Dezember-Statistik Arbeitslosenzahl in Thüringen nur minimal gestiegen

Nur wenige registrierte Arbeitslose mehr und eine identische Quote: Auf den ersten Blick scheint sich auf dem Thüringer Arbeitsmarkt im Dezember nur wenig verändert zu haben. Doch die Statistik offenbart Corona-Folgen.

Ein Mann geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei.
Ein Mann geht an einem Gebäude der Agentur für Arbeit in Schmalkalden vorbei. Bildrechte: dpa

In Thüringen hat sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Dezember kaum verändert. Wie die Landesarbeitsagentur mitteilte, waren zum Jahreswechsel 64.883 Menschen als arbeitslos registriert. Das sind 456 Personen mehr als im November. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,8 Prozent. Verglichen mit Dezember 2019 ergibt sich ein Anstieg um 7.600 arbeitslos gemeldete Personen und bei der Quote um 0,7 Prozentpunkte.

Agentur misst "Corona-Effekt" auf Arbeitsmarkt

Nach Angaben der Landesarbeitsagentur spiegelt die Statistik auch die Folgen der Corona-Pandemie und des Lockdowns wider. So seien durch den Corona-Effekt im Dezember 2020 rund 10.000 Thüringer arbeitslos registriert gewesen, weil sie wegen der Pandemie zwischen März und November ihre Stelle verloren haben und bisher nicht vermittelt oder weitergebildet werden konnten. In einigen Branchen werde sich der Lockdown erst in den Folgemonaten auswirken, wenn etwa Händlern, Hotels, Gaststätten oder geschlossenen Dienstleistern finanziell die Puste ausgeht.

Auch die Zahl der Kurzarbeiter in Thüringen ist im Dezember angestiegen - um 1.700 im Vergleich zu November. Die Landesarbeitsagentur wertet diesen Anstieg jedoch als gutes Zeichen: Die Unternehmen hielten an ihren Fachleuten fest und hofften, dass die Krise bald vorbei sei.

Wirtschaft und Gewerkschaft loben Kurzarbeit

Nach Ansicht von Wirtschaft und Gewerkschaften hat sich die Kurzarbeit positiv auf den Thüringer Arbeitsmarkt ausgewirkt. Von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hieß es, das große Beben sei trotz der Corona-Pandemie ausgeblieben. Durch die Kurzarbeit könnten die Unternehmen möglichst viele Fachleute für die Zeit nach der Krise in den Betrieben halten.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen Thüringen erklärte, im zurückliegenden Corona-Jahr habe massenhafte Arbeitslosigkeit vor allem durch Kurzarbeit vermieden werden können. Trotzdem gebe es viel Unsicherheit. Deshalb müssten die Unternehmen ihre Mitarbeiter verstärkt weiterbilden.

Bundesweit waren im Dezember fast eine halbe Million Menschen mehr arbeitlos gemeldet als ein Jahr zuvor. In Sachsen waren im Jahresvergleich 17.500 Menschen mehr offiziell ohne Arbeit, in Sachsen-Anhalt belief sich der statistische Anstieg auf 5.600 Personen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Januar 2021 | 10:00 Uhr

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