Gewerkschaft Weiter Warnstreiks in sächsischer Metall- und Elektroindustrie

Eine Fahne der Gewerkschaft IG-Metall
Die IG Metall hat zu Warnstreiks in Sachsen aufgerufen. Die Gewerkschaft will bei Tarifgesprächen eine Angleichung der Löhne in Ostdeutschland an die in Westdeutschland erreichen. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft IG Metall setzt heute ihren Arbeitskampf in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie fort. Unter anderem wird die Firma "Robert Bosch" in Sebnitz bestreikt. IG-Metall-Sprecher Uwe Garbe sagte MDR SACHSEN, mit dem Streik wolle man den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die Ost-Einkommen an das Westniveau anzugleichen.

Viele der 460 Beschäftigten der Sebnitzer Werkzeug-Firma seien dem Streikaufruf der Gewerkschaft gefolgt. Die Geschäftsführung habe Probleme, die Produktion am Laufen zu halten. Genau Angaben, wie viele Mitarbeiter in den Ausstand getreten sind, konnte der Gewerkschaftssprecher nicht machen. Auch in Leipzig sind Beschäftigte im Porsche-Werk dazu aufgerufen, den ganzen Tag ihre Arbeit niederzulegen.

Dritter Streiktag in Folge

Bereits seit Dienstag werden in verschiedenen Betrieben in Sachsen Warnstreiks abgehalten. Den Beginn machten die Mitarbeiter bei BMW in Leipzig. Weitere Aktionen gab es bei Vitesco in Limbach-Oberfrohna und bei Clarios in Zwickau. Am Mittwoch wurde beim Aufzüge-Hersteller Schindler und bei GF Casting Solutions gestreikt.

Grund für die Warnstreiks war den Angaben zufolge die ergebnislose Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie mit dem sächsischen Arbeitgeberverband. Die Arbeitgeber hätten erklärt, dass sie "mit der IG Metall auch weiterhin nicht über die regionale Forderung, das Tarifliche Angleichungsgeld, ergebnisorientiert verhandeln wollen", hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Gerichtsentscheid für Warnstreiks

Im Vorfeld der Warnstreiks hatte der Arbeitgeberverband versucht, mit gerichtlichen Mitteln die Arbeitsniederlegungen in der laufenden Tarifrunde zu verhindern. Das Arbeitsgericht Leipzig hatte dem Antrag des Arbeitgeberverbandes per Einstweiliger Verfügung stattgegeben. Die IG Metall hatte daraufhin die Warnstreiks abgesagt und Berufung eingelegt. Das Landesarbeitsgericht in Chemnitz entschied am 16. April zugunsten der Gewerkschaft.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | im Regionalreport aus dem Studio Dresden | 22. April 2021 | 06:30 Uhr

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