Bundespräsidentenwahl AfD-Kandidat Otte referierte 2021 bei Klausur der Thüringer AfD-Fraktion

Bastian Wierzioch
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Der Bundespräsidenten-Kandidat der AfD, Max Otte, hatte bereits im Frühjahr 2021 engen Kontakt zur Thüringer AfD-Landtagsfraktion um Björn Höcke: Das CDU-Mitglied referierte bei einer Klausur der Landtagsfraktion.

Max Otte AfD-Kandidat Bundespräsident
Die AfD hatte Max Otto als Kandidat für die Wahl des Bundespräsidenten nominiert. Bildrechte: IMAGO / photothek

Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN ist der CDU-Politiker und ehemalige Chef der konservativen Werteunion Max Otte auf der Frühjahrsklausur 2021 der Thüringer AfD-Landtagsfraktion in Bad Liebenstein als Gastredner aufgetreten. Derzeit kandidiert der Ökonom für die AfD um das Amt des Bundespräsidenten, der am Sonntag gewählt wird.

Über Ottes Rede auf der dreitägigen Klausur sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Torben Braga: "Solche Vorträge auf Klausuren dienen der internen Meinungsbildung und Vorbereitung parlamentarischer Initiativen der Fraktion". Otte habe "zu den makroökonomischen Folgen der Corona-Politik in Deutschland" referiert. Max Otte sagte dem MDR: "Ich habe dort als Ökonom zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gesprochen."

CDU leitet Parteiausschlussverfahren ein

Obschon er seit 1991 CDU-Mitglied ist, unterhält Otte seit langem enge Kontakte zur AfD. Von 2018 bis 2021 war er Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Einen Monat nach der Klausur im Bad Liebensteiner Hotel Kaiserhof war Otte zum Vorsitzenden des Vereins "Werteunion" gewählt worden, dessen Mitglieder überwiegend den Unionsparteien angehören. Im Januar 2022 nominierte ihn die AfD als ihren Kandidaten bei der Bundespräsidentenwahl am Sonntag. Als Reaktion darauf entzog der CDU-Bundesvorstand Otte die Mitgliedsrechte und leitete ein Parteiausschlussverfahren ein. Eine rechtskräftige Entscheidung trifft ein Parteigericht.

Spende an AfD-Kreisverband

Anfang Februar hatte tagesschau.de über eine Spende Ottes in Höhe von 20.000 Euro an den AfD-Kreisverband Görlitz berichtet, dem auch AfD-Bundesparteichef Tino Chrupalla angehört. Die AfD Sachsen wird vom Verfassungsschutz als extremistischer Verdachtsfall eingestuft. Das Thüringer Amt für Verfassungsschutz stuft den Thüringer AfD-Landesverband als "erwiesen extremistisches Beobachtungsobjekt" ein.

Korrektur:

In der ersten Fassung unseres Artikels über Max Otte hatten wir geschrieben, der Publizist, Ökonom und CDU-Politiker Max Otte habe allein an den AfD-Kreisverband Görlitz 30.000 Euro gespendet. Dies ist unrichtig. Richtig ist vielmehr, dass der Publizist, Ökonom und CDU-Politiker Max Otte insgesamt mindestens 30.000 Euro an unterschiedliche Gliederungen der AfD gespendet hat, davon zwei Mal 10.000 Euro, also insgesamt 20.000 Euro, an den Kreisverband Görlitz.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 13. Februar 2022 | 19:30 Uhr

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