Datenerhebung Umweltminister gibt Startschuss für Waldinventur in Sachsen

Sachsens Wald hat es nicht leicht. Seit Jahren setzen ihm Dürreperioden, Stürme und der Borkenkäfer kräftig zu. Gleichzeitig gibt es aufgrund der weltweiten Knappheit eine große Nachfrage nach Holz. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger zu wissen, in welchem Zustand sich der Wald in den verschiedenen Regionen des Freistaates befindet. Die Bundeswaldinventur soll diese Daten liefern. Im Forstbezirk Leipzig startete jetzt die nächste Erhebung der Daten.

Forstminister Wolfram Günther will die Ergebnisse der Bundeswaldinventur nutzen, um den sächsischen Wald noch besser schützen zu können (Archivbild). Bildrechte: dpa

Im "Hochweitzschener Wald" bei Döbeln hat Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) am Mittwoch gemeinsam mit Landesforstpräsident Utz Hempfling den Startschuss zur vierten Bundeswaldinventur im Freistaat gegeben. In Zeiten des Klimawandels und der zunehmenden Holzknappheit soll sie einen Überblick ermöglichen, wie es dem Wald geht und wie er sich in Zukunft nachhaltig nutzen lässt.

Experten nehmen Stichproben an 5.000 Orten in Sachsen

Nach Angaben des sächsischen Umweltministeriums werden dazu speziell geschulte Förster bis Ende 2022 stichprobenartig rund 150 Einzeldaten an reichlich 5.000 Orten in den sächsischen Wäldern erheben. Die Inventur ist dabei eigentumsübergreifend, was bedeutet, dass beispielsweise neben dem Staatswald auch der Privatwald erfasst wird.

 "Ein Mountainbike-Fahrer kommt in einem grünen, sonnendurchfluteten Wald einen Weg herabgefahren."
Der Wald ist ein wichtiger Erholungsort für den Menschen. Per Rad oder zu Fuß suchen sie wie hier im Erzgebirge einen Ausgleich zum stressigen Alltag. Bildrechte: Tourismusverband Erzgebirge

Wald fit für den Klimawandel machen

"Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für die wald-, handels-, wirtschafts-, und umweltpolitischen Entscheidungen zur integrativen naturgemäßen Waldbewirtschaftung, nachhaltigen Nutzung und zum Schutz des Waldes", sagte Wolfram Günther. Die Inventur liefere eine breite Datenbasis, um den Wald besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen, so der Minister.

Waldfläche, Holzvorrat und Totholz im Überblick

Im Detail geben die gesammelten Daten unter anderem Auskunft über die Entwicklung der Waldfläche, den Holzvorrat und den Anteil von sogenanntem Totholz. Darüber hinaus wird mit den Ergebnissen eingeschätzt, welche schützende Wirkung der sächsische Wald auf das Klima hat. Im ersten Quartal 2024 sollen die Ergebnisse der Inventur vorliegen. Die Bundeswaldinventur findet alle zehn Jahre in ganz Deutschland statt.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 26. Mai 2021 | 09:30 Uhr

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