Drogenpolitik Thüringer Suchthilfe gegen "freien Markt" bei Cannabis-Verkauf

Die neue Regierungskoalition im Bund aus SPD, Grünen und FDP will den Verkauf der Droge Cannabis legalisieren. Die Thüringer Suchthilfe sieht darin einen sinnvollen Ansatz, plädiert aber für staatliche Kontrolle.

Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP, Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat und geschäftsführender Bundesfinanzminister, Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen stellen auf einer Pressekonferenz den gemeinsamen Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP für die künftige Bundesregierung vor.
Wollen Cannabis-Verkauf legalisieren: Spitzen der Ampel-Koalitionäre Bildrechte: dpa

Die Thüringer Suchthilfe steht der von der Berliner Ampel-Koalition geplanten kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. "Eine modernisierte Drogenpolitik ist überfällig", sagte der Koordinator der Landesstelle für Suchtfragen, Sebastian Weiske, der Deutschen Presse-Agentur. Mit der Legalisierung von Cannabis würden Verbraucher von Kleinstmengen entkriminalisiert. Auch Polizei und Staatsanwaltschaft könnten so entlastet werden, sagte Weiske.

SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag die seit Jahren umstrittene Legalisierung von Cannabis aufgenommen. Demnach soll Cannabis für Erwachsene künftig zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften erhältlich sein. Die Weitergabe verunreinigter Substanzen werde dadurch verhindert und der Jugendschutz gewährleistet, heißt es in dem diese Woche vorgestellten Koalitionsvertrag. Nach vier Jahren soll das Gesetz überprüft werden.

Ein Joint auf getrockneten Cannabisblüten.
Verkauf soll legal werden: Cannabis Bildrechte: imago/Panthermedia

Verkauf nur in staatlich kontrollierten Läden

"Die Ansätze der Schadensminimierung beim Konsum gehen in die richtige Richtung", sagte Weiske. Offene Fragen sieht er allerdings beim Verkauf über Lizenzhändler. Bei der Lizenzierung dürfe es keinen wirtschaftlichen Wettbewerb geben, forderte der Suchtexperte. "Es sollte kein freier und unkontrollierter Markt entstehen." Das Cannabis müsse in staatlich kontrollierten Verkaufsstellen mit geschultem Personal angeboten werden. Möglich sei, hierbei auch Apotheken einzubeziehen, sagte Weiske.

Zudem dürften in den Lizenzgeschäften nach Ansicht von Weiske nicht noch andere Cannabis-Produkte wie Öl, Lutscher oder Lebensmittel verkauft werden, die mit dem THC-Wirkstoff (Tetrahydrocannabinol) angereichert sind. "Das würde noch andere Zielgruppen ansprechen, deswegen sollten solche Produkte dort nicht angeboten werden."

CDU warnt vor "Kiffer-Republik"

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion ist gegen eine Legalisierung der Droge. Fraktionschef Mario Voigt sagt, die neue Regierung wolle Deutschland zu einer Kiffer-Republik machen, indem sie eine gesundheitsschädliche Droge zu einem Lifestyle-Produkt umwidme. Voigt verwies auf die Niederlande, Portugal und Kanada, wo Cannabis bereits legal ist. Dort sei zu beobachten, dass der Konsum im Zusammenhang mit der Legalisierung um etwa 30 Prozent steige und die damit verbundenen psychischen Störungen um etwa 25 Prozent höher lägen als in Staaten ohne Legalisierung.

Quelle: dpa(dr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. November 2021 | 14:00 Uhr

60 Kommentare

Hansi63 vor 7 Wochen

#Suedvorstadt, auch wenn es vor über 100 Jahren rassistisch gewesen sein mag was die damaligen Kolonialmächte veranstaltet haben, was hat das mit dem "Jetzt" zu tun ? Die DEA ist 1973 gegründet worden im Kampf gegen Drogen, egal ob Schwarze, Weiße, Gelbe, Grüne, Rote, Blaue, Orangene, Pinkfarbene, oder sonst was !
Es ist eben alles Rassismus, ich bin absolut demütig und schäme mich ein alter weißer Alman zu sein !

Hansi63 vor 7 Wochen

#astrodon, der richtig große Verkaufsstart von E-Zigaretten begann im Jahre 2005, davor waren es nur Nischenprodukte. Seit dem sind ja schon ein paar Jährchen vergangen und es gibt Studien, Zitat Wikipedia: "Aus den derzeit verfügbaren Erkenntnissen kann man schließen, dass das Benutzen von elektrischen Zigaretten eine bei weitem weniger schädliche Form der Nikotinaufnahme ist. Es werden bei Rauchern, die vom Tabakrauchen auf elektrische Zigaretten wechseln, erheblich weniger Gesundheitsschädigungen erwartet, was neben den fehlenden Verbrennungsgasen auch auf das Fehlen des krebserregenden Stoffes Formaldehyd zurückzuführen ist "
"Das britische Gesundheitsministerium schätzt, dass E-Zigaretten-Konsum ca. 95 % weniger schädlich als Tabakrauchen ist."
Ich habe ja auch nie behauptet das E-Zigaretten gesund sind aber wirklich schädlich sind sie nur für den deut. Staat !

astrodon vor 7 Wochen

@Kleingartenzwerg: Von solchen Fälle [China und Nordkorea] lerne ich nur eines: Wie es gar nicht werden darf. Auf jeglichen weiteren Erkenntnisgewinn von diesen Staaten lege ich keinerlei Wert.

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