Arbeitskampf Lokführer-Streik: Auch in Thüringen starke Einschränkungen

Im laufenden Tarifkampf bei der Deutschen Bahn gibt es seit Mittwoch eine neue Streikrunde der Lokführer. Davon ist seit Donnerstagmorgen auch der Personenverkehr auf Fern- und Regionalstrecken in Thüringen betroffen.

Auf einer Anzeigetafel werden im Hauptbahnhof beim Streik der Lokführergewerkschaft GDL Zugausfälle angezeigt
Wegen der Streiks wird es bei der Bahn voraussichtlich Zugausfälle vom 2. bis 7. September geben. Bildrechte: dpa

Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn führt seit Donnerstagmorgen zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen in Thüringen. Der Ausstand im Personenverkehr sei um 2 Uhr angelaufen, bestätigte eine Bahnsprecherin.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 02.09.2021 19:00Uhr 02:39 min

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Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, gibt es einen Ersatzfahrplan auf mehreren Linien im Freistaat. Dieser gilt zunächst für die ersten beiden Streiktage im Personenverkehr am 2. und 3. September. Für die folgenden Streiktage kündigte das Unternehmen Aktualisierungen mit einem Vorlauf von zwei Tagen an. Die Streiks sollen nach Angaben der GDL bis zum 7. September, 2 Uhr, dauern - im Güterverkehr legen die Lokführer schon am Mittwoch die Arbeit nieder.

Bahn-Einschränkungen in Thüringen

Auf folgenden Thüringer Regionalstrecken der Deutschen Bahn gibt es in diesem Zeitraum Ersatzfahrpläne:

RE 1 Glauchau-Gera-Jena-Erfurt-Gotha-Leinefelde-Göttingen: Es verkehrt ausschließlich ein Zug zwischen Gera Hbf und Erfurt Hbf.

RE 2 Erfurt-Bad Langensalza-Leinefelde-Eichenberg-Kassel-Wilhelmshöhe: Es verkehrt ein Zug ausschließlich zwischen Erfurt Hbf und Leinefelde.

RE 3 Altenburg/Greiz-Gera-Jena-Erfurt: Die Linie soll im Zwei-Stunden-Takt bedient werden.

RB 52 Erfurt-Bad Langensalza-Mühlhausen-Leinefelde: Die Linie soll im Zwei-Stunden-Takt bedient werden.

Auf allen anderen Linien der Deutschen Bahn entfällt der Zugverkehr komplett.

Zahlreiche Verbindungen auf ICE-Strecke über Erfurt gestrichen

Im Fernverkehr fährt planmäßig nur jeder vierte Zug, Fahrgästen wird empfohlen, ihre Reise nach Möglichkeit zu verschieben. "Wer kann, sollte umbuchen", sagte die Bahnsprecherin am Donnerstagmorgen - oder sich zeitnah online über die Einschränkungen im Fahrplan informieren und am besten einen Sitzplatz buchen. So ist beispielsweise auf der ICE-Strecke Erfurt-Nürnberg eine große Zahl der normalerweise stündlichen Verbindungen gestrichen. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Website der Deutschen Bahn.

Erfurter Bahn, Abellio, Süd-Thüringen-Bahn nach Plan

Private Bahn-Unternehmen sind vom Lokführer-Streik nicht direkt betroffen. So fahren die Züge von Abellio, Süd-Thüringen-Bahn und Erfurter Bahn in Thüringen nach Plan. Die Unternehmen teilten mit, dass streikbedingte Auswirkungen auf ihre Verbindungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden könnten.

GDL lehnt Bahn-Angebot ab

Mit der neuen Streikrunde will die GDL ihre Forderung nach 3,2 Prozent mehr Lohn und Corona-Prämien für die Lokführer der Deutschen Bahn AG durchsetzen. Die Bahn-Geschäftsführung hatte die neue Streikandrohung scharf kritisiert und der Gewerkschaft vorgeworfen, einen Machtkampf austragen zu wollen. Die Bahn hatte zwar am Mittwoch noch ein verbessertes Angebot vorgelegt. Die GDL hat allerdings auch dieses abgelehnt

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 01. September 2021 | 18:00 Uhr

11 Kommentare

DermbacherIn vor 7 Wochen

Die GDL kann ihre Sreiks auch nur deshalb durchführen, weil die Kunden des Personenverkehrs keine großen Alternativen haben und die Bahn auch mit hohen Milliardensummen vom Staat unterstützt wird. Man kann sagen, die ohnehin nicht gute Leistung der Bahn wird durch die Streiks noch schlechter.

DermbacherIn vor 7 Wochen

Ich kannte die Bahn, als sie noch öffentlicher Dienst war und Schaffner noch Beamte. Da konnte man die Uhr nach den Zügen stellen. Es gab auch erheblich mehr davon, besonders auf den Nebenstrecken, wo heute zum Teil nichts mehr fährt. Das waren fast Schweizer Verhältnisse.
Und auf der anderen Seite kenne ich auch das Bahnnetz in Großbritannien, wo alles privatisiert ist. Extrem teuer, wenn man kurzfristig eine Fahrkarte braucht und ebenso unzuverlässig wie hier. Die Nordostlinien werden übrigens teilweise gerade wieder für eine Weile öffentlich finanziert, weil die Virgin-Linien genug Gewinner herausgezogen haben und man mal wieder was investieren muss. Aber das machen die Privaten nicht, kostet ja Geld.

Lyn vor 7 Wochen

Dann ist da noch das Detail, dass wir hochoffiziell eine extrem gefährliche Pandemie haben.

Hm.

In der letzten Zeit waren die Züge so angenehm leer.... gut für die Reisenden, schlecht für die Kassen der Bahn.

Wenn jetzt nur jeder 5. (?) ICE fährt, drängen sich die Leute aus 5 Zügen in 1 Zug.

Unabhängig davon, was ich aktuell persönlich von der derzeitigen Corona Lage halte: dann könnte es gefährlich werden. Hallo? Ich bin doch nicht lebensmüde? Obwohl voll geimpft, es gibt für alles Grenzen.

Es war ein Fehler, die Bahn zu privatisieren.
Es war ein weiterer Fehler, zuzulassen, dass sich in 1 Unternehmen 2 Gewerkschaften tummeln.

Ausbaden muss das der Bahnkunde.

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