Wettervorhersage Schneesturm und Kälte: Meteorologen erwarten "chaotisches Wochenende"

Eine Illustration zeigt eine Schneewarnung für Sachsen an.
Wetterexperten erwarten ab Sonnabend viel Schnee, Eisregen und Sturm in Teilen in Sachsens. Wo genau die Schneefallgrenze liegt, ist noch unklar. Der rote gekennzeichnete Bereich im Bild oben könnte vom Winterchaos betroffen sein. Bildrechte: MDR/Panthermedia/Alhovik/Olaf/Naami

Voller Wintereinbruch erwartet

In der zweiten Tageshälfte des Sonnabends kehrt der Winter nach Sachsen zurück. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet, dass sich ab Sonnabendmittag eine Schneefront vom Vogtland und dem Elbsandsteingebirge aus nach Norden ausbreitet - mit teils "intensiven Schneefällen" südlich von Leipzig und Dresden. Dann sollen die Temperaturen weiträumig in den Frostbereich fallen bis minus 8 Grad. Seit Samstagmittag schneit es von Süden kommend vermehrt. Ein Ostwind führt zu Schneeverwehungen. Ab dem Abend bis Sonntagvormittag geht der Schnee örtlich in Regen über und führt zu Glatteis auf den Straßen. Betroffen sollen vor allem die Regionen Vogtland, Westerzgebirge und der Raum Zwickau sein.

Die Wetterlage ist wirklich außergewöhnlich. Es beginnt noch relativ ruhig, aber wir erwarten ein sehr turbulentes Wochenende.

Michaela Koschak MDR-Wettermoderatorin

Deshalb ähnelt das Wetter dem Winterchaos von 1978/79

Wo ist die Schneegrenze genau?

Das Schneefallgebiet soll sich in der Nacht zu Sonntag immer weiter Richtung Norden ausbreiten. "Es können in weiten Teilen Sachsens 20 Zentimeter Neuschnee im Tiefland fallen. Ein kalter Wind aus Osten drückt die Temperaturen auf bis zu minus acht Grad und führt zu erheblichen Schneeverwehungen", kündigte ein DWD-Sprecher sein.

Laut MDR-Wetterstudio könnte es gebietsweise auch 30 Zentimeter Schnee im Tiefland geben. Wo genau die Schneegrenze in Sachsen liegen wird, ist aber noch unklar. "Generell ist die Wetterlage etwas chaotisch", hieß es.

Landratsamt Pirna mahnt zu Vorsicht

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat in einer Vorabinformation die Bevölkerung vorsorglich darum gebeten, "zur eigenen Sicherheit das Verlassen der häuslichen Umgebung möglichst ab Samstagnachmittag 16 Uhr" zu vermeiden und "ein netzunabhängiges Radiogerät mit ausreichend Batterien bereitstehen zu haben, denn unter Umständen kann es zu Stromausfällen kommen." Es müsse auch mit Einschränkungen im Regionalverkehr gerechnet werden. Alle Mitarbeitenden der Straßenmeistereien und des Winterdienstes im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge stünden in Rufbereitschaft.

Nach Schneefallankündigung Kulanz der Deutschen Bahn

Unterdessen hat die Deutsche Bahn ihren Fahrgästen, die am Wochenende in Deutschlands Norden reisen wollen, die Ticketgültigkeit verlängert. Konkret geht es um Fahrten im Fernverkehr in die Nordhälfte Deutschlands, die in der Zeit vom Sonnabend, 6. Februar bis Sonntag, 7. Februar, stattfinden sollten und eventuell von den Schneefällen beeinträchtigt werden könnten.

Der Deutsche Wetterdienst kündigt starken Schneefall an. Es kann zu Verspätungen und Zugausfällen kommen.

Deutsche Bahn

Fahrgäste "können ihr bereits gebuchtes Ticket für den Fernverkehr bereits am Freitag, 5. Februar, bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende entweder flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren. Auch Sitzplatzreservierungen können kostenfrei umgetauscht werden", informierte das Unternehmen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Bahn dünnt Fahrpläne im Norden aus

Die Deutsche Bahn hat am Sonnabend und Sonntag alle Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen. Ebenfalls von den Anpassungen betroffen ist die Verbindung zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund/Binz.

Elbepegel steigt - Alarmstufe noch gering

Für die Elbe ist aufgrund von Tauwetter und Regen in ihrem tschechischen Einzugsgebiet Hochwasser gemeldet worden. Am Pegel Schöna wurde der Richtwert für die unterste Alarmstufe am Freitagmorgen überschritten, am Vormittag waren es dort 4,25 Meter - Tendenz steigend.

Die Welle rollt.

Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)

Demnach werde der langgestreckte Hochwasserscheitel in der Nacht zum Montag Riesa erreicht haben, mit einem Überschreiten der Alarmstufe 2 rechnen die Hydrologen aktuell aber nicht. Für die Elbe sei das Wetter am Oberlauf entscheidend. Dort wird der Fluss zu 95 Prozent aus dem großen tschechischen Einzugsgebiet gespeist, das Wasser kommt daher mehrere Stunden zeitverzögert in Sachsen an. In Dresden erwarten die Hydrologen den Höchststand für Sonnabendabend bei 4,67 Metern.

Das Umweltamt hat für das Stadtgebiet am Sonnabendmittag die Alarmstufe 1 ausgerufen, bei einem Pegelstand von 4,61 Metern. Die Elbfähre "Johanna" und die Personenfähre am Schloss Pillnitz fahren derzeit nicht, teilten die Dresdner Verkehrsbetriebe mit.

Verschneite Straße
Autofahrer müssen sich auf glatte Straßen einstellen. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger

In den anderen Flussgebieten in Sachsen hat sich die Lage unterdessen bei sinkenden Wasserständen entspannt, so das Landesamtes für Umwelt. Am Freitagmorgen wurde für die Mulde Entwarnung gegeben. Nur die wegen einer Baustelle zum Hochwasserschutz verengte Zwönitz liege am Pegel Burkhardtsdorf noch im Alarmbereich Stufe 1 bei einem Pegelstand von 1,41 Meter. Aucfür die Untere Weiße Elster in Kleindalzig gilt Warnstufe 1. Dort lag der Pegel am Sonnabendmittag bei 1,83 Metern.

Warm anziehen zum Wochenstart

Der Sonntag werde ähnlich kalt mit bis zu 15 Zentimetern Neuschnee und starken Schneeverwehungen. Erst in der Nacht auf Montag sollen Schneefall und Wind etwas nachlassen. Winter und Frost sollen auch in der kommenden Woche wetterbestimmend bleiben mit frostigen Temperaturen bis zu 15 Grad minus auch in tieferen Lagen.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR UM 11 | 05.02.2021 | 11:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 05.02.2021 | 19:00 Uhr

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