Tour im Freien Wandern in Sachsens Wäldern - das gibt es zu beachten

Das Wochenende wird heiß. Der Sommer hat Sachsen erreicht. Ein abkühlender Wanderausflug in die sächsischen Wälder dürfte für viele eine willkommene Freizeitbeschäftigung sein. Doch beim Wandern im Wald gibt es einiges zu beachten.

Der Wald zeigt sich in sattem Grün
Bildrechte: IMAGO / Rene Traut

Wald kann sich erholen

Den sächsischen Wäldern geht es verhältnismäßig gut. Das nasskalte Frühjahr sei für die Wälder und auch die Forstwirtschaft äußerst positiv gewesen, sagt Renke Coordes, der Sprecher des Sachsenforsts. Die oberen Bodenschichten seien gut durchfeuchtet worden und viele Bäume haben ihre Abwehrkräfte zurückgewinnen können. Schädlinge hatten sich weniger stark entwickeln können und auch die jungen Bäume seien gut angewachsen. Doch mit der Wärme beginne jetzt auch die vermehrte Ausbreitung des Borkenkäfers.

Dr. Renke Cordes von Sachsenforst an einem Computer
Bildrechte: Bettina Wobst/MDR

Bei den hohen Temperaturen schwärmen Borkenkäfer intensiv aus. Jetzt kommt es darauf an, den frischen Befall der Käfer an den Bäumen rechtzeitig zu erkennen und dann die befallenen Bäume zu fällen und zu entrinden oder aus den Wäldern herauszutransportieren, sodass die Käfer, die sich darin entwickeln, keine Gefahr mehr für die anderen Bäume darstellen.

Renke Coordes Sprecher Staatsbetrieb Sachsenforst

Vorsicht bei Waldarbeiten und in Schadwäldern

So könne es auch auf Wanderwegen durch den Wald immer wieder vorkommen, dass Waldarbeiten durchgeführt werden müssen. Das könne zu einer zeitweisen Sperrung der Wege führen, denn für Besucherinnen und Besucher bestehe Lebensgefahr, so Coordes.

Beim Waldbesuch ist immer Vorsicht und Umsicht geboten. Jeder betritt den Wald auf eigene Gefahr. So eine Sperrung sollte man zum eigenen Schutz unbedingt beachten.

Renke Coordes Sprecher Staatsbetrieb Sachsenforst

Das betrifft vor allem das Oberlausitzer Bergland und die mittelsächsischen Regionen. Hier kam es zu ganz intensiven Schäden. Hier müsse noch viel saniert werden. Eine Sonderrolle spielt außerdem der Nationalpark Sächsische Schweiz, eines der beliebtesten Wander- und Ausflugsziele in Sachsen. In den Kernbereichen sollen die Wälder weitgehend der Natur überlassen werden. Das bedeutet auch, dass es immer wieder zu unpassierbaren Wegen kommen kann. Über die aktuelle Situation der Wanderwege in der Sächsischen Schweiz sowie über sichere und freie Routen informiert die Nationalparkverwaltung im Internet.

Trotz des ausgiebigen Niederschlags im April und im Mai konnte sich der Wald nur bedingt erholen. Die unteren Bodenschichten seien nach wie vor ausgetrocknet. Das reiche nicht, um die äußerst trockenen vergangenen Jahre auszugleichen, es fehle also immer noch an Reserven. Ob dieses Jahr für die sächsischen Wälder tatsächlich ein gutes war, wird man wohl erst nach dem Sommer einschätzen können. Und noch ein weiteres Problem kommt mit heißen Temperaturen hinzu: Die Gefahr von Walbränden steigt.

Waldbrandgefahr nimmt zu

Bisher wurden in diesem Jahr erst sieben Waldbrände vom Sachsenforst verzeichnet. Eine äußerst positive Zahl, bedenkt man, dass 2020 im selben Zeitraum bereits mehr als 50 Waldbrände registriert wurden. Dennoch rechnet der Sachsenforst vielerorts mit einer stark erhöhten Waldbrandgefahr. Renke Coordes sieht vor allem in den nördlichen Gebieten des Freistaats ein sehr großes Gefahrenpotenzial - also im Norden des Kreises Nordsachsen und in den Nordteilen der Landkreise Bautzen und Görlitz. Vermutlich gelte bald mit Ausnahme des Erzgebirges und des Vogtlands die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Vereinzelt könne es sogar dazu kommen, dass Landratsämter den Zugang zum Wald beschränken müssen.

