Zahlreiche Badegäste besuchen den Badesee Nordstrand in Erfurt.
Der Norsdtrand in Erfurt ist eine der vielen Möglichkeiten zum Abkühlen im kommenden Sommer. Bildrechte: picture alliance / ZB | Sebastian Kahnert

Sommerspaß Großer Badeseen-Check: Hier können Sie sich in Thüringen am besten abkühlen

11. Juli 2024, 06:30 Uhr

Sommerzeit ist Badezeit. Neben Freibädern laden auch viele natürliche Badegewässer in Thüringen zum Sprung ins kühle Nass ein. Einige der natürlichen Gewässer haben wir für Sie getestet.

Sommerzeit ist Badezeit. Neben zahlreichen Freibädern laden auch 27 natürliche Badegewässer - vom Kiessee bis zum Strandbad in Thüringen zum Sprung ins kühle Nass ein. Einige von den natürlichen Gewässern haben wir getestet und können sie weiterempfehlen. Sie können größtenteils kostenfrei genutzt werden. An einigen Bademöglichkeiten kostet ein Tagesticket jedoch ab zwei Euro.

Badeseen in der Mitte und im Westen Thüringens

In der Mitte von Thüringen und etwas abgeschieden lockt unter anderem die Kiesgrube Leubingen in der Nähe von Sömmerda zum Sprung ins kühle Nass. Vor allem die Bewohner der umliegenden Orte Schillingstedt, Weißensee und Kölleda genießen es, sich an heißen Tagen dort abzukühlen oder einfach in der Sonne zu entspannen. Das Wasser ist klar und in der Mitte des Sees gibt es eine kleine Insel, auf der man eine kurze Verschnaufpause beim Schwimmen einlegen kann. Für FKK-Liebhaber gibt es einen separaten Bereich.

Abgerundet wird die Wohlfühloase mit einem Beachvolleyballfeld, einem kleinen Spielplatz und einer Beachbar. Der Zugang zum Badesee ist ganzjährig möglich. In den Sommermonaten bewacht den See tagsüber ein Schwimmmeister. Erreichbar ist der Baggersee am Kieswerk über den Radweg oder per Auto.

Schwimmende Person in der Kiesgrube Leubingen.
Die Kiesgrube in Leubingen lädt ganzjährig zum Schwimmen ein. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Ebenfalls in der Mitte Thüringens liegt der Alperstedter See, der von den Einheimischen auch Lago di Alpi genannt wird. Der türkisblaue See ist der größte der Erfurter Seen. Er besticht nicht nur mit seinem klaren Wasser. Dort gibt es auch drei Beachbars. Auf dem See kann man segeln, Kanu fahren, Stand-up-paddeln oder auch surfen. Das klare Wasser und die sanften Winde machen den See zu einem idealen Ort für Segler und Windsurfer.

Dauerbesucher kommen nicht zu kurz

Auf der Seite des Campingplatzes "Thuerkies" am Alperstedter See gibt es einen kleinen Sandstrand, an dem Kinder buddeln oder Sandburgen bauen können. Außerdem kann man dort ganz einfach mit seinem Stand-up-Paddel hinausgleiten. Auf der Seite des Campingplatzes gibt es auch eine Beachbar und einen neuen Spielplatz sowie ein Beachvolleyballfeld. Zudem gibt es eine extra Hundebadestelle.

Der Eintritt für das Camping-Gelände kostet zwei Euro pro Tag. Weitere Beachbars gibt es auf der gegenüberliegenden Seite. Dort kann man auch in schwimmenden Hütten übernachten. Beliebt ist der See auch bei Anglern. Denn er bietet eine Vielzahl von Fischarten wie Hecht, Zander und Barsch. Den Alperstedter See erreicht man ganz bequem mit dem Badebus Nr.132 ab der Grubenstraße in Erfurt. Aber auch per Fahrrad lässt sich der See gut erkunden.

Segelboote auf dem Alperstedter See.
Der Alperstedter See bietet auch für Sportbegeisterte ein großes Angebot. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Weitere Badeseen in Mittel- und Westthüringen sind der Freizeit- und Erholungspark Nordstrand in Erfurt, das Strandbad Stotternheim, der Campingplatz in Kühnhausen oder der 42 Hektar große Stausee Hohenfelden im Weimarer Land inklusive Campingplatz.

Im Kreis Gotha liegt zudem der Campingplatz Schaff mit einem Badeteich. See-und Strandfeeling gibt es auch an der Kiesgrube in Immelborn (Wartburgkreis). Es besteht aus zwei separaten Seen, die durch eine Straße getrennt sind. Zudem gibt es einen Campingplatz. Auch für die Angler ist die Kiesgrube ein kleines Paradies, denn im sauberen Wasser fühlen sich Karpfen und Zander wohl. In der Rhön lädt der Schönsee in Urnshausen zum Schwimmen und idyllischen Campen ein.

