Reichsbürger-Vorwürfe an Vorstandsmitglied Freie Wähler Thüringen: Landeschef Merten tritt zurück

Nach weniger als einem Jahr als Landesvorsitzender der Freien Wähler hat Mario Merten das Handtuch geworfen. Merten begründet das mit einem zerstörten Vertrauensverhältnis im Vorstand. Er habe aus verschiedenen Quellen Hinweise bekommen, dass ein Vorstandsmitglied der Reichsbürger-Bewegung angehören soll, sagte Merten.

Mario Merten, Landesvorsitzender der Freien Wähler in Thüringen
Mario Merten ist als Landesvorsitzender der Freien Wähler in Thüringen zurückgetreten. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

Freie Wähler: Anhörungsverfahren abgelehnt

Nach Rücksprache mit dem Bundesvorstand habe er daraufhin ein Anhörungsverfahren einleiten wollen. Die Mehrheit des Landesvorstandes lehnte laut Merten jedoch ein solches Verfahren ab. Mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl habe er daraufhin jede Verantwortung abgelehnt und den Vorsitz abgegeben. Norbert Hein aus Gera, bisher einer der Stellvertreter Mertens, hat den Vorsitz bis zur Neuwahl kommissarisch übernommen. Die nächste Mitgliederversammlung soll im Januar kommenden Jahres sein.

Eine mögliche Verbindung der Freien Wähler zu den Reichsbürgern ist für mich unvereinbar mit dem Amt. Ich stehe an vorderster Front. Wenn die Vorwürfe vor der Landtagswahl wieder hochkommen und nicht widerlegt werden, sind die Folgen unabsehbar.

Mario Merten Freie Wähler

Freie Wähler: Wahlunterlagen nicht rechtzeitig eingereicht

Merten, der seit 2010 Bürgermeister in Rottleben ist, hatte den Vorsitz bei den Freien Wählern erst im Februar übernommen. Er war auf Günter Brinkmann gefolgt, der nach einem Eklat das Amt niedergelegt hatte. Weil die Wahlunterlagen nicht rechtzeitig beim Landeswahlleiter vorlagen, wurden die Freien Wähler nicht für die Landtagswahl zugelassen. Nun wollen sie im kommenden Jahr einen neuen Anlauf starten. Bisher sind die Freien Wähler nur in den kommunalen Parlamenten vertreten. Aktuell haben die Freien Wähler in Thüringen nach eigenen Angaben etwa 80 Mitglieder. 

Zuerst berichtete die Thüringer Allgemeine.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Dezember 2020 | 12:00 Uhr

13 Kommentare

Norbert Hein vor 14 Wochen

Hallo Feldkirch,
tatsächlich hat sich der Landesvorstand sehr wohl mit den Anschuldigungen, den Anhaltspunkten und den Ergebnissen eigener Recherchen sowie selbstverständlich auch mit den Aussagen des Betroffenen intensiv beschäftigt. Im Ergebnis kam der Landesvorstand mit sehr breiter Mehrheit zu der Auffassung, dass es keinen sachlichen Grund für die Einleitung eines Ausschlussverfahrens gibt.
Wenn der MDR uns dazu angefragt hätte, wären wir in der Lage gewesen, dies gleich richtig zu stellen.

Eulenspiegel vor 14 Wochen

Hallo Feldkirch
Sie mögen mit all ihren Aussagen nicht Unrecht haben.
Ich zitiere Eulenspiegel:
„Ich denke nicht die Tatsache das ein Vorstandmitglied den Reichsbürgern angehören soll ist das große Problem. Sondern das die Mehrheit des Landesvorstandes eine genaue Klärung des Sachverhaltes ablehnen.“
Diese Klärung des Sachverhaltes würde dann ja auch sehr schnell Beweisen das diese betreffende Person nichts mit den Reichsbürgern zu tun hat.
Aus meiner Sicht ist da doch irgendwas faul.

Feldkirch vor 14 Wochen

Teil 3
Und das kann wohl nicht im Sinne und Geist der FREIEN WÄHLER in Thüringen sein. Sicher ist jedoch, daß Roland Beyer in der Geschichte und den Traditionen, sehr wissend ist, davon können sich manche Historiker eine Scheibe abschneiden. Roland Beyers Grundsatz ist: "Nur wer die Wurzel der Geschichte kennt, sollte an den Zweigen der Zukunft schneiden". Auch ich stehe dazu, weil ohne dieses Wissen und Orientierung zum Leben schwer erkennbar ist. Wenn Roland Beyer und seine Aktivitäten nicht verstanden werden, dann kann man ihm nicht was unterstellen, was er nicht ist.

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