Arbeitsmarkt Thüringen braucht laut Arbeitsagentur mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland

In den nächsten zehn Jahren wird in Thüringen etwa ein Viertel der Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Für stabile Beschäftigungsverhältnisse sind laut Arbeitsagentur mehr ausländische Arbeitskräfte von Nöten.

Ein Schild weist den Weg zur Agentur für Arbeit.
Seit Januar 2010 hat sich laut Arbeitsagentur die Zahl der Ausländer in Thüringen von rund 6.600 auf 54.400 im Juli 2021 erhöht. Bildrechte: dpa

Thüringen steht vor einem großen Verlust an Arbeitskräften in den kommenden zehn Jahren. Laut Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, kommt auf zwei Aussteiger aus dem Arbeitsmarkt ein Einsteiger. Die Zahl der Erwerbstätigen werde sich in Thüringen bis 2040 um 294.000 verringern. Das wäre ein Rückgang von etwa 24 Prozent, sagte Behrens am Dienstag.

Markus Behrens, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt/Thüringen
Der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, Markus Behrens. Bildrechte: Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt/Thüringen

Thüringen fehlt Willkommenskultur

Um auch in Zukunft stabile Beschäftigungsverhältnisse zu haben, muss der Freistaat laut Behrens die Zuwanderung aus Drittstaaten forcieren. Bereits in den vergangenen Jahren habe eine deutliche Zunahme ausländischer Arbeitskräfte die Beschäftigungsentwicklung in Thüringen stabilisieren können. Seit Januar 2010 habe sich die Zahl der Ausländer in Thüringen von rund 6.600 auf mehr als 54.400 im Juli 2021 erhöht. Etwa 10.000 neue ausländische Arbeitskräfte seien jedes Jahr notwendig, so Behrens.

Allerdings stecke Thüringen beim Anwerben neuer Arbeitskräfte noch in den Kinderschuhen. Da derzeit erst wenige Hundert Jugendliche aus anderen Staaten angeworben werden. Gebraucht wird laut Behrens eine Willkommenskultur.

Kaum Ukraine-Flüchtlinge melden sich bei Arbeitsagenturen

Von den Geflüchteten aus der Ukraine hätten sich bislang nur wenige bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Zwar gebe es erst wenig Auswirkungen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt infolge des Ukraine-Kriegs. Doch würden der Konflikt, Versorguns- und Lieferengpässe und steigende Energiepreise nicht spurlos am Arbeitsmarkt vorübergehen.

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MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. April 2022 | 14:00 Uhr

21 Kommentare

martin vor 10 Wochen

Dann berichten die von Ihnen gelesen Medien falsch. Zunächst erfolgt eine Registrierung durch die Sozialämter und danach die Registrierung durch die Ausländerbehörde. Erst dabei gibt es die sog. Fiktionsbescheinigung mit der Arbeitserlaubnis. Vorher dürfen sich die Menschen visumfrei hier aufhalten. Die Registrierung durch die Ausländerbehörde dauert aber (zumindest in meiner Region) recht lange, da nur ein Arbeitsplatz mit entsprechender Technik (Fingerabdruck) zur Verfügung stehe. Und außerdem falle die auch noch häufig (angeblich landesweit) aus.

HBG vor 10 Wochen

Hallo Mischka, ich bin im 43 Arbeitsjahr und wenn ich könnte, würde ich sofort den Sozialschmarotzern das Geld streichen. Würden diese alle arbeiten, hätten wir keinen Personalmangel. Das Problem liegt nicht bei der AfA sondern in den Jobcentern.

gilse vor 10 Wochen

"pflegende werden in manchen Einrichtungen wie Leibeigene gehalten, werden ständig aus den Frei geholt"

Sie haben also auch die Möglichkeit nicht nur den Kapitalismus, sondern auch den Feudalismus praxisnah kennenzulernen.

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