Bundesgartenschau in Erfurt Promis und Gärtner: Das bedeutet die Buga für Thüringen

Redakteurin Teresa Herlitzius in drei verschiedenen Aktionen.
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die Buga 2021 in Erfurt steht in den Startlöchern. Doch was bedeutet sie für Thüringen? Wir haben das unter anderem Ministerpräsident Bodo Ramelow und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein und den Musiker "Kloß-Fritz" gefragt.

Bodo Ramelow, Ulrich Haage, Andreas Bausewein,  Pascal Klenart, Kristina Vogel, Fritz Wagner, Ulrich Haage
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Musiker Fritz Wagner, Traditionsgärtner Ulrich Haage, Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein, Olympiasiegerin Kristina Vogel, Staudengärtner Pascal Klenart (v.o.n.u. v.l.n.r.). Bildrechte: Thüringer Staatskanzlei, Stadt Erfurt/Andreas Bausewein, MDR/ Daniela Dufft, MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK, MDR/Fritz Wagner, MDR/Steffen Raßloff, MDR/Christoph Falkenhahn

Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen

"Die Buga adelt alles das, was wir an grüner Tradition in Erfurt haben", sagt Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen. Für ihn geht die Buga über den reinen Gartenbau hinaus, es gehe um Nachhaltigkeit, darum wie wir Städte entsprechend der Klimaentwicklungen gestalten könnten. Außerdem solle die Buga mit ihren Außenstandorten als Grundlage genutzt werden, um das Tourismuskonzept für Thüringen weiterzuentwickeln.

Gerade jetzt soll die Buga, so Ramelow, ein positives Gefühl für die Zeit nach Corona vermitteln: "Es muss auch jenseits von Corona einen Orientierungspunkt geben. Und der soll bei uns in Thüringen gesetzt werden für ganz Deutschland. Die Bundesgartenschau bietet eine gute Gelegenheit dazu."

Ulrich Haage, Kakteen-Haage in Erfurt

In seiner Kakteen-Gärtnerei erlebe er es tagtäglich: Die Affinität für Pflanzen sei derzeit voll im Trend. Die Leute würden sich auf das Grün besinnen und sich wieder mehr mit Pflanzen beschäftigen. "Das hilft ihnen mit der Corona-Pandemie klar zukommen", sagt Kakteen-Experte Ulrich Haage. Für ihn komme daher die Buga genau zum richtigen Zeitpunkt - sie treffe genau den Nerv der Zeit.

Darüber hinaus findet Haage es toll, dass die Buga in die Heimat der Gartenschauen zurückkehrt. Als Gärtner begeistert ihn das Miteinander der Fachleute: "Die Buga funktioniert nur, weil Konkurrenten sich zusammentun und gemeinsam etwas Neues schaffen. Dieses 'Wie können wir das gemeinsam wuppen?' und die Idee "Lasst uns gemeinsam was im Grünen tun!' finde ich einfach nur großartig!"

Andreas Bausewein, Oberbürgermeister von Erfurt

Der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein sieht in der Buga "für Erfurt das größte Geschenk seit der Wende". So gebe die Buga dem Land einen touristischen Schub. Gleichzeitig sei auch in Thüringen investiert worden. Er wünscht sich, dass wegen der Buga viele Gäste aus Nah und Fern kommen, sich hoffentlich in Thüringen verlieben und danach immer wiederkommen.

Bausewein erhofft sich von der Buga ein "kunterbuntes, stimmungsvolles, fröhliches Gartenfest, das die Einschränkungen der Corona-Pandemie vergessen macht. 171 unbeschwerte Tage mit hauptsächlich gutem Wetter – das wäre super!"

Andreas Bausewein, SPD Oberbürgermeister Erfurt
Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein: "Ein kunterbuntes, stimmungsvolles, fröhliches Gartenfest, das die Einschränkungen der Corona-Pandemie vergessen macht. 171 unbeschwerte Tage mit hauptsächlich gutem Wetter – das wäre super!" Bildrechte: Andreas Bausewein

Pascal Klenart, Staudengärtnerei Klenart in Erfurt

Pascal Klenart ist Inhaber der Staudengärtnerei Klenart im Erfurter Norden. Er hofft darauf, dass mehr Menschen Thüringen kennenlernen: "Thüringen ist einfach das schönste Bundesland. Das wollen wir gemeinsam Deutschland zeigen." Als Gärtner liegt Klenart der Gartenbau-Tradition am Herzen: "Thüringen hat starke und gesunde Gärtnereien mit Tradition und Geschichte, das wollen wir Gärtner den Besuchern verdeutlichen." Seiner Meinung nach dient eine Buga immer auch der Städte- und Flächenentwicklung. "Was in Erfurt in den letzten Jahren entstanden ist, wäre sonst einfach nicht möglich gewesen", findet er. "Der Nordteil der Stadt hat an Attraktivität enorm gewonnen. Da bin ich stolz drauf."

