Deutsche Bahn Lokführer streiken weiter - Einschränkungen im Bahnverkehr bleiben bestehen

Der Bahnstreik der Lokführergewerkschaft GDL hat auch am Donnerstag für zahlreiche Zugausfälle auf Deutschlands Schienen gesorgt. Nach Angaben der Bahn fuhren nur rund 25 Prozent der Züge auf Fernstrecken. Im Regionalverkehr sollten mehr Verbindungen bedient werden. Andere Bahnbetreiber wie Abellio oder die Erfurter Bahn sind von dem Lokführer-Streik nicht betroffen.

Streik bei der Deutsche Bahn
Bundesweit fährt nur einer von vier Fernzügen. Auch im Regionalverkehr fahren Züge später oder gar nicht. Bildrechte: imago images/Michael Gstettenbauer

Pendler am Bahnhof in Gera zeigten sich am Donnerstag erleichtert. Zwar fielen auch hier die ICs der Bahn AG nach Jena und Leipzig aus. Die Regionalzüge der anderen Bahngesellschaften fuhren aber hier wie im ganzen Land nahezu planmäßig. Auf den Strecken zwischen Erfurt, Altenburg und Leinefelde fallen jedoch immer wieder Züge der Deutschen Bahn aus. Vor allem die Regionalzüge, die zwischen Erfurt sowie Kassel, Altenburg und Leinefelde fahren, sind betroffen. Am Bahnhof Gera entfiel zudem am Morgen die Verbindung nach Mühlhausen.

Wer also mit ICE von Erfurt Richtung München und Richtung Berlin fahren will, sollte einen Sitzplatz reservieren. Denn bis zum Abend fahren auf diesen Strecken nur je zwei Schnellzüge. Die Bahn sorgt sich daher in den wenigen verbliebenen Zügen um das Platzangebot in Corona-Zeiten. Normalerweise gibt es fast halbstündlich Verbindungen.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 11.08.2021 19:00Uhr 02:10 min

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Der bundesweite Streik soll nach 48 Stunden in der Nacht auf Freitag enden. Ab 2.00 Uhr soll dann wieder der normale Fahrplan gelten. Bis sich der Nah- und Fernverkehr aber wieder normalisiere, wird es nach Angaben der Bahn noch einige Zeit dauern. 

Unterschiedliche Bewertungen des Streiks

Die GDL sprach in einer ersten Zwischenbilanz des Streiks von einem Erfolg. "Die Kollegen sind frustriert, sind wütend. Sie machen dies mit der Teilnahme an diesem Arbeitskampf deutlich", sagte Vize-Chef Norbert Quitter. Es liege in der Hand des Bahn-Managements, ob es ein verhandlungsfähiges Angebot gebe oder weiter gestreikt werden müsse.

Die Bundesregierung macht Bahn-Reisenden allerdings keine Hoffnung auf ein schnelles Ende des Arbeitskampfes. "Ich befürchte, dass es mit kurzfristig Entschärfen schwierig wird", warnte der Bahn-Beauftragte Enak Ferlemann am Donnerstag.

Bahnsprecher Achim Stauß bezeichnete den Streik erneut als "völlig überzogen" und rief die Arbeitnehmerseite dazu auf, wieder zu verhandeln. Am Verhandlungstisch seien beide Seiten bereits "relativ nah beieinander", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Stauß warf der Gewerkschaft auch vor, mit dem Streik dem Klima zu schaden. Die Menschen seien teils "gezwungen, von der umweltfreundlichen Bahn auf weniger nachhaltige Verkehrsmittel umzusteigen", sagte er.

Streit zwischen zwei Gewerkschaften

Mitglieder der GDL streiken offiziell für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Dabei verlangt die Gewerkschaft 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen und eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

Sonderregelung für Fahrscheine

Der Bahn zufolge gelten wegen des Streiks besondere Kulanzregelungen. Bereits gebuchte Fahrkarten für betroffene Strecken behalten ihre Gültigkeit demnach bis zum 20. August, die Zugbindung entfällt. Auch eine kostenfreie Erstattung der Zugtickets ist möglich. 

Außerdem richtete die Bahn eine kostenfreie Sonderhotline ein: (08000/996633). 

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Quelle: MDR Thüringen/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. August 2021 | 14:00 Uhr

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