Thüringer Arbeitsmarkt Zahl der Arbeitslosen in Thüringen im März leicht gesunken

Der für das Frühjahr typische Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt laut Landesarbeitsagentur in diesem Jahr etwas später ein als in den vergangenen Jahren. Im März 2021 hatten etwa 69.600 Menschen in Thüringen keine Arbeit.

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Die Zahl der Langzeitarbeitslosigkeit ist im März 2021 in Thüringen weiter angestiegen. Bildrechte: MDR / Henrik Pillwitz

Mit dem Start ins Frühjahr ist die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen nur leicht gesunken. Laut Arbeitsagentur gab es im März 69.600 Menschen ohne Job, das waren 2.100 weniger als im Februar. Im März vergangenen Jahres waren es 9.000 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,3 Prozent.

Die Frühjahrsbelebung habe später und schwächer als in den vergangenen Jahren eingesetzt, heißt es. Als Gründe werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der vergleichsweise strenge Winter genannt.

Frühjahrsbelebung trotz Corona-Lockdown spürbar

Die Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt, Cornelia Haase-Lerch, sagte, die Zahlen machten Mut. Trotz des anhaltenden Lockdowns sorge die Frühjahrsbelebung für eine leichte Erholung.

Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern bleibe vor allem in Branchen bestehen, die von der Pandemie weniger betroffen seien.

Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt an

Vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit steigt weiter an, laut Arbeitsagentur galten 7.500 mehr Menschen als langzeitarbeitslos als noch im März vergangenen Jahres. Insgesamt waren im März 25.200 Thüringerinnen und Thüringer mehr als ein Jahr ohne Arbeit.

Das sind rund 600 mehr als noch im Februar. Mittlerweile beträgt der Anteil der Langzeitarbeitslosen innerhalb aller Arbeitslosen in Thüringen rund 36 Prozent. Im Jahr 2020 lag der Anteil bei rund 29 Prozent. Im Ländervergleich liegt Thüringen vor allen anderen Ost-Ländern.

Anzahl der Kurzarbeiter geht zurück

Von Kurzarbeit sind nach Angaben der Arbeitsagentur am stärksten die Bereiche "Herstellung von Gummi und Kunststoffwaren", das Druckgewerbe und die Gastronomie betroffen. Insgesamt ist die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit im Vergleich zum Februar aber zurückgegangen. Die Arbeitsagentur registrierte rund 600 Anzeigen für 6.800 Beschäftige im März. Im Februar waren es noch über 1.500 Anzeigen für rund 14.100 Beschäftigte.

Auch Unterbeschäftigung sinkt

Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung lag im März 2021 bei 88.200. Das waren knapp 1.900 weniger als im Februar und 3.500 mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote lag im März bei 7,8 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonat. Mit dem Begriff der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch die Menschen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus - etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit - innehaben. Menschen in Kurzarbeit werden bei diesen Zahlen nicht eingerechnet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 31. März 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

helmut57 vor 24 Wochen

Das die Arbeitslosenquote nach oben gegangen sind, ist für mich keine Überraschung. Viele Menschen haben Berufsverbot angeordnet bekommen, einmalig in der deutschen Geschichte. Mann Stelle sich nur vor, wenn das Kurzarbeitergeld nicht eingeführt worden wäre.

Frank 1 vor 24 Wochen

Bei ntv konnte man dieser Tage lesen, in der Pandemie haben deutschlandweit ca. 850.000 Minijober ihre Arbeit verloren. Da sie kein ALG 1 erhalten braucht man sie nicht zu erwähnen. Statt dessen berichtet man über Erfolge die keine sind, wenn man genauer hinschaut. Man muss das Problem nur sehen wollen.

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