ÖPNV Thüringer Azubi-Ticket wird teurer

Das Thüringer Azubi-Ticket wird deutlich teurer. Ab Januar müssen Auszubildende monatlich 60 statt bislang 50 Euro zahlen, wie die Deutsche Bahn Vertrieb GmbH ihren Abonnenten mitteilte. Damit zahlen Auszubildende 20 Prozent mehr. Die Differenz zwischen realen Kosten und Ausgabepreis übernimmt weiterhin das Land Thüringen. Laut Bahn kostet das Azubi-Ticket ab Januar insgesamt gut 198 Euro, etwa sechs Euro mehr als bisher.

Azubi-Ticket in Thüringen wird überprüft

Unklar ist derzeit noch, in welcher Form das Ticket nach 2022 angeboten wird. Schon im Oktober hatte das Verkehrsministerium Änderungen angekündigt. Für die Zeit ab 2023 gebe es verschiedene Überlegungen, heißt es. Einerseits müsse der Mitteleinsatz des Landes optimiert werden, andererseits solle aber der Preis für die Azubis nicht weiter steigen. Die Tickets könnten beispielsweise individuell ausgerichtet werden und zwischen Wohnort, Schulstandort und Ausbildungsbetrieb beziehungsweise Einsatzstelle uneingeschränkt gelten. Auf keinen Fall solle das 2018 gestartete Projekt beendet werden, hieß es.

Mit dem Azubi-Ticket können Lehrlinge fast überall in Thüringen mit Bussen und Bahnen fahren. Aktuell wird es von 12.000 jungen Leuten genutzt. Nur im Landkreis Greiz hat das Ticket keine Gültigkeit.

Grüne Jugend und Jusos üben Kritik

Die Thüringer Jusos und die Grüne Jugend Thüringen kritisierten den steigenden Preis des Thüringer Azubi-Tickets. Die Preissteigerung von 20 Prozent dürfe nicht auf die Auszubildenden abgewälzt werden, sagte der Thüringer Juso-Vorsitzende Maximilian Schröter am Dienstag. "Eine Preiserhöhung ist das falsche Signal", sagte die Sprecherin der Grünen Jugend, Karoline Jobst. Grundsätzlich muss das Azubi-Ticket günstiger werden.

Junge Leute gewinne man mit attraktiven Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, wie etwa dem Azubi-Ticket. "Landesregierung und die Thüringer Wirtschaft müssen eine kurzfristige Lösung für 2022 finden, um die finanzielle Belastung der Azubis für ihre Mobilität nicht ansteigen zu lassen", sagte Schröter. Die Grüne Jugend hält laut Jobst ein Dreiteilungsmodell "für gerechtfertigt und sinnvoll", in dem je ein Drittel vom Land, Azubi und Wirtschaft gezahlt werde. Langfristig müsse das Modellprojekt zur Sicherheit der 12.000 Abonnenten und Abonnentinnen als fester Bestandteil verankert werden - dafür müsse die Thüringer Wirtschaft ihren finanziellen Beitrag leisten.

Quelle: dpa/MDR(fno/maf)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. November 2021 | 11:00 Uhr

2 Kommentare

knarf2 vor 9 Wochen

Es bewahrheitet sich immer wieder,es gibt nix was billiger wird.Ziehen die Energiekosten an folgt der gesamte Rattenschwanz!

Kleingartenzwerg vor 9 Wochen

Na das war doch absehbarer, die CO2-Steuer muss refinanziert werden. Dazu kommen die gestiegenen Lohnkosten und, und, und.

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