Schnee & Schneeregen ADAC: Sachsen sollten in den Wintermodus schalten

Wer in Sachsens Bergregionen zuhause ist, würde den Schnee vom 1. Advent noch nicht als Winter bezeichnen - Meteorologen und Flachländer dagegen schon. Die ersten Glätteunfälle gab es bereits. Höchste Zeit in den Wintermodus zu schalten, rät der ADAC allen Verkehrsteilnehmenden.

Ein orangefarbenes Winterdienstfahrzeug ist umgekippt und liegt am Straßenrand. Die Ladung Streusalz hat sich auf einem Feld ausgebreitet. Der Unfall passierte am Montagfrüh, 29. November 2021 in der Nähe von Görlitz.
Auf der Verbindungsstraße zwischen Friedersdorf und Markersdorf bei Görlitz ist am frühen Montagmorgen ein Winterdienstfahrzeug umgekippt. Die Ladung Streusalz landete auf einem Feld. Bildrechte: Danilo Dittrich

Fast alle Wetterstationen in Sachsen haben am Montag Schneeregen oder Schnee gemeldet. Besonders glatt war es in den frühen Morgenstunden, dadurch gab es mehrere Unfälle. Bei Görlitz war ein Winterdienstfahrzeug von der glatten Straße abgekommen und in einen Graben gerutscht. Dort hatte es um Zeitpunkt des Unfalls geschneit. Der Rettungsdienst musste den Winterdienstmitarbeiter und dessen Beifahrerin leicht verletzt ins Krankenhaus bringen. Der Sachschaden betrug laut Polizeidirektion Görlitz 50.000 Euro.

Dezember startet unbeständig

Laut MDR-Wetterstudio soll es auch am späten Nachmittag und nachts gelegentlich Schneeregen oder leichten Schneefall geben bei Temperaturen zwischen minus 1 Grad Celsius in Chemnitz und plus 2 Grad in Torgau. Nachts fallen die Tiefstwerte demnach auf bis minus 6 Grad. Der Dienstag soll mit weiterem, teils kräftigen Schneefall beginnen, so die MDR-Wetterredaktion. Später werde das Ganze in Regen übergehen. Am Mittwoch wird es etwas milder, aber unbeständiger mit Wolken, Regen, Wind und auch mal Sonne, so die Wettervorhersage.

Jetzt in Wintermodus schalten

Fahrrad- und Autofahrer sollten bei solchen Wettervorhersagen hellhörig werden "und mehr Vorsicht walten lassen", sagt der Sprecher des ADAC Sachsen, Florian Heuzeroth. Er rät allen Verkehrsteilnehmenden auch zum Fahren mit mehr Abstand, weil Bremswege bei Glätte länger sind.

Das aktuelle Wetter ist besonders tückisch, weil viele die Glätte auf den Straßen unterschätzen und noch keine Wintergedanken haben. Doch der Winter wird auf jeden Fall kommen.

Florian Heuzeroth ADAC-Sprecher Sachsen

Ein Mann mit blauer Jacke geht mit einem Hund auf einem Feld spazieren. Der Boden ist dabei mit einer dünnen Schneedecke überzogen.
So wie hier in Rugiswalde in der Sächsischen Schweiz war der Boden vielerorts in Sachsen mit einer dünnen Schneedecke überzogen. Bildrechte: dpa

Tipps für den Winter-Check

  • Winterreifen sollten aufgezogen sein und mindestens drei bis vier Millimeter Profiltiefe haben. Wer noch keine Winterreifen montiert hat, sollte handeln.
  • Batterie, Ölstand, Frostschutz im Kühlsystem und in der Scheibenwaschanlage checken und ggf. nachfüllen.
  • Beleuchtung sollte überprüft (Lichttest?) und angepasst sein.
  • Handfeger, Eiskratzer und Decke im Auto parat haben.
  • Türschlossenteiser nicht im Handschuhfach lagern.
  • Gummidichtungen an Autotüren mit silikonhaltigem Schmiermittel pflegen, damit die Türen bei Frost nicht einfrieren.

Und was ist mit Allwetterreifen?

Allwetterreifen, auch Ganzjahresreifen genannt, gelten als Allrounder. Der ADAC empfiehlt sie für Flachlandregionen wie beispielsweise Leipzig, aber nicht für diejenigen, die im Erzgebirge oder in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge unterwegs sind. "Ich würde im tiefen Winter damit keine Fernstrecken fahren. Unsere Experten sagen immer, die Reifen sind wie Winterübergangsjacken, eben ein Mittelding", meint ADAC-Sprecher Heuzeroth im Gespräch mit MDR SACHSEN.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 29. November 2021 | 19:00 Uhr

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