Sicherheit Nach Dynamo-Randalen: Wöller will personalisierte Tickets im Fußball

Mitte Mai gehen aus Dresden verstörende Bilder in die Welt: Vor dem Stadion des gerade aufgestiegenen Fußball-Klubs von Dynamo Dresden liefern sich gewaltbereite Hooligans schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei. 185 Beamtinnen und Beamte werden verletzt. Vor der nächsten Innenministerkonferenz legt deshalb Sachsens Minister Roland Wöller eine alte Forderung auf den Tisch: personalisierte Fußball-Tickets.

Fans errichten vor dem Stadion in Dresden eine Blockade aus Bauzäunen
Hunderte gewaltbereite Fußballfans lieferten sich nach dem Aufstiegsspiel schwere Auseinandersetzungen mit den Polizei. Bildrechte: dpa

Fußballfans sollten aus Sicht des sächsischen Innenministers Roland Wöller für Stadien nur noch Eintrittskarten erhalten, auf denen ihr Name vermerkt ist. "Ich möchte gerne personalisierte Tickets haben", sagte der CDU-Politiker im neuen Podcast "Politik in Sachsen" von "Sächsischer Zeitung"/"Sächsische.de". "Ich werde mich einsetzen auf der Innenministerkonferenz, dass das kommt." Es gehe um ein deutliches Zeichen, wenn gewalttätige Besucher nicht mehr ins Stadion dürfen. Wöller sagte, er sei auch mit den Vereinen dazu im Gespräch.

Dynamo-Randale mit ausschlaggebend

Polizisten laufen vor dem Stadion in Dresden durch Nebel von Pyrotechnik
185 Polizistinnen und Polizisten wurden bei den Ausschreitungen am 16. Mai verletzt. Bildrechte: dpa

Beim Heimspiel von Dynamo Dresden gegen Türkgücü München Mitte Mai hatten mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen angegriffen. Nach Angaben der Polizei wurden 185 Einsatzkräfte verletzt. Wöller erklärte, das Phänomen Gewalt am Rande von Fußballspielen, sei überall zu erleben und nicht nur in Sachsen. "Richtig ist aber, dass gerade in Sachsen dieses Phänomen sich besonders verfestigt hat. Dass es auch zahlenmäßig größer zu sein scheint." Es sei eine gemeinsame Aufgabe von Stadt, Verein und Polizei, mehr für die Sicherheit im und vor dem Stadion zu tun.

Personalisierte Tickets kommen immer wieder nach Gewaltvorfällen in die Diskussion. "Seit Jahren wird mir gesagt, dass das nicht möglich ist. Es ist nicht gewollt", sagte Wöller. Jetzt sei aber der Zeitpunkt gekommen. "Wir lernen ja in der Corona-Krise, dass vieles mit Digitalisierung möglich ist, was wir vorher nicht für möglich geglaubt haben." Die Innenministerkonferenz tagt wieder in der nächsten Woche.

Quelle: MDR/dk/dpa

37 Kommentare

Matthi vor 1 Wochen

Es muss aufhören das der Steuerzahler jahr für Jahr die Polizei Einsätze bezahlt und der DFB sich Raushält. Es ist doch egal ob im oder vor dem Stadion Randaliert wird, es ist wegen Fußball.

Harka2 vor 1 Wochen

@Robert Paulson
Aber du wirst mir doch sicher zustimmen, dass diese Randale im Stadion und vor dem Stadion bekämpft werden müssen, oder? So manche bekloppten Fans riskierten mit ihrer Pyrotechnik einen Spielabbruch zum Nachteil ihrer Mannschaft! Wenn da im Stadion so viel korrekte Fans wären, warum scheißen die solche Deppen nicht selber raus? Weil die Deppen in der Überzahl sind?

Ich habe im Biergarten einer türkischen Kneipe mit meinen Freund das Spiel Deutschland-Türkei miterlebt. Super Stimmung. Als die Niederlage der Türken offensichtlich wurde, fingen Türken an auf der Straße zu randalieren. Es waren sofort herbeigeeilte Türken, welche sie wieder zur Vernunft brachte. Toll fand ich den Spruch eines älteren Türken: "Was wollen die denn nur? Egal, wie es ausgeht, wir gewinnen in jedem Fall!"

normaler Zeitgenosse vor 1 Wochen

will das Thema gar nicht (mit)diskutieren, organisierte Gewalt von Tätern und Mitläufern ist eine zu verurteilend Straftat.

Im Forum bekommen diese Straftäter und Mitläufer noch Ihre Aufmerksamkeit,die sie wollen......!!

Mehr wie 95% der Zuschauer und Fans in allen Stadien haben nichts mit Gewalt zu tun und diese sollten gemeinsam mit der Mannschaft kein klares zeichen setzen können........einfach damit beginnen.!!!!













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