Nach MDR-Bericht zu Amazon SPD unterstützt Forderung nach digitalem Fahrtenbuch in 2,5-Tonnern

Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag unterstützt die Forderung nach einem digitalen Fahrtenbuch bei Kurierfahrzeugen ab 2,5 Tonnen. Das erklärte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion, Diana Lehmann, am Donnerstag. Die Systeme sollen dafür sorgen, dass die Fahrer die gesetzlich festgeschriebenen Arbeits-, Pausen- und Ruhezeiten einhalten.

Diana Lehmann
Diana Lehmann (SPD): System der Subunternehmerschaft muss auf den Prüfstand. Bildrechte: MDR/Diana Lehmann

Zudem müsse das System der Subunternehmerschaft auf den Prüfstand, sagte Lehmann. Unternehmen, die nur einen einzigen Auftraggeber hätten und von diesem komplett kontrolliert würden, sind ihr zufolge nur auf dem Papier eigenständig. Dort brauche es entsprechende Regeln, die Auftraggeber wie Amazon stärker verpflichten. Lehmann reagierte damit auf einen MDR-Bericht zu den teils prekären Arbeitsbedingungen in Amazon-Subunternehmen.

Werner für Mithaftung bei Subunternehmen

Hintergrund der Forderung sind die Arbeitsbedingungen für Paketfahrer von Subunternehmen, die für den Onlinehändler Amazon in Thüringen tätig sind. Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Die Linke) hatte im Gespräch mit MDR THÜRINGEN den US-Konzern wegen der Auslagerung der Transportleistung an Subunternehmen kritisiert. Amazon mache es sich hier zu einfach, indem es die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen der Fahrer an die Subunternehmen auslagere, sagte sie.

Mehrere weiße Transporter fahren ins Amazon-Verteilzentrum Erfurt Stotternheim .
Kurierfahrzeuge fahren zur Beladung ins Amazon-Verteilzentrum in Erfurt-Stotternheim. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Werner verwies darauf, dass Thüringen im September in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Logistikbranche den Antrag gestellt hat, eine gesetzliche Pflicht zum Einbau von elektronischen Lenk- und Ruhezeiterfassungssystemen in Transportern ab 2,5 Tonnen einzuführen. Außerdem müsse eine gesetzliche Mithaftung von Unternehmen wie Amazon für die Arbeitsbedingungen in deren Subunternehmen eingeführt werden, ähnlich wie dies in der Fleischbranche inzwischen gelte.

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Exakt - Die Story | 10. November 2021 | 20:45 Uhr

2 Kommentare

Tpass vor 33 Wochen

Hier regiert aber die RRG und wir sind in Thüringen. Also was soll immer der Vergleich mit anderen??? Unsere Politiker in Thüringen sind für Thüringen verantwortlich. Und es geht um Forderungen der hiesigen Politiker nicht wo anders.,

Tpass vor 33 Wochen

So ein Quatsch!!!! Es gibt tausende von Möglichkeiten zu manipulieren. Da hilft mal ein Blick ins Internet auch im Landtag oder der Ministerien. Volksvertreter ohne einen Plan. Vor Jahren wurde schon darüber diskutiert diese Flotten und sanktionieren mit Technischen Knoff Hoff hieß das damals. Inzwischen hat sich das Rad gedreht aber keiner hat es gemerkt in den jeweiligen Verantwortungsvollen Strukturen des Chaos. Also wieder alles heiße Luft. Außerdem haben diese armen ausgebeuteten Fahrer gar keine andere Möglichkeit überhaupt Geld zu verdienen. Die hälfe von dem wenigen schicken sie noch nach Hause. Gewinner sind Amazon und andere Dienstleister. Wer sich noch erinnert??? Mit großen Tam Tam wurden diese Logistik Zentren von unseren Politikern mit großen Worten und Finanziellen Unterstützungen erst möglich gemacht. Fördergelder und wer weiß noch was 😟. Immer schön die Fahne in den Wind hängen. SPD und Linke!!! Ganz toll und Gewerkschaftsfreunde . Wer glaubt noch daran. Ich bin Ausg

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