Politik CDU nominiert Mike Mohring für Direktmandat bei Bundestagswahl 2021

Der frühere CDU-Landeschef Mike Mohring bekommt eine neue politische Chance. Bei der Bundestagswahl 2021 tritt er für den Wahlkreis 191 als Direktkandidat an. Er erhielt bei der Nominierung fast doppelt so viele Stimmen wie Johannes Selle, der mit Unterbrechungen seit 1994 für die CDU im Bundestag sitzt.

Mike Mohring vor einem Plakat mit dem Wappen Thüringens
Mike Mohring will für die CDU nach Berlin. Bildrechte: dpa

Die CDU schickt ihren ehemaligen Thüringer Landesvorsitzenden Mike Mohring ins Rennen um ein Direktmandat bei der Bundestagswahl 2021. Der 48-Jährige wurde am Donnerstagabend in Apolda mit deutlicher Mehrheit im Wahlkreis 191 nominiert.

Der Wahlkreis umfasst Teile des Kreises Weimarer Land mit Mohrings Heimatstadt Apolda, den Landkreis Sömmerda und die Stadt Jena. Mohring setzte sich mit 25 Stimmen gegen den bisherigen Mandatsinhaber Johannes Selle durch. Der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete erhielt 13 Stimmen.

Neue Chance für Mike Mohring

Mit der Nominierung bekommt Mohring, der nach der verlorenen Landtagswahl 2019 vom Landesvorsitz und vom Fraktionsvorsitz im Landtag zurückgetreten war, eine neue politische Chance. Er hatte sich mit seinem Agieren nach der Landtagswahl in Thüringen, bei dem die langjährige Regierungspartei CDU ihre Position als stärkste Kraft verloren und nach Linke und AfD nur drittstärkste Kraft geworden war, heftige parteiinterne Kritik zugezogen. In der Folge verlor er beide Spitzenämter.

Johannes Selle jahrelang für CDU im Bundestag

Der bei der aktuellen Nominierung unterlegene Johannes Selle war zunächst von 1994 bis 1998 CDU-Bundestagsmitglied, verlor seinen Sitz aber mit dem Wahlsieg der SPD und der anschließenden Bildung einer rot-grünen Koalition unter Kanzler Gerhard Schröder. 2009 wurde er wieder Bundestagsabgeordneter und gehört dem Parlament seitdem ununterbrochen an.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. November 2020 | 09:00 Uhr

54 Kommentare

martin vor 26 Wochen

@anitar: Bemerkenswerte Sicht zum Verhalten von Herrn Mohring.

Aber der SPD und den Grünen eine Verweigerungshaltung wegen Ministerposten vorzuwerfen ist meiner Meinung nach unlogisch - die hätten sie auch in einer CDU-geführten Regierung verlangen können.

Pfiffelbach vor 26 Wochen

Es gibt gewiss Hoffnung für die CDU im Wahlkreis 191. Immerhin haben 13 Wahlmänner in Anstand und Würde am Donnerstag nicht für Mohring gestimmt. Diesen 13 Aufrechten verbleiben jetzt - wie vielen Unionsfreunden - zehn Monate, um darüber nachzudenken, welcher demokratischen Partei sie bei der nächsten Bundestagswahl ihre Erststimme anvertrauen.

AnitaR vor 26 Wochen

Es gibt nur zwei Thüringer Politiker von einem nationalen Format. Das sind Mike Mohring und Wolfgang Tiefensee. Ramelow mit seinem Stinkefinger kann man nur noch in einem sehr begrenzten Thüringer Rahmen vorstellen.

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