Bundesagentur für Arbeit Mehr als doppelt so viele Ausbildungsplätze wie Bewerber in Thüringen

Wer in Thüringen im Maschinenbau, Handel oder der Hotellerie eine Ausbildung beginnen möchte, hat gute Chancen. Insgesamt gibt es immer mehr freie Stellen und immer weniger Bewerber für Ausbildungsberufe.

Ein Schild mit der Aufschrift  - Lehrling gesucht Ausbildung mit Zukunft  ist vor einem Zaun eines Handwerksbetriebes aufgestellt.
Seit Oktober registrierte die Arbeitsagentur rund 7.500 Ausbildungssuchende in Thüringen. Bildrechte: dpa

In Thüringen gibt es mehr als doppelt so viele Ausbildungsplätze wie Bewerber. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, waren im Juli noch knapp 5.500 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das sind rund 50 mehr als vor einem Jahr.

Gleichzeitig ging die Zahl der Bewerber zurück. Seit Oktober registrierte die Arbeitsagentur über 7.500 Ausbildungssuchende - rund 700 weniger als im Vorjahr und 1.900 weniger als im "Vor-Corona-Jahr 2019". Demnach kommen auf jeden unversorgten Bewerber rund 2,3 unbesetzte Stellen.

Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge geht zurück

Laut Bundesagentur für Arbeit haben Bewerber in Produktions- und Fertigungsberufen, wie etwa im Maschinenbau, Betriebs- und Energietechnik die besten Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Auch im Handel, in der Hotellerie und Gastronomie gibt es mehr Stellen als Bewerber.

Laut Zahlen des Landesamts für Statistik ist die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge 2020 zurückgegangen. Demnach wurden rund 650 Verträge (6,4 Prozent) weniger abgeschlossen als im Jahr davor.

Der beliebteste Ausbildungsberuf bei den Männern war demnach Kraftfahrzeugmechatroniker, gefolgt von Elektroniker. Bei den Frauen wurden die meisten Verträge in den Ausbildungsberufen Verkäuferin und Einzelhandelskauffrau abgeschlossen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. August 2021 | 15:00 Uhr

3 Kommentare

Freies Moria vor 17 Wochen

Die Statistik täuscht über die Lebensrealität hinweg. Gesuchte Berufe sind überlaufen.
Ungefüllte Ausbildungsplätze haben also spezifische Ursachen.
Die "Influencer"-Mode mag es den Betrieben schwermachen, doch am Ende ist das harte Arbeit und nur einzelne machen das.
Viel wichtiger sind Zukunftsaussichten auf einen angemessen bezahlten Job. So lange die in anderen Bundesländern oder im benachbarten Ausland viel besser sind, verschwindet die Jugend hier.
Das Land Thüringen macht sich da als Beispiel ganz gut. Händeringend werden Lehrer gesucht. Jedes Jahr neu. Aber immer erst in den Ferien. Andere Länder haben schon vorher die Absolventen geangelt, auch mit besserer Bezahlung. Gute Lehrkräfte werden vergrault - Versetzungsanträge stapeln sich und nicht wenige geben den Beruf auf.
Diese Schwerfälligkeit des Landes führt zu Nachteilen - und so ist das in den anderen Fällen oft auch.

wer auch immer vor 17 Wochen

Als YouTuber und Influenzier lässt sich mehr Geld ohne Wissen verdienen.
So lange nicht die Leistung für Handwerk, Dienstleistung oder Industrie in allen Bereichen und Bundesländern entsprechend honoriert wird, werden Lehrstellen in diesen Beriechen teilweise wenig Interesse finden.

Graf von Henneberg vor 17 Wochen

...als... verehrte MDRler, nicht "wie" - in der Überschrift.

Mehr aus Thüringen

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch in Thüringen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK