Straßenverkehr Polizei kontrollierte 30.000 Fahrzeuge bei Blitzermarathon in Thüringen

Obwohl weniger Fahrzeuge kontrolliert wurden, hat die Thüringer Polizei beim diesjährigen "Blitzermarathon" fast genauso viele Raser ertappt wie bei der Kontrollaktion vor zwei Jahren. An den 39 Standorten landesweit zeigten die Blitzgeräte bei 1.749 Fahrzeugen Geschwindigkeitsverstöße an, 36 Raser erwartet laut Polizei sogar ein Fahrverbot.

An 39 möglichen Messstellen im Freistaat hatte die Polizei seit dem frühen Mittwochmorgen die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen kontrolliert. Der Blitzmarathon soll Raser zur Vernunft bringen. Aber obwohl weniger Fahrzeuge kontrolliert wurden als sonst, hat die Thüringer Polizei 2021 fast genauso viele Raser ertappt wie bei der Kontrollaktion vor zwei Jahren.

Fast sechs Prozent der Fahrzeuge zu schnell unterwegs

Die Blitzgeräte zeigten bei 1.749 Fahrzeugen Geschwindigkeitsverstöße an, wie die Landespolizeidirektion in einer Abschlussbilanz am Donnerstag mitteilte. Bei den rund 30.000 am Mittwoch kontrollierten Fahrzeugen entsprach das einem Anteil von 5,8 Prozent. 2019 hatte dieser Anteil bei 3,25 Prozent gelegen, wobei vor zwei Jahren rund 58.000 Fahrzeuge kontrolliert worden waren. 36 Raser erwartet laut Polizei ein Fahrverbot.

Am ärgsten trieb es ein Fahrer, der in einem für maximal 120 Kilometer pro Stunde zugelassenen Autobahnabschnitt mit 191 Sachen geblitzt wurde. Ihn erwarten ein Bußgeld in Höhe von mindestens 440 Euro, zwei Punkte in der Kartei des Verkehrsbundesamtes Flensburg und zwei Monate Fahrverbot. Zu seinem Glück ist der neue, verschärfte Bußgeldkatalog noch nicht in Kraft, auf den sich die Verkehrsminister kürzlich geeinigt hatten.

Wegen Corona wurden keine Autos angehalten

Wegen der Corona-Pandemie fiel die Kontrollaktion diesmal nicht so umfangreich aus wie in früheren Jahren. So waren die Beamten nur mit mobilen Blitzgeräten an wechselnden Standorten unterwegs und verzichteten wegen des Infektionsschutzes weitgehend auf Kontrollen, bei denen Autos angehalten werden.

Erfunden wurde der Blitzmarathon in Nordrhein-Westfalen. Den diesjährigen europaweiten "Speedmarathon" hatte das europäische Verkehrspolizei-Netzwerk Roadpol koordiniert. Außer in Thüringen wurde auch in Bayern, Brandenburg, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz geblitzt.

Mehr Geschwindigkeitsübertritte seit Corona

Die Zahl der exzessiven Geschwindigkeitsübertritte sei in der Pandemie deutlich gestiegen, sagte Roadpol-Präsident Heinz-Albert Stumpen. In einigen Ländern habe es sogar mehr Verkehrstote gegeben. Stumpen führte dies auch auf die leereren Straßen zurück, die einige zum schnellen Fahren verführten.

Quelle: MDR/dpa/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. April 2021 | 16:00 Uhr

5 Kommentare

Jan vor 3 Wochen

Bitte viel, viel mehr von den Kontrollen. Was ich tagtäglich erlebe, wo gerade an Schulwegen und verkehrsberuhigten Zonen gerast wir, zeigt mir, dass es Menschen gibt, denen die Regeln im Verkehr und daraus mögliche Folgen egal sind.

Harka2 vor 3 Wochen

Sicher ist das eine oder andere Tempolimit zu hinterfragen und so manches Temposchild ist längst überflüssig, aber darum geht es nicht. Der Sinn eines Verkehrsschilds ist nicht als Grundlage für lange Diskussionen zu sorgen, sondern es sind klare Ansagen, was zu tun ist. Wer meint sich nicht an die Vorgaben halten zu müssen, wird von der Rennleitung bestraft. Ende der Diskussion. Meiner Meinung nach sollte es viel mehr Radarfallen geben und insbesondere die großen Überschreitungen sollten wesentlich drastischer sanktioniert werden. Jeder fährt mal 10 km/h zu schnell, aber wenn jemand mit Tempo 100 in der 30er-Zone erwischt wird, sollten die MPU und lange Fahrverbote zwingend sein

nicht vergessen vor 3 Wochen

Wenn Sie in einer 30 Zone leben werden Sie erstaunt sein wie schnell die 70-80 Sachen auf 200 m erreicht werden,Pkw oder Pkw schaffen das. Allerdings ist Polizeidirektion nicht in der Lage das zu kontrollieren .Mittlerweile weiß das jeder und es heißt Freie Fahrt für freie Menschen.
Wahrscheinlich ist die Polizei anderweitig beschäftigt und dieses Theater sei vieles nur Makelatur um den Bürger zu beruhigen.

Mehr aus Thüringen

Mehrere Donuts in einem Schaufenster. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK