Porträt Der Neue in Sachsens Innenministerium: Wer ist Armin Schuster?

Nach der Entlassung Roland Wöllers aus dem Amt des Innenministers wurde sein Nachfolger genannt: Armin Schuster. Vielen in Sachsen ist der Name nicht geläufig, obwohl Schuster als Chef des Bundesamts für Katastrophenschutz auch für die Bewohner in Sachsen zuständig ist. Ab nächster Woche ist er der neue Innenminister und Sportverantwortliche im Freistaat.

Armin Schuster, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Armin Schuster (CDU) wird neuer Innenminister in Sachsen. Bildrechte: dpa

Armin Schuster stammt aus Andernach in Rheinland-Pfalz und wuchs in Kehl/Baden auf. Er ist Diplom-Verwaltungswirt und war in leitenden Positionen bei Bundesgrenzschutz und Bundespolizei tätig. Im Jahr 1987 trat er in die CDU ein. Von 2009 bis 2020 gehörte er dem Bundestag an. Der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter war Abgeordneter des Wahlkreises Lörrach-Mühlheim nahe des Dreiländereckes zu Frankreich und zur Schweiz. Dort hat er bislang auch seinen Wohnsitz.

Quereinsteiger aus der Bundespolizei

Im Bundestag engagierte sich Schuster unter anderem als Obmann seiner Fraktion im Innenausschuss und im Untersuchungsausschuss zur NSU-Terrorgruppe und leitete zeitweise den Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz.

In Berlin hieß es, dass sich Schuster als Quereinsteiger in der Politiker nicht so stark auf Parteinetzwerke verlassen konnte wie andere CDU-Abgeordnete. Als Vorsitzender des parlamentarischen Kontrollgremiums, das die Arbeit der Geheimdienste überwacht, wirkte er eher fernab der Kameras. Zudem tagt das Gremium geheim.

Nach Kritik an Merkel leer ausgegangen

Nachdem Hans-Georg Maaßen in Ungnade fiel, war Schuster als Nachfolger im Gespräch für das Amt als Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Doch seine Kritik an der Flüchtlingspolitik der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll ein Grund dafür gewesen sein, dass es Schuster am Ende nicht wurde. Er gilt innerhalb seiner Partei als Konservativer und wurde immer wieder als innenpolitischer Hardliner betrachtet.

Armin Schuster Horst Seehofer Reform während Pressekonferenz.
Mit Ex-Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU, re.) konnte Armin Schuster offenbar besser als mit Seehofers Amtsnachfolgerin Nancy Faeser (SPD). Bildrechte: dpa

Was der Wechsel nach Sachsen bedeuten könnte

Beobachter werten Schusters Wechsel nach Sachsen möglicherweise auch als Befreiungsschlag. Denn nachdem ihn Horst Seehofer Ende 2020 zum Leiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemacht hatte, schob Schuster zwar viele neue Projekte an. Zwischen ihm und der neuen Hausleitung, der inzwischen die SPD-Politikerin Nancy Faeser als Bundesinnenministerin vorsteht, lief es nicht immer rund.

Innenpolitiker sagen, Schuster habe in seiner kurzen Zeit als Präsident der Bonner Behörde schon positive Veränderungen angestoßen. "Armin Schuster war ein sehr guter und verlässlicher Ansprechpartner für die Belange des Katastrophenschutzes in Deutschland", sagt die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic.

MDR (kk)/dpa/KNA

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 22. April 2022 | 19:00 Uhr

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