Demografie Rückgang der Einwohnerzahl in Thüringen beschleunigt sich

Thüringens Einwohnerzahl ist 2020 deutlich stärker gesunken als im Vorjahr. Laut Statistischem Landesamt lebten Ende Dezember etwa 13.000 Menschen weniger im Freistaat als ein Jahr zuvor.

Die 'Sorge' in der Innenstadt von Gera
Thüringens Einwohnerzahl schrumpft stetig. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Insgesamt leben derzeit rund 2,12 Millionen Menschen in Thüringen. Doch die Zahl der Einwohner schrumpft: Laut Statistischem Landesamt lebten Ende Dezember 2020 etwa 13.000 Menschen weniger im Freistaat als 2019. Vor zwei Jahren war der Einwohnerverlust mit minus 9.800 deutlich geringer ausgefallen.

Hauptgrund für den Rückgang der Bevölkerungszahl ist laut Statistikern, dass im Jahr 2020 mehr Menschen starben als geboren wurden. Die Differenz konnte durch Zuwanderung von etwa 1.400 Menschen nicht ausgeglichen werden.

Junge Familie beim Informationsgespräch 30 min
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Exakt - Die Story So 06.06.2021 22:30Uhr 29:35 min

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Weimarer Land schrumpft als einziger Landkreis nicht

Bis auf das Weimarer Land (plus 0,2 Prozent) verzeichneten alle Landkreise und kreisfreien Städte Bevölkerungsverluste. Die höchsten Rückgänge in Relation zur Einwohnerzahl mit jeweils minus 1,2 Prozent seien in den Landkreisen Sonneberg (minus 673 Menschen), im Altenburger Land (minus 1.037) und Nordhausen (minus 960) registriert worden. Die geringsten Verluste wies die kreisfreie Stadt Erfurt mit 0,1 Prozent auf, dicht gefolgt vom Saale-Holzland-Kreis und der kreisfreien Stadt Weimar jeweils mit einem Rückgang von 0,2 Prozent.

Während die Zahl der Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft im Vorjahr um rund 16.000 zurückging, nahm die Zahl ausländischer Staatsbürger um fast 2.900 zu. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung in Thüringen stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. Juni 2021 | 12:00 Uhr

60 Kommentare

Frau K. vor 4 Wochen

@Ule Es geht in ihrem letzten Absatz sehr um Geldbesitz und Grund und Boden sein eigen nennen zu können.
Das betrifft wohl eher die Dörfer, wo die Häuser noch in Familienbesitz sind. In den Kleinstädten überwiegen immer noch die Menschen, die nicht "gebunden" sind und die wandern ab.Vielleicht weil sie sich eben nicht den Boden leisten können und ihr Lebensentwurf dadurch ein anderer ist.

Tpass vor 5 Wochen

Wir möchten aber unseren Kindern nicht zumuten permanent zu wechseln. Das ist dann auch wieder nicht gut für die Zukunft. Also beißen wir die paar Monate noch auf die Zähne. Aber natürlich gibt es viele Menschen die nicht diese Probleme haben. Nun ist es ja bald Geschichte.

martin vor 5 Wochen

Die ganz aktuellen Zahlen kenne ich nicht. Aber auch in Thüringen war es über viele Jahre in der Tat so, dass überproportional die besser (aus-)gebildeten jungen Frauen den Freistaat verlassen und ihre Familien in einem anderen (meist westlicheren oder südlicherem oder beides) Bundesland gegründet haben.

Bei der Zuzügen waren dann manche "Wieder-Heim-Kehrerinnen" dabei - aber deren Nachwuchs ist meist nicht nach Thüringen mitgekommen.

Ob das aktuell noch so ist, kann ich nicht sagen. Aktuelle Zahlen habe ich nicht.

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