Verkehr Städte und Kreise fordern Ausbau der Bahnstrecke Gotha - Leinefelde

In Ostthüringen macht die Politik seit Wochen Druck für den Ausbau der Bahnstrecke Weimar - Gößnitz. Jetzt fordern Kommunalpolitiker im Norden und Westen, auch in die Strecke Gotha - Leinefelde zu investieren.

Ein Regionalexpress fährt in den Bahnhof Leinefelde ein
Regionalexpress im Bahnhof Leinefelde: Der Ausbau der Strecke Gotha - Leinefelde soll priorisiert werden, fordern sieben Thüringer Kreise und Städte in einem Brief an Ministerpräsident Ramelow. Bildrechte: imago/Klaus Martin Höfer

Sieben Thüringer Kreise und Städte haben sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und mehrere Thüringer Bundestagsabgeordnete gewandt. Die Empfänger werden aufgefordert, sich beim Bundesverkehrsministerium und bei der Deutschen Bahn für den Ausbau der Bahnstrecke Gotha - Leinefelde einzusetzen. Die Strecke solle elektrifiziert und abschnittsweise zweigleisig ausgebaut werden. Der Brief ging an die Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider und Tina Rudolph (beide SPD), Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Manfred Grund (CDU).

Die 67 Kilometer lange Strecke Gotha-Leinefelde ist weitgehend eingleisig und zudem nicht elektrifiziert. Auf der Strecke fahren unter anderem die Dieseltriebwagen der Regionalexpresslinie RE1 Göttingen - Glauchau, die weiter westlich auch die Strecke Weimar - Gößnitz befahren. Sollte diese Strecke - wie von der Thüringer Politik massiv gefordert - elektrifiziert werden, müssten weiter Dieseltriebwagen eingesetzt werden, weil zwischen Gotha und Leinefelde die Oberleitung fehlt.

Strecke seit 2018 "vordringlicher Bedarf"

Die Ausbaustrecke Gotha - Leinefelde rückte zwar 2018 beim Bedarfsplan für die Bundesschienenwege in den "vordringlichen Bedarf", die Planung hat aber nach Angaben des Mühlhäuser Oberbürgermeisters Johannes Bruns (SPD) noch nicht begonnen. Der Bundeshaushalt sei in diesem Bereich "deutlich überzeichnet". Bruns rechnet frühestens Ende der 2020er Jahre mit einem Bauende.

Entscheidung über Strecken-Ausbau bei "Fulda-Konferenz"?

Bruns sagte MDR THÜRINGEN, der Baubeginn dürfe weder weiter verschoben noch gestrichen werden. Ziel sei, bei der nächsten "Fulda-Konferenz" im Frühjahr berücksichtigt zu werden; dort entscheiden Bund und Bahn AG jährlich über die nächsten Bauprojekte.

Unterschrieben haben den Brief die Bürgermeister aus Mühlhausen, Gotha, Leinefelde-Worbis und Bad Langensalza und die Landräte aus dem Kreis Gotha, dem Eichsfeld und dem Unstrut-Hainich-Kreis.

MDR (fno/seg)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Februar 2022 | 13:00 Uhr

1 Kommentar

Harka2 vor 34 Wochen

Es ist ja nett, dass ständig Bedarf bekundet wird und die Politik zeigt sich interessiert - nur, es passiert seit 30 Jahren so gut wie gar nichts! Die DR hat in den 30er Jahren eine Trasse vom schlesischen Industriegebiet bis ins Ruhrgebiet fast durchgängig elektrifiziert. Lediglich das Stück zwischen Neudietendorf und Fulda wurde nicht mehr fertig. In den 1980er Jahren elektrifizierte die DR von Leipzig über Berlin bis hoch an die Küsten und die Deutsche Bahn schafft es in 30 Jahren nicht mal die paar Kilometer?! Aber die DB ist seit langen in einem Spitze: dem Abriss von Gleisen und dem Rückbau von Strecken und Bahnhöfen!

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