Lokführer Bahn-Streik: Zugausfälle in Thüringen - DB-Konkurrenten fahren regulär

Der angekündigte Streik der Lokomotivführer der Deutschen Bahn im Personenverkehr hat begonnen. Im Thüringer Fern- und Regionalverkehr fahren deutlich weniger Züge. Nach Fahrplan verkehren Züge der Bahn-Konkurrenten.

Ein Regionalzug RB21 der Erfurter Bahn nach Gera wartet im Bahnhof Erfurt Hauptbahnhof am Bahnsteig 9 auf die Abfahrt.
Für Montag und Dienstag hat die Gewerkschaft GDL Streiks bei der Deutschen Bahn angekündigt. Andere Anbieter wie Abellio fahren nach regulärem Fahrplan. Bildrechte: dpa

In Thüringen fahren Personenzüge der Deutschen Bahn seit Montagmorgen nur eingeschränkt. Wegen des erneuten Streiks der Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL kann die Deutsche Bahn bis Mittwochfrüh 2 Uhr lediglich einen Notverkehr auf vielen ihrer Linien im oder durch den Freistaat anbieten. Im Fernverkehr will der bundeseigene Konzern bundesweit rund ein Viertel der gewohnten Züge rollen lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr peilt das Unternehmen nach eigenen Angaben nur 40 Prozent des Zugverkehrs an.

Bahnstreik 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 23.08.2021 19:00Uhr 01:47 min

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Regionalverkehr in Thüringen beeinträchtigt

Der Regional- und Nahverkehr der Deutschen Bahn in Thüringen wird mit Stand von Sonntagmittag am Montag und Dienstag auf folgende Verbindungen beschränkt. Die Bahn bittet darüber hinaus ihre Fahrgäste, sich im Vorfeld und kurz vor Fahrtantritt darüber zu informieren, ob ihre Verbindung funktioniert.

Geplante Ersatzfahrten der Deutschen Bahn für den Thüringer Regionalverkehr

RE 1: Glauchau (Sachsen) - Gera Hbf - Jena - Erfurt Hbf - Gotha - Leinefelde - Göttingen

  • Es soll ein einzelner Zug ausschließlich zwischen Gera Hbf und Erfurt Hbf fahren

RE 2: Erfurt Hbf - Bad Langensalza - Leinefelde - Eichenberg - Kassel-Wilhelmshöhe

  • Es soll ein einzelner Zug ausschließlich zwischen Erfurt Hbf und Leinefelde fahren

RE 3: Altenburg/Greiz - Gera Hbf - Jena - Erfurt Hbf

  • Die Bahn plant, diese Linie im 2-Stunden-Takt verkehren zu lassen

RB 52: Erfurt Hbf - Bad Langensalza - Mühlhausen (Thüringen) - Leinefelde

  • Die Bahn plant, diese Linie im 2-Stunden-Takt verkehren zu lassen.

RB 53: Gotha - Bad Langensalza

  • Die Bahn plant auf dieser Linie einen Busnotverkehr. Die Fahrtzeiten finden Sie hier: Link

RE 55: Erfurt Hbf - Straußfurt - Sondershausen - Nordhausen

  • Die Bahn plant, diese Linie im 2-Stunden-Takt verkehren zu lassen.


Aktuelle überregionale Informationen zum Ersatzfahrplan der Bahn finden Sie hier: Link

Im Fernverkehr durch Thüringen sollen nach Angaben der Bahn von Freitag nur "vereinzelte" ICE- und Intercity-Züge.

Bahn kündigt Infohotline und Kulanzregelung an

Bei der Bahn AG gilt eine Kulanzregelung: So sollen vor allem gebuchte Tickets, die vom 23. bis einschließlich 24. August vom Streik betroffen sind, bis einschließlich 4. September flexibel genutzt werden können. Auch bei Spar- und Supersparpreisen werde die Zugbindung entsprechend aufgehoben. Der Konzern rechnet ab Mittwoch, 25. August, wieder mit einem weitgehend normalen Ablauf im Personenverkehr.

Ausführlich Informationen über die Rechte von Ticketinhabern und Rückgabeoptionen finden Sie hier: Link

Zweiter GDL-Streik innerhalb einer Woche

Bereits in der vergangenen Woche hatte die GDL den Fern-, und Nahverkehr bei der Deutschen Bahn über zwei Tage bestreikt. Die GDL fordert Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Die Deutsche Bahn hatte der GDL zwar 3,2 Prozent angeboten, die Erhöhung soll demnach jedoch später greifen als von der Gewerkschaft gefordert. Auch bei der Laufzeit des Tarifvertrags liegen die Vorstellungen beider Seiten noch deutlich auseinander.

Über den Tarifverhandlungen schwebt auch der Konkurrenzkampf zwischen beiden großen Lokführer-Gewerkschaften. Die deutlich mitgliederstärkere EVG hatte der GDL einen "Machtkampf" vorgeworfen. GDL-Chef Claus Weselsky wies die Vorwürfe mit Verweis auf eine "normale Tarifauseinandersetzung" aber zurück.

Deutsche Bahn als einziger Anbieter betroffen

Die Deutsche Bahn ist als einziger Anbieter von den für Montag und Dienstag angekündigten Streiks betroffen. Das Angebot der Konkurrenz wie Flixtrain, Abellio, Erfurter Bahn oder der Südthüringenbahn findet nach regulärem Fahrplan statt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. August 2021 | 17:00 Uhr

30 Kommentare

knarf2 vor 13 Wochen

Frau K.:Ein Gewerkschaftsboss hat die Aufgabe für seine Mitglieder das Beste zu erstreiten und das natürlich im Rahmen gültiger Gesetze damit alles richtig verstanden wird!

knarf2 vor 13 Wochen

Wenn Sie für Gewerkschaft sind Frage ich mich warum darf dann nicht gestreigt werden nur weil Sie etwas gegen den Weselsky haben?Das heißt sich irgendwie!

Frau K. vor 13 Wochen

Diese elitären Gewerkschaften, wie die Pilotengewerkschaft, Ärztegewerkschaft, Lokfüher....
Die kämpfen für sich und sind nicht solidarisch mit dem Fussvolk im eigenen Betrieb.

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