Schutz der Wälder Waldbrandsaison startet - Sachsenforst und Wetterdienst beziehen Stellung

Mit dem meteorologischen Frühlingsbeginn beginnt in Sachsen am 1. März auch die Waldbrandsaison. Dann haben Sachsenforst und Deutscher Wetterdienst wieder ein besonderes Auge auf Sachsens Wälder. Doch ist das jetzt schon notwendig? Schließlich ist der Schnee gerade mal erst weggetaut.

Feuerwehrleute löschen den brennenden Waldboden.
Wie hier bei Wittichenau kommt es immer wieder zu Waldbränden in Sachsen. Die trockenen Kiefernwälder in der Lausitz stehen unter besonderer Beobachtung, ebenso die Region Nordsachsen. (Archivbild) Bildrechte: Lausitznews

Drohen jetzt schon Waldbrände?

Im Prinzip schon, sagt Falk Böttcher, Agrarmeteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Er beschreibt die aktuelle Situation folgendermaßen: "Obwohl es in den Wintermonaten im Flächenmittel in Sachsen keinen ausreichenden Niederschlag gab, sind die oberen Bodenschichten ausreichend mit Wasser gefüllt." Die milden Temperaturen, der Wind und die Sonne der vergangenen Tage führten jedoch dazu, dass die Streuschicht des Waldes und die oberen Bodenschichten schnell austrocknen. "Und die sind entscheidend für die Waldbrandgefahr", betont Böttcher. Die gespeicherte pflanzenverfügbare Wassermenge in leichten Böden sei in der letzten Woche bereits wieder um zehn Prozent gesunken.

Der aktuelle Ausblick lässt erwarten, dass der März etwas zu mild und niederschlagsarm beginnen wird. Dadurch kann die Waldbrandgefahr auch früh im Jahr schnell steigen.

Falk Böttcher Agrarmeteorologe beim Deutschen Wetterdienst

Was bedeutet eigentlich Waldbrandsaison?

Ab dem 1. März informieren Sachsenforst und der Deutsche Wetterdienst wieder über die örtliche Waldbrandgefahr in Sachsen. Sie weisen bis Ende Oktober tagesaktuell Waldbrandgefahrenstufen für 31 Regionen im Freistaat aus. Diese sind auch mobil über die App "Waldbrandgefahr Sachsen" für den jeweiligen Standort abrufbar, samt Prognose für drei Tage, Tipps zum richtigen Verhalten und Notruf-Funktion.

Welche Funktionen hat die App "Waldbrandgefahr Sachsen"?

Waldbesucher, -besitzer und im Wald tätige Forstdienstleister können darin schnell und unkompliziert auf Informationen zur örtlichen Waldbrandgefahrensituation und zum richtigen Verhalten vor und im Brandfall zugreifen. Die App verfügt über eine GPS-gestützte Standortermittlung. Dadurch sind die exakte Position des Brandortes und der nächstgelegene Rettungspunkt im Wald leicht zu ermitteln. Die "brandneuen" App-Version verwendet eine neue Farbskala und schafft somit Barrierefreiheit für Benutzer mit einer Grün-Rot-Sehschwäche. Außerdem gibt es jetzt eine Push-Funktion, die automatisch über eine Erhöhung oder Verringerung der Waldbrandgefahr informiert.

Wolfram Günther
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther ruft die Menschen vor Beginn der Waldbrandsaison zur Vorsicht auf. Bildrechte: dpa

Die sächsischen Wälder standen in den letzten Jahren unter starkem Stress. Borkenkäfer, Stürme und Dürre haben bereits riesige ökologische und wirtschaftliche Schäden verursacht. Auch vor diesem Hintergrund lautet meine dringende Bitte, sich verantwortungsvoll zu verhalten, im Wald nicht zu rauchen, kein Feuer zu machen und nur auf ausgewiesenen Parkplätzen zu parken.

Wolfram Günther Landwirtschaftsminister Sachsen

Was kann ich zum Schutz des Waldes tun?

  • kein offenes Feuer im Wald und in dessen Nähe (bis in 100 Meter Entfernung) - das gilt in Sachsen ganzjährig
  • Rauchen, Grillen oder das Zünden von Lagerfeuern sind ebenfalls ganzjährig verboten (Ausnahmen werden durch die zuständigen unteren Forstbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte genehmigt)
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Achtung: aufgeheizte Katalysatoren von abgestellten Fahrzeugen sind eine Gefahr auf trockener Bodenvegetation aus
  • Wer einen Waldbrand entdeckt, ist verpflichtet, unverzüglich einen Notruf abzusetzen.

Wie viele Waldbrände gab es in den vergangenen Jahren?

Im vergangenen Jahr sind in Sachsen 109 Waldbrände registriert worden. Wie der Staatsbetrieb Sachsenforst wurden dabei fast 33 Hektar Wald vernichtet. Das war weniger als in den beiden Jahren zuvor. 2018 fielen bei 195 Bränden 240 Hektar Wald den Flammen zum Opfer, 2019 gab es 153 Brände mit einer Schadensfläche von 41,5 Hektar.

Brand im Nationalpark Sächsische Schweiz
Im Hitzesommer 2018 hat es in der Kernzone der Sächsischen Schweiz einen großen Brand gegeben. Rettungseinsätze sind hier besonders schwierig. Bildrechte: Daniel Förster

Was sind die häufigsten Ursachen für Waldbrände?

Laut Sachsenforst sind die meisten Brände auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Nur zwei Feuer im Jahr 2020 hätten demnach eine natürliche Ursache wie Blitzeinschlag gehabt. 82 seien aus Fahrlässigkeit entstanden, elf wurden gelegt, und in 14 Fällen sei der Grund unklar geblieben. Auch Waldschäden Borkenkäfer-, Sturm- und Dürreschäden erhöhen die Gefahr.

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Quelle: MDR/bj/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.02.2021 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

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