Klenart wünscht nicht nur den Gärtner, sondern besonders auch der Gastronomie-, Übernachtungs- und Eventbranche einen regen Erfolg. Das hilft nicht nur der stark angeschlagenen Branche, sondern der ganzen Region: "Wir sehnen uns schließlich alle nach einen schönen Allstadtabend!"

Staudengärtner Pascal Klenart hält viele Primeln in der Hand
Pascal Klenart von der Staudengärtnerei Klenart in Erfurt: "Thüringen hat starke und gesunde Gärtnereien mit Tradition und Geschichte, das wollen wir Gärtner den Besuchern verdeutlichen." (Archivbild) Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Kristina Vogel, Olympiasiegerin und Weltmeisterin aus Erfurt

Für die Erfurterin Kristina Vogel ist Thüringen noch ein Geheimtipp: "Ich denke, dass man Thüringen nicht so auf dem Zettel hat. Wenn man an die schönen Seiten von Deutschland denkt, dann ja eher an Berlin, München oder die Ostsee." Sie hofft, dass Thüringen während der Buga zeigen könne, wie facettenreich das Land doch ist, so dass Thüringen nach der Buga vielleicht gar kein Geheimtippt mehr sei.

Von der Buga erhofft sie sich als Thüringerin Aufschwung: "Wenn so viele Menschen zur Buga reisen, dann wäre es toll, wenn Sie in der Nähe schlafen, essen und eine tolle Zeit verbringen. Gerade vielen Kleinunternehmern hat die Corona Krise stark zu gesetzt."

Kristina Vogel im Interview
Die Erfurter Olympiasiegerin Kristina Vogel: "Erfurt ist eine wunderschöne Stadt, die sich zur Zeit besonders rausputzt. Ich hoffe, dass viele Menschen sehen, wie toll die Stadt Erfurt ist, sie lieben lernen, wie ich.
Und dann regelmäßig wiederkommen, um Thüringen zu erleben." (Archivbild)
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Fritz Wagner, bekannt als Kloß-Fritz, Musiker aus Suhl

"Generell finde ich es gut, wenn Großveranstaltungen nach Thüringen kommen. Die Buga passt gut zu Thüringen, weil die Region eine lange Blumen- und Gartenbau-Tradition hat", sagt der als Kloß-Fritz bekannte Suhler Musiker Fritz Wagner. "Nicht umsonst ist Thüringen das grüne Herz Deutschlands."

Mit dem Egapark als einer der Buga-Veranstaltungsorte verbinde er viele schöne Kindheitserinnerungen.

Fritz Wagner
Fritz Wagner, Musiker aus Suhl: "Mit dem Egapark als einer der Buga-Veranstaltungsorte verbinde ich persönlich viele schöne Kindheitserinnerungen. Wir waren früher häufig mit der Familie, Oma und Opa dort." Bildrechte: MDR/Fritz Wagner

Steffen Raßloff, Historiker aus Erfurt

Der Erfurter Historiker Dr. Steffen Raßloff freut sich, dass die Buga gleich im doppelten Sinne zurück zu seinen Wurzeln kehrt: Die "Ur-Buga", wie er sie nennt, fand 1865 in Erfurt statt, nun sei sie wieder da. Außerdem gehe es erstmals wieder darum, Bestandsflächen zu nutzen. Nach dem zweiten Weltkrieg seien die Gartenschauen und die damit verbundenen Fördergelder genutzt worden, um die Städte zu sanieren, wie beispielsweise in Hamburg, Köln und Gera. Seiner Einschätzung nach ist dies nun erste Buga, bei der das anders ist. Damit besinne sich die Buga wieder auf ihre Ursprünge - zur Freude des Historikers.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. April 2021 | 19:00 Uhr

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