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Thüringer Arbeitsmarkt

Mehr Arbeitslose im Januar - aber Lockdown hat weniger Folgen

Stand: 29. Januar 2021, 12:07 Uhr

Der derzeitige Corona-Lockdown hinterlässt nach Angaben der Landesarbeitsagentur weniger Spuren auf dem Thüringer Arbeitsmarkt als der im vergangenen Frühjahr. Dennoch sind im Januar die Anzeigen auf Kurzarbeit gestiegen. Auch Langzeitarbeitslose gibt es mehr in Thüringen, sie haben es in der Krise schwer.

Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Beginn des Jahres in Thüringen weiter gestiegen. Im Januar galten laut Zahlen der Landesarbeitsagentur rund 71.000 Menschen als arbeitslos, 6.200 mehr als in der Statistik für Dezember 2020 ausgewiesen - und 7.700 mehr als im Januar 2020. Die Arbeitslosenquote liegt damit jetzt bei 6,4 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im Dezember 2020.

Agentur misst "Corona-Effekt" auf Arbeitsmarkt

Der Anstieg sei zum einen saisontypisch, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Halle mit. Dieser sei etwa auf witterungsbedingte Pausen auf Baustellen und auslaufende Jahresverträge zurückzuführen. Von einem "Corona-Effekt" sind laut Agentur rund 9.500 Menschen betroffen, die durch die Pandemiefolgen nicht in Arbeit sind oder ihre Aus- oder Weiterbildung nicht antreten konnten.

Der Dezember-Lockdown hinterlässt derzeit deutlich weniger Spuren als die Eindämmungsmaßnahmen im vergangenen Frühjahr.

Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesarbeitsagentur

Mehr Anzeigen auf Kurzarbeit im Vergleich zum Dezember

Im Vergleich zum Dezember gingen im Januar mehr Anzeigen auf Kurzarbeit ein. Unternehmen hatten diese für 23.400 Mitarbeiter gemeldet; im Dezember waren Anzeigen für knapp 16.800 Arbeitnehmer erfasst worden. Vor allem Unternehmen des Einzelhandels, aber auch Friseursalons und Kosmetikstudios, Hotels und Gaststätten meldeten Kurzarbeit an, davon betroffen waren 4.300 Beschäftigte. Inwieweit die beantragte Kurzarbeit tatsächlich umgesetzt wurde, lässt sich noch nicht absehen. Hintergrund ist, dass Arbeitgeber bei der Bezahlung in Vorkasse gehen müssen und das Kurzarbeitergeld später von den Arbeitsagenturen bekommen.

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Zahl der Langzeitarbeitslosen gestiegen

Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Thüringen ist im Januar gestiegen - auf rund 24.200. Darunter werden Menschen verstanden, die länger als ein Jahr als arbeitslos registriert sind. Im Januar waren es 1.600 mehr als im Vormonat und 5.900 mehr als im Januar 2020. Als Grund nennt die Agentur, der Arbeitsmarkt sei wegen der Pandemie weniger aufnahmefähig gewesen - insbesondere für Menschen mit Einschränkungen wie geringer Qualifikation, Sprachdefiziten, eingeschränkter Mobilität oder gesundheitlichen Schwierigkeiten.

Ein Mann geht an einem Gebäude der Agentur für Arbeit in Schmalkalden vorbei. Bildrechte: dpa

Arbeitsmarkt laut Agentur dennoch robust

Dennoch schätzt die Arbeitsagentur den Arbeitsmarkt als robust trotz Lockdowns ein. Viele Unternehmen würden ihre Mitarbeiter halten, wenn auch in vielen Fällen durch Kurzarbeit.

Ein Großteil der pandemiebedingten Entlassungen haben bereits im vergangenen Jahr nach dem ersten Lockdown stattgefunden. Die so im vergangenen Jahr aufgebaute 'Corona-Arbeitslosigkeit' schmilzt trotz der aktuell vorherrschenden saisonalen Einflüsse weiter ab.

Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesarbeitsagentur

Mit dem Begriff der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch die Menschen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus - etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit - innehaben. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung lag im Januar 2021 bei 89.600. Das waren knapp 4.200 mehr als im Dezember und 3.400 mehr als im Januar 2020. Menschen in Kurzarbeit sind bei diesen Zahlen nicht eingerechnet.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/uka; dpa

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Januar 2021 | 10:00 Uhr

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