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Arbeitsmarkt

Weniger Arbeitslose in Thüringen trotz Teil-Lockdown

Stand: 01. Dezember 2020, 20:54 Uhr

Die großen Entlassungswellen infolge des zweiten Corona-Lockdowns sind in Thüringen bisher ausgeblieben. Jedoch ist der Corona-Effekt deutlich erkennbar. Mehr Menschen sind arbeitslos als vor einem Jahr. Zudem sieht der DGB die Lage bei den Einkommen mit Sorge.

Trotz des Teil-Lockdowns ist die Arbeitslosigkeit in Thüringen im Vergleich zum Vormonat leicht zurückgegangen. Wie die Landes-Arbeitsagentur mitteilte, waren im November 64.400 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 1.300 weniger als im Oktober. Die Quote sank von 5,9 auf 5,8 Prozent.

Auch die Unterbeschäftigungsquote sank. Sie erfasst alle, die in der Arbeitslosenstatistik nicht auftauchen, da sie beispielsweise durch Instrumente der Arbeitsmarktpolitik gefördert werden.

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Allerdings ist der Corona-Effekt deutlich erkennbar. Die Quote liegt um 0,9 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Ohne die Corona-Pandemie wäre die Arbeitslosigkeit nach Angaben der Arbeitsagenturen einen Prozentpunkt niedriger.

Demnach haben zwischen März und November 11.000 Menschen in Thüringen ihre Arbeit wegen der Pandemie-Folgen verloren, konnten nicht in neue Jobs vermittelt oder nicht weiterqualifiziert werden. Auch die Kurzarbeit nahm im November deutlich zu, vor allem bei Hotels und Gaststätten.

Geringste Arbeitslosigkeit im Osten

Im bundesweiten Vergleich steht Thüringen besser da als alle anderen ostdeutschen Länder als auch Niedersachsen und liegt gleichauf mit Schleswig-Holstein. Regional die niedrigsten Arbeitslosequoten haben die Landkreise Hildburghausen und Saale-Holzland. Am höchsten ist die Arbeitslosigkeit in den Städten Gera und Eisenach.

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IHK bezeichnet Thüringer Arbeitsmarkt als "robust"

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt bezeichnete den Thüringer Arbeitsmarkt als "robust". Laut IHK wollen die Unternehmen trotz der Corona-Pandemie einen Stellenabbau vermeiden und ihren Mitarbeiterstand halten.

Grund dafür ist demnach, dass es gerade kleinen und mittleren Firmen schwer fallen könnte, bei einem Aufschwung neue Fachleute zu gewinnen. Um Einschnitte abzufedern, nutzen laut IHK drei Viertel von rund 400 befragten Firmen in Nord-, Mittel- und Westthüringen das Kurzarbeitergeld.

DGB über Einkommen besorgt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen-Thüringen sieht die Lage bei den Einkommen zum Teil mit Sorge. Vor allem Beschäftigte zum Mindestlohn, mit befristeten Verträgen oder in Mini-Jobs mussten laut DGB enorme Verluste hinnehmen. Für sie sei die Corona-Krise zur Armutsfalle geworden.

In Thüringen liege die Armutsquote laut Paritätischem Wohlfahrtsverband bei 17 Prozent und damit über dem Bundesschnitt. Der DGB forderte, Arbeitslose und Geringqualifizierte besser zu unterstützen und zu qualifizieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

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