Politik Bundestagswahl: Maaßen legt sich mit Laschet-Vertrauter an

In der CDU gibt es erneut Zoff um die Kandidatur von Hans-Georg Maaßen zur Bundestagswahl. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien fragte öffentlich, was dieser in der Union zu suchen habe. Maaßen forderte daraufhin ihre Abberufung aus dem "Zukunftsteam" Armin Laschets.

Hans-Georg Maaßen (CDU) verfolgt die Wahlkreisvertreterversammlung der CDU-Kreisverbände in Südthüringen.
Hans-Georg Maaßen tritt im Wahlkreis 196 für die CDU an. Bildrechte: dpa

Der thüringische CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen hat die Abberufung der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien aus dem "Zukunftsteam" von Kanzlerkandidat Armin Laschet gefordert.

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident sagte der Bild-Zeitung, es sei zu befürchten, "dass sie für alle Kandidaten zu einer fortlaufenden Belastung wird". Er fordere Laschet auf, sie "unverzüglich aus dem Kompetenzteam abzuberufen". Maaßen tritt im Südthüringer Wahlkreis 196 als Direktkandidat für die Union an.

Prien: Was sucht Herr Maaßen in der CDU?

In der ZDF-Sendung Markus Lanz hatte der Moderator die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Prien gefragt, wie sie es finde, dass Maaßen in Südthüringen von der CDU aufgestellt wurde. Prien antwortete daraufhin: "Das muss ich hinnehmen, auch wenn ich davon natürlich überhaupt nicht begeistert bin und mich frage, was Herr Maaßen eigentlich in der CDU sucht."

Karin Prien
Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien Bildrechte: dpa

Auf die Anschlussfrage, ob sie Maaßen wählen würde, wenn sie in dessen Wahlkreis leben würde, sagte Prien: "Ich sag mal so, ich bin von Leistungssportlern immer wieder fasziniert." Maaßen tritt in seinem Wahlkreis auch gegen den früheren Weltklasse-Biathleten und Bundestrainer Frank Ullrich (SPD) an.

Maaßen zeigt sich "erschüttert"

Maaßen sagte Bild: "Ich bin erschüttert über die Äußerung von Frau Prien, da sie als Mitglied des Kompetenzteams von Armin Laschet unserem Wahlkampf in der derzeit sehr schweren Situation massiv schadet." Laschet hatte sein sogenanntes Zukunftsteam Ende vergangener Woche vorgestellt.

Die Südthüringer CDU hatte Maaßen Ende April als Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt. Politiker von SPD, Grünen und Linken warfen der CDU wiederholt vor, mit Maaßen am rechten Rand zu fischen. Doch auch in Teilen der Union stieß die Nominierung des 58-Jährigen auf Kritik. Ihm wird vorgeworfen, sich nicht klar genug von Rechtsaußen-Positionen abzugrenzen.

Kritik vom Unionsfraktionsvize

Der Bundestagsfraktionsvize der Union, Johann Wadephul, kritisierte am Donnerstag die Äußerungen beider Kontrahenten. "Beides ist falsch", sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Einerseits tadelte Wadephul Prien: "Man fordert nicht zur Wahl des Gegenkandidaten auf." Andererseits müsse sie "aber natürlich im Team bleiben". Zum ehemaligen Verfassungsschutzchef Maaßen sagte Wadephul: "Wir hätten Herrn Maaßen in Schleswig-Holstein nie als CDU-Kandidaten aufgestellt. Aber das muss die jeweilige CDU allein entscheiden und verantworten."

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Quelle: MDR THÜRINGEN/sar,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 09. September 2021 | 10:35 Uhr

265 Kommentare

Wessi vor 1 Wochen

@ hansfriederleistner...ich sprach von Wählern und nicht von Parteimitgliedern...dankenswerter WEise ist Maaßen alles andere als schon gewählt..ich denke ausserdem, daß die Mehrzahl der Thüringer den AfD-Freund M. ohnehin ablehnt, die Wahlergebnisse waren bis dato so!Ausserdem ist TH. nicht soetwas wie eine Insel auf der Parteiextremisten etwas machen können, was parteiintern republikweit angefeindet wird...!

Wessi vor 1 Wochen

ach so @ SZ Rentner...,Sie haben meinen Humor nicht verstanden...aber ich habe Recht mit meiner Analyse, daß das Volk mit Frau Merkel doch sehr zufrieden war (Beleg:Wahlergebnisse) und nun wohl mit Scholz einen würdigen nachfolger bekommen könnte.

hansfriederleistner vor 1 Wochen

Wessi fällt ihnen nicht auf,daß sie sich widersprechen? Der südthüringer Kreisverband hat seine Ansicht umgesetzt. Da braucht er keine schlaue Dame aus Norddeutschland. Die vertritt ihre Wähler und die Thüringer ihre Wähler.

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