Verkehrsministerium Sicherheit für Fußgänger: Sachsen will mehr Zebrastreifen

Zebras verwirren durch das Streifenmuster ihre Angreifer. Genau umgekehrt ist es bei Zebrastreifen auf der Straße. Sie schaffen mehr Sicherheit für Fußgänger. In Sachsen wird es nun leichter, Zebrastreifen einzurichten.

Schüler geht über Fußgängerüberweg bzw. Zebrastreifen
Sachsen will mit mehr Zebrastreifen die Sicherheit von Fußgängern, insbesondere von Kindern auf dem Schulweg, erhöhen. Bildrechte: IMAGO images/ pictureteam

In Sachsen wird das Einrichten von Zebrastreifen erleichtert. Wie das sächsische Verkehrsministerium (SMWA) mitteilt, ist dazu die entsprechende Bundesrichtlinie für Sachsen ergänzt worden. Damit gebe es nun mehr Möglichkeiten für die Einrichtung von Fußgängerüberwegen, heißt es in einer Mitteilung des SMWA weiter. Generell bliebe jedoch der Bau eines Fußgängerüberweges eine Einzelfallentscheidung, die unter Beteiligung der Polizei und Straßenbaubehörde diskutiert und entschieden werden solle.

Mehr Sicherheit für Kinder auf dem Schulweg

Mit der Änderung der Richtlinie können nun auch in Tempo-30-Zonen, beispielsweise vor Schulen, Kitas oder im Bereich von Haltestellen des ÖPNV, Fußgängerüberwege angelegt werden. Verkehrsminister Martin Dulig sagte, dass damit vor allem Schulwege sicherer gestaltet werden können. "Mit sicheren Schulwegen wächst auch bei Eltern und Kindern das Vertrauen, den Weg zur Schule zu Fuß bewältigen zu können."

Anreize für Fußgänger

Das SMWA will mit der Regelung die Interessen der Fußgänger stärken und die Verkehrssicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer erhöhen, sagte Dulig. "Die Belange der Fußgänger müssen von den Planern in den Städten und Gemeinden von Beginn an mitgedacht werden." Außerdem solle der Anreiz erhöht werden, das Auto für kürzere Strecken stehen zu lassen.

Zebrastreifen Der Zebrastreifen heißt in der Straßenverkehrsordnung eigentlich Fußgängerüberweg. Bei seiner Einführung 1953 wurde er noch "Dickstrichkette" genannt. Erst nach einer Verkehrssicherheitsaktion des "Hamburger Abendblattes" bürgerte sich 1954 der Begriff Zebrastreifen ein. Umsichtige Autofahrer, die am Überweg anhielten, erhielten eine Plakette mit einem Zebra und der Aufschrift "Zeichen eines besonders rücksichtsvollen Autofahrers".
Quelle: WDR Stichtag

Bisher war die Anlage von Zebrastreifen in Sachsen nur möglich, wenn Fußgänger keine andere Möglichkeit haben, sicher über die Straße zu kommen. Dies galt nur bei einer bestimmten Verkehrsdichte. Außerdem musste geprüft werden, ob mindestens 50 Fußgänger pro Stunde an dieser Stelle die Fahrbahn überqueren. In Tempo-30-Zonen wurde die Einrichtung von Zebrastreifen generell nicht empfohlen.

Das Verkehrsschild für Zebrastreifen.
Nach dem Willen des SMWA könnte dieses Schild nun öfter im Straßenverkehr auftauchen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 09. Mai 2021 | 12:00 Uhr

3 Kommentare

Matthi vor 28 Wochen

Zebrastreifen erhöhen schon etwas die Sicherheit für Fußgänger finde ich erstmal gut. Aber es gibt eben wo Licht ist auch Schatten und das kommt in Form von Radfahrern. Es ist leider zum Alltag geworden das auf Fußwegen Zebrastreifen Fahrrad und auch mittlerweile mit diesen E Rollern gefahren wird ohne Rücksicht zu nehmen auf Fußgänger. Es ist aber auch ein Problem das gerade nach der Arbeitszeit vielmals bis zum Zebrastreifen geparkt wird und so die Sicht für andere Verkehrsteilnehmer genommen wird. Da würde ich mir wünschen das von Seitens des Ordnungsamtes mehr abgeschleppt wird, über ein Knöllchen bekommt man von diesen Leuten kein umdenken hin.

zenkimaus vor 28 Wochen

Sachsen Autoland. Alles für das Auto. Ich wunderte mich schon das vor Schulen und Kitas keine Zebrastreifen waren. Da wurden 30iger Zonen eingerichtet ( jedenfalls in Dresden). Gut das es geändert werden soll. Dann müssen viele Autofahrer nochmals darauf hinweisen wie sie sich bei Zebrastreifen zu verhalten haben.

Pattel vor 28 Wochen

Eine sehr gute Idee.

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