Untreueverdacht Staatsanwaltschaft Mühlhausen ermittelt gegen Ex-Chef von Awo-Tochter AJS

Gegen den ehemaligen Geschäftsführer der AWO-Tochterfirma AJS gGmbH, Michael Hack, und weitere Personen wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen sagte MDR THÜRINGEN auf Anfrage, das Verfahren werde seit Juni vergangenen Jahres gegen insgesamt vier Beschuldigte geführt. Auslöser sei eine Strafanzeige unter anderem wegen überhöhter Gehälter und geldwerter Leistungen gewesen. Zuständig sei das Dezernat für Wirtschaftskriminalität bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen. 

Hack war im Juni 2020 als Geschäftsführer der AJS gGmbH freigestellt und im August fristlos entlassen worden. Zuvor hatte der AWO-Bundesverband in einem Prüfbericht unangemessen hohe Gehälter von Hack und weiteren Managern des Unternehmens bemängelt. Diese lägen zum Teil deutlich über den als angemessen eingestuften Gehaltshöhen, heißt es in dem Bericht. Demnach bezog Hack mit rund 300.000 Euro pro Jahr ein mehr als doppelt so hohes Jahresgehalt, als es laut AWO Governance Kodex angemessen wäre. 

Michael Hack (AWO AJS gGmbH)
Michael Hack Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

AJS prüft Regressansprüche

Die AJS selbst prüft Regressansprüche gegen den ehemaligen Geschäftsführer. In einem Revisionsbericht vom Dezember vergangenen Jahres werden Hack unter anderem die unberechtigte Inanspruchnahme von Altersteilzeit und Urlaub sowie die unberechtigte private Nutzung seines Dienstwagens vorgeworfen. Laut Interimsgeschäftsführerin Katja Glybowskaja haben die Revisoren auch mehrfache Kompetenzverstöße, unkorrekte Spesenabrechnungen zum privaten Vorteil, die unberechtigte Nutzung einer Firmen-Kreditkarte für private Zwecke und Managementfehler festgestellt. Außerdem soll Hack "nahestehenden Personen" Vorteile verschafft haben. 

Der Aufsichtsrat der AJS hatte im Sommer vergangenen Jahres externe Revisoren mit der Überprüfung des Geschäftsgebarens des früheren Managements beauftragt. Hacks Anwalt Carsten Sewtz hatte im Dezember erklärt, keiner der im Revisionsbericht erhobenen Vorwürfe gegen seinen Mandanten träfe zu. Hack hat gegen seine fristlose Entlassung Klage eingereicht. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. 

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. Januar 2021 | 12:00 Uhr

12 Kommentare

Schuemmel vor 17 Wochen

Das AWO "System Richter" (Hannelore & Jürgen, AWO Hessen-Süd, Frankfurt & Wiesbaden) heißt also in der AWO Thüringen "System Hack"; erstaunlich die Parallelen: Neben der Gier dieser "Herrscher" auch das Mobbing der unteren AWO-Kasten, nach dem Motto: "Wer nicht für mich/ uns ist, ist gegen uns". Auf Youtube und den öfftl.-rechtl. Mediatheken gibt es hierzu schöne Reportagen anzuschauen.

awomazing vor 17 Wochen

Gut vorstellbar was für ein Klima in diesem Heim herrscht?
Waren sie denn schon mal bei uns? Sie sind herzlich eingeladen, sobald die Pandemie vorbei ist, an einem unserer Feste teilzunehmen! Oder... Bewerben sie sich bei uns und helfen sie uns, in dieser schweren Zeit und erleben sie unser Haus live, mit allen Ecken und Kanten!!!!
Es ist eine Frechheit, wie sie sich hier darüber äußern!!!! Ich arbeite nun schon seit einigen Jahre unter der Einrichtungsleitung Frau Thomas in Schlotheim und wir können uns wirklich nicht beschweren. Frau Thomas ist eine Einrichtungsleiterin, die sich andere Pflegeheime nur wünschen können!!!! Unsere Bewohner wohnen gerne bei uns und auch die Mitarbeiter sind zufrieden. Natürlich kann man in der Pflege meckern und sagen: "Ich will mehr Geld!". Jedoch ist dies ein Punkt der nicht in kleinen Häusern ausgetragen werden kann und sich so ändern wird, sondern nur wenn die Politik und ganz Deutschland aufwacht und im Bereich der Pflege etwas ändert!!!!!!

Lothar Thomas vor 17 Wochen

@ jackblack

Das Prinzip der Arbeiterwohlfahrt ist eigentlich schon ganz in Ordnung.

Was hier wieder einmal mehr zu Tage tritt, wie sich gewissenlose Elemente über getroffene Entscheidungen wie den AWO Governance Kodex hinwegsetzen konnten und in ihrer RAFFGIER den Boden unter ihren Füßen verloren haben.

Selbst jetzt, im Nachhinein sehen sie ihr Unrecht nicht ein und versuchen dagegen zu klagen.

Am Ende sind die übrigen Mitarbeiter der AWO jetzt die Leidtragenden, die man vollmotzt.

Ihr "Pfui Teufel" kann nur diesem "Betrüger" und seinen Speichelleckern gelten.

Ansonsten ist die AWO schon in Ordnung.

Lieber später, als Nie wird dieser Skandal deshalb jetzt auch ein gerichtliches Ende erfahren.

Bleibt nur zu hoffen, dass es für diese
gewissenlosen Gesellen ein für Alle gerechtes Urteil gibt, ohne Schlupflöcher.

Da wünscht man sich dann frühere Urteile zurück "Zwangsarbeit bei Wasser und Brot", bis der Schaden getilgt ist.


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