Grünbewuchs am Bergsee Ebertswiese.
An vielen Seen kann man zusätzlich die Natur genießen. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Natürliche Badegewässer im Süden Thüringens

Auch im Süden gibt es abseits der großen Pfade schöne Orte zum Baden wie zum Beispiel in Südthüringen im Strandbad Breitungen (Kreis Schmalkalden-Meiningen). Der Natursee in Breitungen hat einen künstlich angelegten 150 Meter langen und etwa fünf Meter breiten Badestrand mit Steg und Badeinsel. Rund um den See gibt es unter anderem einen Spielplatz, ein Bootsverleih und eine Minigolfanlage.

Wer länger bleiben möchte, kann im Schäferwagen, Bungalow oder auch im Zelt auf dem Campingplatz übernachten. Im Strandbad gibt es zudem einen Imbiss. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt pro Tag. Auch Hunde sind dort gerne gesehen. Erreichbar ist das Strandbad zu Fuß, mit dem Zug, dem Fahrrad oder dem Auto.

Ein künstlicher Steg am Strandbad Breitungen.
Spiel, Spaß und Spannung für die ganze Familie am Strandbad Breitungen. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Außerdem haben wir den Bergsee an der Ebertswiese bei Floh-Seligenthal (Kreis Schmalkalden-Meiningen) besucht. Er ist zwar keine offizielle Badestelle. Dennoch ist der smaragdgrüne Bergsee auf 836 Metern Höhe am Rennsteig sehr beliebt. Inmitten von bis zu 30 Meter hohen Felswänden und duftenden Tannen liegt der idyllische Bergsee. Da die Tiefe des Bergsees zwischen acht und 13 Metern schwankt, sollten nur gute Schwimmer dort baden gehen. Zudem gehört der See zu den kältesten natürlichen Badestellen in Thüringen.

Ein Thermometer zur Messung der Wassertemperatur im Bergsee Ebertswiese.
Die Wassertemperaturen im Bergsee an der Ebertswiese sind nichts für jederman. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Neben dem See gibt es an der Ebertswiese Picknickplätze und einen kleinen Spielplatz. Zudem könne mutige Schwimmer von den Felswänden in das kühle Nass springen. Der Bergsee ist durch das Betreiben eines Steinbruchs entstanden und zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar. Es geht aber ordentlich bergauf. Außerdem kann der See von Schmalkalden aus über die L1026 mit dem Auto angefahren werden. Öffentliche Parkplätze sind ausgeschildert.

Der Ilm-Kreis wartet mit gleich zwei natürlichen Badegewässern auf - mit dem Lütsche-Stausee zwischen Gräfenroda, Frankenhain und Oberhof und dem Waldbad Stützerbach. Dieser Naturteich ist mit Quellwasser gefüllt.

Der etwa ein Kilometer lange und 200 Meter breite Lütsche-Stausee verfügt über einen Badestrand und zahlreiche Möglichkeiten für Wasser- und Angelsportler. An der Talsperre befinden sich auch Kinderspielplätze, Gastronomie und ein Campingplatz. Zudem ist sie eingebettet in das großzügige Wanderwegenetz am Rennsteig.

Außerdem lockt der 100 Hektar große Bergsee Ratscher inmitten von bewaldeten Bergen bei Schleusingen zum Abkühlen. Neben Baden (auch FKK) und Camping gibt es weitere Freizeitmöglichkeiten wie Surfen, Freizeitsport oder eine Riesenwasserrutsche.

Im Kreis Sonneberg liegt das Waldbad Bernhardsthal. Das Naturbecken hat einen abgegrenzten Nichtschwimmerbereich und eine große Liegewiese.

Die Seenlandschaft im Osten Thüringens

Der Osten Thüringens gleicht einem Seenland. Dort befinden sich derzeit die meisten natürlichen Seen. Gleich drei Badegewässer bietet das Altenburger Land. Baden kann man dort im Prößdorfer See bei Lucka, im Hainbergsee bei Meuselwitz und im See Pahna bei Fockendorf.

Im Kreis Greiz lockt das Naturbad Münchenbernsdorf, das Naturbad Triebes und die Talsperre Zeulenroda mit drei verschiedenen Badestellen. Noch mehr Badestellen gibt es im Saale-Orla-Kreis. Dort liegt mit der Bleilochtalsperre der größte See in Thüringen mit Bademöglichkeiten in Saalburg und Kloster. Mit einer Fläche von 920 Hektar ist die Bleilochtalsperre nicht nur der größte Badesee in Thüringen, sondern auch der größte Stausee Deutschlands. Er ist 28 Kilometer lang.