Waldbrände vermeiden

  • Offenes Feuer, z. B. durch Grillen, Lagerfeuer oder Rauchen ist grundsätzlich verboten, das gilt bis zu 100 Meter um Waldgebiete
  • Zufahrtswege dürfen, z. B. durch parkende Fahrzeuge, nicht blockiert werden
  • Heiße Katalysatoren von Autos können auf trockenem Untergrund Waldbrände verursachen
  • Bei Entdecken eines Waldbrandes ist unverzüglich ein Notruf abzusetzen

Auch wanderfreudige Besucherinnen und Besucher können zu einem gesünderen Wald beitragen.

Tipp I: Gut vorbereitet ins Erzgebirge

In jeder Region in Sachsen gibt es tolle Wanderwege. So empfiehlt der Tourismusverband Erzgebirge beispielsweise, sich einmal bei Eibenstock, rund um die Köhlerstadt Sose, auf die Spuren des Köhlerhandwerks zu begeben oder - besonders für Einsteiger geeignet - rund um die Uhrenstadt Glashütte auf Wanderschaft zu gehen. Über aktuelle Sperrungen und Touren könne man sich im Internet informieren. Auch die coronabedingten Schließungen von Gaststätten entlang der Wanderrouten seien noch nicht vollends wieder aufgehoben.

Zum Glück sind viele Gaststätten seit Mitte Juni wieder offen, aber noch nicht alle. Man sollte sich vorher digital informieren, ob geöffnet ist. Wir empfehlen auf jeden Fall Rucksack-Verpflegung. Es ist besser, man hat ein Lunch-Paket dabei. Und auch das Trinken nicht vergessen!"

Birgit Knöbel zuständig für Wandern und Qualität beim Tourismusverband Erzgebirge

Birgit Knöbels Empfehlungenen haben aber sicher für ganz Sachsen Gültigkeit: Wetterfeste Kleidung, wie Regenjacken und festes Schuhwerk, sind wichtig.

Das ist der Unterschied zwischen Wandern und Spazierengehen. Beim Wandern bereitet man sich vor und beim Spazierengehen geht man einfach raus und läuft ein Stück.

Birgit Knöbel, zuständig für Wandern und Qualität beim Tourismusverband Erzgebirge

Tipp II: Tourentester in Meißen gesucht

Ein besonderes Angebot gibt es für wanderfreudige Sachsen im Landkreis Meißen. Hier können in den kommenden Wochen die Wanderwege mitgestaltet werden. Der Landkreis und der Tourismusverband Elbland Dresden wollen die "Wanderlieblinge" der Region verbessern. Die Region habe viele Wanderwege. Nicht immer seien diese aber ausreichend markiert und beschildert, sagt Sindy Vogel, Geschäftsführerin des Verbandes. So wurden nun aus mehr als 40 Wanderwegen, die von Kommunen aus der Region vorgeschlagen wurden, insgesamt zwölf ausgewählt, die nun von Wanderern getestet werden können. Zwischen dem 18. Juni und dem 4. Juli können Interessierte auf einer Website Karten und detaillierte Wegbeschreibungen herunterladen. Nach dem Wandern sollen sie eine kurze Umfrage mit folgenden Fragen beantworten.

Was ist der Lieblingsweg? Warum ist das der Lieblingsweg? Was gefällt an dem Weg und was kann gegebenenfalls auch noch verbessert werden?

Sindy Vogel Geschäftsführerin Tourismusverband Elbland Dresden

Anhand der Rückmeldungen sollen dann Wegeverläufe angepasst und Markierungen begonnen werden. Schon im kommenden Jahr könnten dann die ersten Ergebnisse des Wanderwege-Tests präsentiert werden.

Grünes Licht also für alle Wanderbegeisterten. Gut informiert und mit der Waldbrandgefahr im Hinterkopf steht ausgiebigen Wander-Wochenenden in Sachsen nur wenig im Weg.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Guten Morgen Sachsen | 17. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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