Diskussion zur K-Frage Kanzlerkandidat Laschet: Thüringer CDU spricht von "Entscheidung gegen Basis"

Nach stundenlagen Beratungen hat sich der CDU-Bundesvorstand hinter Armin Laschet als Kanzlerkandidat gestellt. Die Thüringer CDU hält diese Entscheidung für endgültig, kritisierte aber das Vorgehen des Gremiums. Die Thüringer Basis bevorzuge Markus Söder von der CSU, hieß es am Dienstag. Auch viele konservative Wähler stünden hinter dem Bayer.

Tische stehen mit Abstand beim Landesparteitag CDU Thüringen auf der Messe.
Die CDU-Basis in Thüringen hätte Markus Söder von der CSU als Kanzlerkandiat für die Wahl im September bevorzugt. Der Vorsitzende der CDU im Freistaat, Christian Hirte, kritisierte das Vorgehen des Bundesvorstands (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

Der Vorsitzende der Thüringer CDU, Christian Hirte, hält die Entscheidung für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidat für endgültig. Der Bundesvorstand sei das geeignete Gremium, um eine solche Entscheidung zu treffen, sagte er MDR THÜRINGEN. Gleichzeitig kritisierte er das Vorgehen des Bundesvorstands.

Thüringer CDU-Basis soll Söder bevorzugen

Das Votum für Laschet wertete Hirte als "Entscheidung gegen die CDU-Basis". Die Stimmung in Thüringen sowie in mehreren anderen Landesverbänden sei deutlich für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat, sagte Hirte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Auch bei den konservativen Wählern in Thüringen sei der CSU-Chef besser angekommen. Es wäre besser gewesen, wenn der Vorstand dem mehrheitlichen Willen der Basis nachgekommen wäre und Markus Söder zum Kanzlerkandidaten gemacht hätte, so Hirte. Er selbst habe im Bundesvorstand für eine gemeinsame Linie mit der Basis geworben. Die Basis nun nachträglich zu überzeugen, sei mühsam. Armin Laschet werde Schwierigkeiten haben, dort akzeptiert zu werden. Christian Hirte geht davon aus, dass Söder die Entscheidung des Vorstands akzeptiert. Damit würden seiner Ansicht nach weitere Diskussionen in der Fraktion überflüssig.

Stundenlange Sondersitzung zur Kanzler-Kandidatur

Das Führungsgremium der CDU hat sich am frühen Dienstagmorgen nach mehr als sechsstündigen Beratungen mehrheitlich hinter eine Kandidatur Laschets gestellt. In der digitalen Sondersitzung, die seit Montagabend lief, votierten 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl für den CDU-Vorsitzenden. Neun stimmten für CSU-Chef Markus Söder, sechs enthielten sich. Laut CDU-Angaben entspricht das einer Zustimmung von 77,5 Prozent für Laschet und 22,5 Prozent für Söder. Damit ist der tagelange nervenaufreibende Machtkampf um den Spitzenposten für die Bundestagswahl im September voraussichtlich entschieden, weil die CSU diese Frage zuvor in die Hand der CDU gelegt hatte.

Quelle: MDR/dpa,jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 20. April 2021 | 07:20 Uhr

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