Papier knapp Freizeit-Gutscheine für Kindergeldberechtigte erst Anfang August

Gutscheine für Freizeiteinrichtungen in Thüringen im Wert von 50 Euro für jeden Kindergeldberechtigten im Land - das war der Plan. Doch erst in der zweiten Ferienwoche wird das Gutscheinheft zum Abholen bereitliegen.

Thüringer Familienkarte
So sollen die Coupons in dem Gutscheinheft aussehen. Bildrechte: MDR/Juliane Maier-Lorenz

Die geplanten Gutscheine des Landes für Kindergeldberechtigte sind nicht pünktlich zum Ferienbeginn versandt worden. Das Sozialministerium erklärte am Sonnabend zur Begründung, es gebe Lieferengpässe in der Papierindustrie. Ab Mitte nächster Woche sollten die Gutscheinhefte an die Ausgabestellen verteilt werden. Vom übernächsten Montag (2. August) an würden Familien die Anschreiben erhalten, mit denen die Gutscheinhefte abgeholt werden können.

360.000 junge Thüringer sollten Heft erhalten

In Thüringen leben rund 360.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Kindergeldanspruch. Jeder dieser Berechtigten soll ein Gutscheinheft im Wert von 50 Euro erhalten. Die Wertmarken in Höhe von einem bis fünf Euro sollen bis Anfang November in mehr als 80 Freizeit- und Kultureinrichtungen in Thüringen beliebig eingesetzt werden können.

Direkter Versand wäre zu teuer

Die Hefte sollen Eltern in größeren Freizeit- und Kultureinrichtungen und Touristeninformationen abholen können. Nach Angaben des Sozialministeriums wäre es zu teuer, die Hefte direkt mit der Post zu verschicken: Die Gutscheine würden von der Post als besondere Geldwerte angesehen und das Porto mit einem Aufschlag belegt.

CDU nennt gesamtes Projekt "Trauerspiel"

Die CDU-Landtagsfraktion kritisierte die schleppende Auslieferung. Die gesamte Geschichte des als Familienkarte bezeichneten Gutscheinhefts sei ein "Trauerspiel". Die Abgeordnete Beate Meißner sagte, seit Dezember stünden mehr als 20 Millionen Euro im Haushalt dafür bereit. Entgegen eines eindeutigen Landtagsbeschlusses, der eine App vorgesehen habe, komme das Angebot nun erst einmal analog. Das werfe kein gutes Licht auf die Digitalisierungskompetenz des Sozialministeriums und der Digitalagentur.

CDU-Landtagsabgeordneten Beate Meißner
Die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Meißner. Bildrechte: imago/Jacob Schröter

App soll in der zweiten Jahreshälfte kommen

Für die App fehlt es nach Angaben des Sozialministeriums in vielen Einrichtungen noch an technischen Voraussetzungen, etwa um QR-Codes auszulesen und diese dann abzurechnen. Auch seien die Anforderungen an den Datenschutz sehr hoch. Zudem könnten auch Kinder, die kein Smartphone haben, die Gutscheine so beliebig einsetzen. Die App sei erst für die zweite Jahreshälfte geplant. 

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Juli 2021 | 13:00 Uhr

14 Kommentare

MDR-Team vor 9 Wochen

Sobald die Gutscheine vom Ministerium versendet werden können, soll auch eine Liste mit den entsprechenden Anbietern veröffentlicht werden.
Liebe Grüße aus der Redaktion

Kolo78 vor 9 Wochen

Nette ideologische Idee, aber ganz miese Umsetzung! Ich weiß echt nicht mehr, ob das jetzt positiv oder negativ zu bewerten ist!? Fakt ist: Ein Trauerspiel!

Alexa007 vor 9 Wochen

Familienförderung zerfasert leider in viele kleine bürokratische Projekte. Ein gutes Beispiel sind diese Freizeitgutscheine. Viel Aufwand für Kleinbeträge. Deutschland braucht grundsätzliche Entscheidungen zur Familienförderung, z.B. ein steuerliches Familiensplittung, das Kinder nicht weniger fördert als Ehegatten.

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