Bilanz Wölfe reißen weniger Nutztiere in Sachsen

In Sachsen sind 2021 weniger Nutztiere von Wölfen attackiert worden. Offenbar nützt der empfohlene Herdenschutz. Besonders oft fallen Schafe Wölfen zum Opfer. Die meisten Schadenmeldungen kommen aus Ostsachsen und aus dem Landkreis Meißen.

Ein Europäischer Grauwolf in einem weitläufigen Gehege im Wald
Wölfe haben in Sachsen im vergangenen Jahr weniger Nutztiere gerissen. Bildrechte: dpa

Die Zahl der durch Wölfe getöteten oder verletzten Weidetiere ist in Sachsen zurückgegangen. Das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie teilte mit, im Vorjahr seien landesweit 383 Weidetiere durch Wölfe angegriffen worden. 2020 waren es noch 417 und im Jahr davor 547 Weidetiere, die von Wölfen verletzt oder getötet worden waren. Beim Landesamt ist die Fachstelle Wolf angesiedelt.

Herdenschutz zeigt offenbar Wirkung

Ob sich dieser Trend fortsetzen werde, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bewertet werden, hieß es. Zum einen gehen die Experten davon aus, dass Wölfe in weitere Regionen Sachsens wie das Erzgebirge vordringen werden, zum anderen hat die Umsetzung der Herdenschutzmaßnahmen vor Ort einen großen Einfluss auf das Rissgeschehen.

Diese Nutztiere waren von Wolfsattacken betroffen:

  • Schafe 83 Prozent
  • Damwild 7 Prozent
  • Ziegen 6 Prozent
  • Rindern 3 Prozent
  • Alpakas 1 Prozent

In 40 Prozent der Fälle waren die Vorgaben des Mindestschutzes nach Sächsischer Wolfsverordnung nicht eingehalten worden, teilte das Landesamt mit. Die betroffenen Koppeln waren nur mit Festzäunen ohne Stromführung gesichert, die keinen guten Schutz bieten. Empfohlen werden Elektrozäune und eine ausreichende Koppelgröße.

Ostsachsen weiter betroffen

Regional betrachtet ereigneten sich die meisten Wolfsrisse im Landkreis Bautzen (53). Im Landkreis Görlitz wurden 20, im Landkreis Meißen 15 und im Landkreis Nordsachsen 14 Wolfsrisse registriert.

Die meisten Wölfe kommen auch in Ostsachsen vor. 25 der 29 festen Rudelterritorien befinden sich dort. Der Freistaat hatte im Vorjahr rund 84.300 Euro Schadensausgleich an Tierhalter gezahlt und Herdenschutzmaßnahmen mit 661.100 Euro gefördert.

MDR (lam)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 25. Februar 2022 | 05:30 Uhr

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