Auch an der Linkenmühle am Hohenwarte-Stausee kann gebadet werden. Badegäste können aber auch an der Portenschmiede, am Campingplatz Hopfenmühle, am Campingplatz Alter oder am Campingplatz Schäferwiese abtauchen.

Grünbewuchs und Pflanzen am Bergsee Ebertswiese.
Der Bergsee Ebertswiese liegt mitten in der Natur und bietet die optimale Möglichkeit zur Entspannung. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Ein weiterer Bade-Hotspot ist das Waldseebad Königsee im Kreis Saalfeld-Rudolstadt. Es ist von Laub und Nadelbäumen umsäumt und wird aus zwei Quellen gespeist. Zudem gibt es das Strandbad Aga bei Gera und das Naturbad Kaimberg bei Gera. In Jena lockt der "Schleicher" mit der längsten Badesaison thüringenweit. Geschlossen ist hingegen derzeit der Stausee Albersdorf im Kreis Greiz, da es dort keinen Betreiber gibt.

Naturparadiese für Badefans im Norden Thüringens

Zwischen Mühlhausen und Eisenach liegt die Talsperre Seebach. Der kleine Stausee liegt wenige Kilometer südlich von Mühlhausen in Thüringen, nur einen Kilometer von Niederdorla entfernt und ist wegen der Winde unter anderem bei Surfern und Kitern beliebt.

SUP am Strand des Alperstedter See.
Stand-Up-Paddling erfreut sich immer größerer Beliebtheit und ist auch in Thüringen vielerorts möglich. Bildrechte: MDR/Jana Hildebrandt

Etwa 20 Kilometer südöstlich des Kyffhäuser-Denkmales liegt im Kyffhäuserkreis das Naturschwimmbad Heldrungen mit einem Fünf-Meter-Turm für Mutige. Außerdem kann man das Bad mit einem Ruderboot erkunden. Im Kreis Nordhausen lädt der Bielener See zum Baden ein. Aus früheren Kiesgruben sind mehrere Seen entstanden, darunter auch der Bielener See.

Landesamt für Verbraucherschutz prüft Wasserqualität

Kein Badebetrieb gibt es derzeit an den Bebraer Teichen bei Sondershausen. Auf das natürliche Bad in einem Thüringer Fluss oder Bach müssen Badegäste allerdings verzichten. Bisher gibt es an keinem Fluss in Thüringen eine offizielle Badestelle.

Alle vier Wochen wird die Wasserqualität der Badestellen vom Landesamt für Verbraucherschutz überprüft.

MDR (jhi)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 06. Juli 2024 | 09:00 Uhr

5 Kommentare

MDR-Team vor 4 Tagen

Hallo part,

Unsere Autorin Jana Hildebrandt war für diesen Artikel vergangene Woche bei der Kiesgrube Leubingen und hat ihre Eindrücke für uns gesammelt. Aber, und das wollen wir nicht unterschlagen: Im Juli 2022 hatte das Gesundheitsamt Sömmerda vorm Baden in der Kiesgrube gewarnt. Grund war damals eine hohe Vibrionen-Konzentration. Verboten wurde das Baden im See aber nicht. Laut Gesundheitsamt handelt es sich bei den damals nachgewiesenen Vibrionen um natürlich vorkommende aquatische Bakterien. Ihr Vorkommen könne nicht verhindert werden. Das Gesundheitsamt kündigte damals an, die Konzentration der Vibrionen im Wasser in Leubingen regelmäßig zu überprüfen:
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/soemmerda/leubingen-badesee-kiesgrube-vibrionen-100.html

Mit freundlichen Grüßen
MDR Thüringen – Online Redaktion

part vor 4 Tagen

Die Kiesgrube in Leubingen sollte besser nicht angepriesen werden, es war einfach nur ekelhaft, was vor länger Zeit dort sehen musste. Die Wasserqualität wurde ja auch im vorigen Jahr amtlich dort bemängelt. Besser, die Journalisten vom MDR machen mal ein Testbaden dort und schauen sich auch das Umfeld an.

MDR-Team vor 5 Tagen

@xxy21 Warten Sie gern nochmal die kommende Woche ab, ob Sie die Fleecejacke dann immer noch brauchen und dann melden Sie sich gern noch einmal. Viele Grüße aus der Redaktion und einen schönen sonnigen Sonntag!

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