12. Juni Bürgermeisterwahlen in Thüringen: 22 Gemeinden ohne Kandidaten

22 Gemeinden in Thüringen haben noch keine Bewerberinnen oder Bewerber für die Bürgermeisterwahl am 12. Juni. Insgesamt treten gut 400 Politiker für die meist ehrenamtliche Position an. Der Großteil von ihnen ist nicht parteigebunden.

Bei den Bürgermeisterwahlen in Thüringen im Juni treten insgesamt 406 Bewerberinnen und Bewerber an. Das teilte Landeswahlleiter Holger Poppenhäger am Montag mit.

Zur Not eigene Vorschläge aufschreiben

Dabei gibt es in 22 Gemeinden keine Kandidaten. Zu ihnen gehören Dobitschen im Altenburger Land, Pfaffschwende im Eichfeldkreis oder Oettern im Weimarer Land.

Thüringens Landeswahlleiter Holger Poppenhäger.
Thüringens Landeswahlleiter Holger Poppenhäger gab am Montag Details zu den Wahlen bekannt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Poppenhäger sagte, in diesen Fällen könnten die Wähler eigene Wahlvorschläge auf die Stimmzettel schreiben. Bei der letzten Kommunalwahl 2016 sei es so gelungen, trotz fehlender Kandidaten alle Bürgermeisterposten zu besetzen.

Nur wenige Kandidaten von CDU, SPD oder Linke

340 Kandidaten sind nicht parteigebunden beziehungsweise gehören einer freien Wählergruppe an. 53 treten für die CDU an, sechs für die SPD und drei für die Linke. AfD und FDP stellen je zwei Kandidaten.

Die zwei Moderatoren im Gespräch 2 min
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Bürgermeister für 325 Kommunen gesucht

Am 12. Juni werden in 325 Thüringer Gemeinden die Bürgermeister gewählt. Zu besetzen sind die Positionen von sieben hauptamtlichen und 318 ehrenamtlichen Gemeindeoberhäuptern. 210.000 Thüringerinnen und Thüringer sind zur Stimmabgabe aufgerufen.

Damit die Wahl ordnungsgemäß ablaufen kann, helfen 3.000 Frauen und Männer freiwillig mit. Innenstaatssekretärin Katharina Schenk rief die Thüringer auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Eine hohe Wahlbeteiligung sei am Ende auch ein Vertrauensbeweis für den künftigen Bürgermeister.

MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Mai 2022 | 17:00 Uhr

4 Kommentare

DER Beobachter vor 9 Wochen

Ich kann durchaus verstehen, dass sich kein an sich kommunalpolitisch Interessierter mehr es sich antun mag, sich in Mitteldeutschland ggf. von primitiv vor seiner Haustür rumpöbelnden Quarkdenkern dumm anmachen zu lassen ...

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 9 Wochen

Es ist sehr bezeichnend, wenn die „großen“ Parteien offenbar gar keine Alternativen und gar keine geeigneten Mitglieder zur Besetzung der Bürgermeisterposten haben und die überwältigende Mehrheit
der „Meister“ heute parteifreie Bewerber sind !

Warum ist das im Freistaat Thüringen so ?

Warum haben politische Parteien auf kommunaler Thüringer Ebene bereits vor der Wahl verloren ? Traut man ihnen die Lösung der tagespolitischen Aufgaben
heute gar nicht mehr zu ? Hat das möglicherweise Ursachen in den durchlebten
diktatorischen Systemen vor 1990 ?

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 9 Wochen

„Der Bürgermeister“ ist heute zu einer Behörde geworden.

Wenn ich jedoch Beamter sein muss, um dieser Behörde - nach der demokratisch erfolgten - Wahl vorstehen zu dürfen, dann möge
man(n) mich für diese höhere Beamten-laufbahn vorschlagen !

Ich bin seit über 30 Jahren dazu bereit.

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