschiefern oder in Mauerritzen zu kommen. In Metropolen sind manche Haussperlinge so zahm, dass sie schon mal Brotkrümmel aus der Hand stibitzen. Dem Trend zum Stadthuhn folgend, bedient sich der Spatz auch gerne an Futtertrögen und hat keine Hemmung, direkt im Hühnerstall nach Fressbarem zu suchen. Wegen seiner Verbreitung kennt den Haussperling vermutlich jedes Kind - und das nicht nur auf dem Dorf.

Naturfreunde waren aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel an Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Die dabei gesammelten Daten seien für den Vogelschutz äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt in Siedlungen geben können, so der Nabu. Da noch bis zum 17. Januar die Zählergebnisse gemeldet werden können, sind die Daten und Analysen derzeit nur vorläufig.

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Jedes Jahr ruft der Naturschutzbund Deutschland dazu auf, die Vögel im Winter eine Stunde lang zu zählen. Hier erfahren Sie, wie das am besten geht.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mi 08.01.2020 16:00Uhr 00:50 min

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Kohlmeise und Feldsperling ebenfalls oft beobachtet

Nach dem Haussperling wurden Kohlmeise und Feldsperling den Angaben zufolge besonders häufig gesichtet. Haus- und Feldsperling lassen sich besonders an einem Merkmal unterscheiden: Der Feldsperling hat einen dunklen Fleck auf der Wange, der beim Haussperling fehlt.

Ein Feldsperling sitzt auf einem Zweig
Der Feldsperling ist auch außerhalb von Siedlungen verbreitet und trägt einen dunklen Fleck auf der Wange. Bildrechte: imago/blickwinkel

Quelle: MDR(lam)/dpa

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