Rohstoffknappheit Baupreise in Thüringen um 15 Prozent gestiegen

Die Preise für den Bau neuer Wohnhäuser sind laut Landesamt für Statistik binnen eines Jahres um 15 Prozent gestiegen. Grund sind die gestiegenen Materialkosten. Teuer geworden sind besonders Zimmer- und Holzbauarbeiten.

Arbeiter auf einer Eigenheim-Baustelle.
Baumaterialien wie etwa Holz, Dämmmaterial oder Plastik sind binnen weniger Monate deutlich teurer geworden. Bildrechte: Colourbox.de

In Thüringen wird das Bauen immer teurer. Wie das Landesamt für Statistik am Dienstag mitteilte, waren die Preise für den Bau von neuen Wohnhäusern im August etwa 15 Prozent höher als im August vergangenen Jahres. Allein zwischen Mai und August dieses Jahres seien die Preise um fünf Prozent gestiegen.

Materialpreise zogen 2020 an

Die Betriebe geben als Grund vor allem die gestiegenen Materialkosten an. Besonders teuer geworden sind Zimmer- und Holzbauarbeiten (37,8 Prozent mehr) und Arbeiten am Dach (26,8 Prozent mehr).

Baumaterialien wie Holz, Dämmmaterial oder Plastikrohre waren im Jahr 2020 binnen weniger Monate deutlich teurer geworden. Teilweise waren manche Produkte gar nicht lieferbar. Experten zufolge kommen dabei mehrere Faktoren zusammen: hohe Nachfrage, vor allem auch in Asien, Exporte sowie Preisspekulationen.

Auch Straßenbau ist teurer geworden

Derzeit gehen etwa große Mengen an Holz nach China und in die USA. In beiden Ländern boomt der Bau und die USA erhalten wegen eines Handelsstreits aus Kanada weniger Holz. Aus diesem Grund ist die deutsche Ware gefragter. Bei anderen Baustoffen spielt auch die Corona-Pandemie eine Rolle. Aufgrund dieser wurden im Jahr 2020 Produktionskapazitäten reduziert und gedrosselt.

Gleichzeitig hat im zweiten Halbjahr 2020 wieder der wirtschaftliche Aufstieg in China begonnen und seit Anfang 2021 auch in Amerika. Dies hat zur Folge, dass die Nachfrage nach Baustoffen rasant gestiegen ist, während die Produktionskapazitäten noch nicht wieder voll angelaufen sind.

Auch im Bereich Straßenbau verzeichnet das Landesamt für Statistik einen Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr um gut 13 Prozent. Das liegt den Angaben nach vor allem an den teureren Metallarbeiten und Bindemitteln sowie höheren Preisen für Asphalt, Beton und Brücken.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

6 Kommentare

goffman vor 36 Wochen

Eine Alternative zum Neubau: Die Leerstandsquote von Wohnungen in Thüringen ist seit 2013 gestiegen, 2019 lag sie bei 5,8%.

Natürlich betreffen die gestiegenen Materialpreise auch Renovierungen, Sanierungen und Umbauten. Trotzdem hat Thüringen als Ganzes eher keinen Mangel an Häusern/ Wohnraum.

Kritiker vor 36 Wochen

@Atheist: Am Ende geht es doch nur darum das der Verbrauch höchste Ziele zu erreichen hat und das dann finanz. vom Bürger zu tragen sein wird. Nur die Bürger werden niemals diese Differenzen auch im eigenen Einkommen ausgeglichen sehen.

Kritiker vor 36 Wochen

+...Derzeit gehen etwa große Mengen an Holz nach China und in die USA. In beiden Ländern boomt der Bau und die USA erhalten wegen eines Handelsstreits aus Kanada weniger Holz. ...+
Erneut kann also die Frage gestellt werden: Haben diese Länder keine Wälder, keinen eigenen Holzbestand? Wenn dieser eben nicht reicht kann eben nicht so viel gebaut werden in diesen Ländern. Deutschland als Lieferant u.a. kann dann ja in einigen Jahren wieder Holz aus USA oder China importieren für einen ggf. doppelten Preis als das heute verkauft wird wenn dann hier im Lande die (dt. Wälder) Wälder nicht mehr viel an Holz hergeben hinsichtlich der Umweltauflagen usw. oder wie zZt. heute und in Zukunft des (sicherlich zunehmenden) Schädlingsbefalles. Sollte man also den eigenen Holzbedarf (nur mal für Holz) hier im Lande erst einmal abdecken begleichen ohne das die Kosten steigen würden ehe man exportiert, nur wegen finanz. Einnahmen daraus.Wie schlecht muss es da dann wohl um die Finanzen im Lande D stehen

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