Tarifstreit Awo-Arbeitgeberverband schließt Regionalverband aus

Innerhalb des Wohlfahrtsverbandes Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Thüringen ist ein Streit um die Bezahlung der 10.000 Mitarbeiter entbrannt. Die Tarif-Dachorganisation Arbeitgeberverband der AWO Thüringen e.V. hat nach eigenen Angaben am Freitag beschlossen, den Regionalverband Mitte-West-Thüringen auszuschließen. Der Arbeitgeberverband reagiert damit auf die Ankündigung des Regionalverbandes mit 1.200 Beschäftigten, separate Tarifverhandlungen zu führen. Das Ziel: Mehr Geld für die Mitarbeiter.

Bislang werden alle 10.000 Awo-Mitarbeiter in Thüringen nach einem einheitlichen Tarifvertrag bezahlt - egal, ob sie in Nordhausen, Meiningen, Erfurt oder Weimar arbeiten. Die Verhandlungen darüber führte bisher für alle Thüringer Awo-Kreis- und Regionalverbände der Awo-Arbeitgeberverband mit Sitz in Erfurt. Verhandlungspartner ist die kleinere Gewerkschaft DHV mit Sitz in Hamburg, die dem Christlichen Gewerkschaftsbund angehört.

Aussicht auf mehr Geld für Pflegekräfte

Die Konditionen des thüringenweiten Awo-Tarifvertrags erscheinen dem Regionalverband Mitte-West-Thüringen mit Sitz in Weimar jedoch als zu gering. Vize-Vorstandsvorsitzende Katja Glybowskaja sagte, es gehe um eine finanzielle Würdigung der tagtäglichen Arbeit der Beschäftigten. Deswegen werde sich der Regionalverband dem Arbeitgeberverband der Awo Deutschland anschließen. Dieser verhandelt seine Tarifverträge mit der weitaus größeren Gewerkschaft Verdi. Regionalverbands-Betriebsrätin Katja Bienert sagte, vor allem für Pflegekräfte könnte das zu ordentlichen Gehaltssteigerungen führen. Derzeit kämpfe Verdi für einen Stundenlohn von 16 Euro in der Pflege. Das sei deutlich mehr, als momentan in Thüringen gezahlt werde.

Der Arbeitgeberverband der Awo Thüringen bezeichnete den Schritt des Regionalverbands als "überraschend und unnötig". Der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, Uwe Kramer, teilte mit, es habe keine Anzeichen und keine Forderungen nach Verhandlungen mit Verdi gegeben. Der Alleingang des Regionalverbandes schwäche sowohl diesen selbst als auch den Arbeitgeberverband der Awo Thüringen. Kramer versicherte, auch der Thüringer Awo-Arbeitgeberverband strebe höhere Löhne für die Beschäftigten an und sperre sich nicht gegen Verhandlungen mit Verdi.

Das ist die Awo in Thüringen Die Awo ist ein dezentral organisierter Wohlfahrtsverband, der sich einer Kombination aus ehrenamtlicher Verbandstätigkeit, professioneller Sozialarbeit und sozialem Unternehmertum verschrieben hat. Die Awo in Thüringen besteht aus 18 Kreis- und Regionalverbänden, die sich um Kinder und Jugendliche, Behinderte, Senioren und Migranten kümmern. Die Awo betreibt Kindergärten, Beratungseinrichtungen, Behinderten- und Seniorenheime, Schulen und ambulante Pflegedienste.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. April 2019 | 19:00 Uhr

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